Ich bin ein Küstenmädel! – Langes Wochenende (mit Beuteldrachen!) in Lübeck Mai 2015

Ihr Lieben,

dass ich das Meer ehelichen würde, wenn ich könnte, wisst ihr ja bereits. Und dass ich, wenn ich nicht so voller Pottliebe stecken würde, sofort in eine Hansestadt zöge, auch.
Am 01. Mai-Wochenende durfte ich eine (für mich) neue Hansestadt erkunden, und auch wenn die an meiner nicht so guten Freundin, der Ostsee liegt, ist die Begeisterung doch sehr groß… also kommt mit und wandelt mit mir an schickimicki Stränden und durch schmale Gassen, und entdeckt ein brägenklöteriges Fischbrötchen und den entzückendsten Beuteldrachen der Welt.

Holstentor LübeckNachdem wir Ende Januar, Anfang Februar gemeinsam Worms und Weinheim erobert hatten, zog es Thomas, Jasmin, den Liebsten und mich also nach Lübeck. Da wir das relativ kurzfristig beschlossen und der 1. Mai so günstig auf einem Freitag lag, mussten wir schnell feststellen, dass wir nicht die Einzigen waren, die an einen Städtetrip gedacht hatten. Aber nach einiger Suche fanden wir dann doch noch eine schöne Unterkunft, nämlich das Hotel Freesenholm in Timmendorf. Dort mieteten wir uns ein Appartement und hatten einen kurzen Weg (ca 20 Minuten) nach Lübeck und einen noch kürzeren (ca 8 Minuten) zum Timmendorfer Strand. Da zog es uns denn auch am Ankunftstag, nachdem wir fast staufrei durchgekommen waren, zum Abendessen und Meer hallo sagen hin.
Nun ja. Wie eingangs bereits erwähnt, ist die Ostsee meine nicht so gute Freundin. Denn ich bin seit Jahrzehnten die Nordsee gewohnt, mit ihren endlos weiten und breiten (!!!) Sandstränden, ihrem rauen Wind und den Wellen. DAS ist für mich, wenn ich „Meer“ sage. Die Ostsee ist da… öhm. Berechenbarer. Um nicht zu sagen, langweilig. Mag ich nicht so. Und Jasmin, die zum ersten Mal an der Ostsee war, stimmte mir zu, dass etwas fehlte. Mein Liebster und Thomas hingegen ergingen sich in Kindheitserinnerungen, denn die beiden waren wiederum immer an der Ostsee gewesen und finden die Nordsee zu… wild. (Unverschämtheit! Aber das nur am Rande.) Das hier erwartete uns jedenfalls, und ich finde, die Wolken reißens mit der Wildheit wieder raus:

Zum Abendessen kehrten wir in einen kleinen, aber feinen Italiener ein, bei dem wir zwar lange auf das Essen warten mussten, aber das lohnte sich wenigstens. Es war nämlich köstlich. Beim Verdauungsspaziergang zurück zum Auto (und damit das Verdauen besser klappte, kippten wir direkt ein bis drei Kugeln Eis hinterher) trafen wir dann auf dieses Plakat. Dieses. Plakat.

Weltfischbrötchentag. Ein Wort für die Ewigkeit.

Weltfischbrötchentag. Ein Wort für die Ewigkeit.

Ob das arme Brötchen so guckt, weil ihm ein Spieß im Kopf steckt? Oder weil ein Fisch mit appen Kopp aus ihm heraushängt?

Ansonsten war der Timmendorfer Strand sehr schick. Nix für mich. Deswegen auch keine Bilder. Alles war doch arg durchgestylt, Menschen ebenso wie Umgebung. Hat mein Herzchen eben nicht hüpfen lassen. Aber dann!
In unserem Appartement zurück entzündete Jasmin fachfrauisch („Hey, ich war bei den Pfadfindern!“) den Kaminofen und wir kuschelten uns auf Couch und Stühle zum quatschen, Drachen züchten und trainieren (auf dem Tablet, versteht sich!) und Let’s Dance gucken. Das war so gemütlich, wie es nur ging. P1010815Und der nächste Tag brachte Sonne und Meer UND eine Hansestadt!
Nach einem wirklich guten Frühstück ließen Jasmin und ich die Männer bei ihren Drachenzüchtungen zurück und suchten uns einen stilleren Strand als den Timmendorfer. Und fanden ihn in Scharbeutz. Dort aalten wir uns eine Stunde in Sonne und Sand, redeten und schwiegen und freuten uns. Ooooh, ich freue mich ganz besonders! Schaut:

<3

Da, im hübschen Babybauch meiner lieben Jasmin, ist nämlich mein Patenkind drin!!! Wie ich mich vorgefreut habe, das zu erzählen! Mitten im Sommer wird die Kleine in unser Leben purzeln, und ich bin jetzt schon so stolz, dass ich platzen könnte.

Schließlich sammelten wir dann aber doch die Männer ein und fuhren alle gemeinsam nach Lübeck. Dort wurde ich geflutet mit Eindrücken einer wunderschönen, teils sehr alten Hansestadt. Wir fanden ein entzückendes Café in einer Seitenstraße, den „Tonfink“, liefen einmal kurz in den großen Niederegger-Marzipanladen direkt an der Breiten Straße, nur um an der meterlangen Schlange ohne etwas zu kaufen wieder hinaus zu gehen, statteten dem Holstentor einen Besuch ab, kauften einige Souvenirs in einem kleinen Laden… und dann entdeckte ich in einer sehr schmalen Gasse den Beuteldrachen. Dort hing er am Museum für Theaterfiguren und eroberte mein Herz im Sturm. Hach…

Unsere Zeit in Lübeck war etwas begrenzt, da wir abends zum großen Barbecue wieder im Hotel sein wollten, aber die Stunden haben gereicht, um in meinem Hansestadtherzchen wieder einen neuen Einwohner aufzunehmen.

Das Barbecue am Abend war ein Gaumenschmaus. Am nächsten Morgen hatten wir kurz überlegt, noch einem Kindheitsurlaubsort des Liebsten einen Besuch abzustatten, aber die vor uns liegende lange Heimfahrt und leider noch wartende Arbeit zwangen uns, doch sofort nach dem Frühstück aufzubrechen. Da es ein Rückreisetag für viele Menschen war, waren auch dementsprechend viele Autos unterwegs. Die knapp vierstündige Fahrt, die unser gutgelauntes, optimistisches Navi bei der Abfahrt versprach, dehnte sich trotz kurz gehaltener Pausen auf beinah sechs Stunden, und da war es doch auch irgendwie schön, wieder zuhause zu sein.
Aber, ich kann es nur wiederholen: Lübeck ist eine Reise wert. Auch wenn man kein Marzipan mag (wie der Liebste) oder die Ostsee langweilig findet (wie ich). Schließlich gibt es dort entzückende Buttons und güldene Schiffe auf Dächern in der Abendsonne. Und einen Beuteldrachen!

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Herzlichst, Sunny

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Urlaub zuhause – Auszeit am Rhein in Emmerich

Ihr Lieben,

hier und hier war ich ja schon unterwegs an meinem Freund, dem Rhein, und auch dieses Mal zog es mich an sein bereits seit so langer Zeit dahinziehendes Wasser…nach Emmerich, an die deutsch-holländische Grenze, eine knappe Stunde Fahrt von Duisburg aus.

Rheinpromenade Emmerich am RheinManchmal vergesse ich, dass Flüsse, so wie das Meer, mit die ältesten Zeugen der Zeit überhaupt sind. Ich lese gerade ein Buch, das im deutschen Früh-Mittelalter spielt (Rezension könnte durchaus folgen), und auch dort spielt der Rhein eine Rolle. Vielleicht ist mir das Alter dieser Gewässer nicht immer so bewusst, weil sie sich immer verändern.
Emmerich jedenfalls hat einen durchaus interessanten (und seeehr ausführlichen) Wiki-Artikel, zu dem ihr hier gelangt, falls ihr Geschichte mögt. Falls nicht, und ihr lieber direkt weiterlest, folgen jetzt zunächst noch einige Bilder von Eindrücken, mit denen Emmerich mich empfing, als ich ganz am Rand der Promenade an der St.Martini-Kirche geparkt hatte:

Ich bewegte mich quasi im Schneckentempo weiter, weil ich ein schönes Motiv nach dem anderen entdeckte. Aber da ich zum richtig orange-roten Sonnenuntergang wieder am Wasser sein wollte und es allmählich immer dunkler wurde, beschloss ich, noch durch die Stadt zu streifen. Aber was soll ich sagen? Da gab es nichts groß zu streifen. Ich fand eine Einkaufsstraße, wie jede Durchschnittsstadt sie zu bieten hat und hielt vergebens Ausschau nach einer verwinkelten, gemütlichen Altstadt. Hätte ich mal vorher schon in den Wiki-Artikel geschaut, in dem nachzulesen ist, dass Emmerich während des 2. Weltkriegs zu 91% zerstört wurde…. Als ich das erfahren habe, wurde mein Unmut augenblicklich von einem Schaudern abgelöst.
An diesem Abend jedenfalls fanden meine Füße sehr schnell wieder den Weg zurück zur Promenade, denn da wurde das Licht immer hinreißender, und die Zahl der Fotomotive nicht geringer:

Ja, ich gebe zu, mir war saukalt und ich konnte mein Auto bereits sehen, dessen Heizung mich bisher noch nie im Stich gelassen hat, aber ich hatte bereits beim Ankommen große Freundschaft mit der Skulptur „Fährmann“ von Dieter von Levetzow geschlossen und ich wollte mich von Emmerich mit einem besonderen Bild verabschieden. Nach einigem Herumprobieren, wie ich diesem wunderbaren Abendlicht gerecht werden könnte, kam schließlich folgender Anblick heraus, mit dem ich euch aus Emmerich entlassen möchte…

der Fährmann auf dem Weg zur SonneFazit: Das Flair einer „alten Stadt am Niederrhein“ kommt nicht so wirklich auf. Aber Emmerich hat eine wunderschöne Promenade zu bieten, mit zahlreichen Restaurants und Kaffees. Bei schönem Wetter ist das ein herrlicher Ort zum Flanieren und Verweilen. Außerdem ist die St. Martini-Kirche wirklich ein großartiger Anblick… besonders im Abendlicht.

Reiselust

Ihr Lieben,

dieses Wochenende war ich das erste Mal in diesem Jahr länger unterwegs.
Und zwar mit Thomas und Jasmin und dem Liebsten in Worms. Da hat Jasmin Verwandte und wir vier fanden es eine gute Idee, zusammen los zu ziehen. Es war dann auch ein wunderschönes Wochenende, von dem ich euch die Tage ausführlicher berichten werde.
Jetzt aber brennt mir etwas anderes im Herzen. Meine Reiselust ist auf’s Unbändigste entfacht worden, weil Tante und Onkel von Jasmin, die wir am Samstag Abend getroffen haben, selbst richtige Weltenbummler sind. Und sie haben unter anderem von meinem Sehnsuchtsland Kanada geschwärmt und erzählt und mich mit Worten so entführt, dass ich kurz gedacht habe, ich sei schon dort gewesen. Bin ich aber nicht, und jetzt wünsche ich es mir noch mehr als vorher.
Damit ich aber jetzt nicht in Missvergnügen bade darüber, wo ich noch nicht war, dachte ich an eine kleine Bildergalerie mit den Lieblingsplätzen von da, wo ich bisher gewesen bin. Für euch als kleine Fotoreise, und für mich als Erinnerung, dass es zwar noch vieles zu entdecken gibt, ich aber auch schon so einiges schönes gesehen habe. Seid herzlich eingeladen!

To be continued… 😀

Sunny in Teneriffa 2013

Sunny auf Teneriffa 2013

Herzlichst, Sunny

Urlaub zuhause – ein Samstagsausflug über die B8

Auto- und Zugbrücke
Ich hatte diese Woche Urlaub.

Und eigentlich war geplant, zumindest einen Tag ans Meer zu fahren. Aber erst kam die Zeit, dann ein Fibro-Schub dazwischen. Und so saß ich da am Samstag und hatte Sehnsucht nach Weite und Wasser. Und dachte plötzlich: Wenn es schon nicht das Meer sein kann, warum dann nicht ein Fluss? Schließlich fließt hier ganz in der Nähe Freund Rhein vorbei!

Gedacht, getan. Ich schnappte mir ein Handtuch, meine Kamera und ein Notizbuch und fuhr die B8 hoch. Diese über 800 km lange Bundesstraße beginnt in Elten, an der holländischen Grenze, und führt bis nach Passau im Südosten. Dankenswerterweise kommt sie auf ihrem Weg ganz nah an meinem Zuhause vorbei, und nach einem Blick auf die Karte hatte ich gesehen, dass sie mich zuverlässig bis nach Rees am Rhein bringen würde.

Aber was soll ich sagen? Rees muss noch warten, ich hab es nur bis kurz hinter Voerde zum Ortseingang von Wesel geschafft. Denn da fuhr ich über die oben abgelichtete Brücke und erblickte die Lippe. Etwas schmaler als Freund Rhein, aber wunderschön gelegen zwischen Feldern und Bäumen. Also parkte ich und suchte mir meinen Weg zum Ufer. Ein aufgeschütteter Kiesweg endete da, wo der Fluss vorbeifloss. Und da lag ich dann.

WeiteÜber mir wehte der Wind in einer Pappel. Neben mir rauschte der Fluss. Um mich herum zirpten Grillen. Und ganz, ganz manchmal fuhr ein Zug über die Brücke. Eine andere Geräuschkulisse als das Meer, aber auch natur“gewaltig“. Die Luft roch nach Wasser und Grün. Ich konnte nicht anders als tief einatmen. DURCHatmen.

Aber ich lag nicht nur herum. Ich ging auch auf die Pirsch. Ein paar Enten verweigerten mir konsequent ein Foto, indem sie immer genau dann abtauchten, wenn ich auf den Auslöser drückte. Aber ein paar wunderhübsche kleine Pflänzchen reckten im Kiesbett ihre Blätter der Sonne entgegen. Und die waren ein williges Fotomodell.

Ich habe gar nicht bemerkt, wie die Zeit verging. Ich lag in der Sonne, hielt dann wieder die Nase in den Wind und schrieb ein paar Gedanken in mein Notizbuch.

Wer sich in Duisburg und Umgebung etwas auskennt, weiß, dass es hier auch ein paar ansehnliche Seen gibt. Und ich mag Seen, keine Frage. Alles, was Wasser ist, bringt mich zum Innehalten und Schwärmen, auch Schneefelder. Aber es musste diesmal fließendes Wasser sein. Wasser in Bewegung. Ich glaube, weil es besser ist zum Gedanken fließen lassen. Stehendes Gewässer verleitet mich immer zum Verweilen. Wasser in Bewegung bringt auch mich, meine Gedanken, vorwärts. Und es vermittelt ein Gefühl von Freiheit. Den Gedanken, jetzt aufstehen und losgehen zu können, irgendwo hin. Manchmal brauche ich das. Manchmal möchte ich nicht verweilen.

Als ich mich schließlich wieder auf den Rückweg machte, vollgesogen mit frischer Luft und Wasser – und Windrauschen, bekam ich dann doch noch mein Vogelmotiv. Vielen Dank an dieser Stelle an die hübsche Möwe, die erst wegflog, als ich sie verewigt hatte.

Fazit: es muss nicht immer das Meer sein (obwohl es unbestritten meine große Liebe bleibt). Der Niederrhein ist auch schön. Und vielleicht fahre ich das nächste Mal ja wirklich nach Rees. Bis dahin trage ich erstmal den Nachmittag an der Lippe mit mir.

Ausblick I

 

Einmal Baumkuchen mit Ente, bitte – Limburg und Offenbach

Es gibt nicht viel, das ich für weniger verschwendete Zeit halte als das Bahnfahren. Schifffahren, vielleicht.                                      

Sunny – irgendwo zwischen Koblenz und Limburg

 

Am Wochenende (und Montag) vom 02.-04.08. war ich bei der lieben Anny zu Besuch. Und da Bahnfahren sich bei mir um den ersten Platz der Reisemittel mit dem Schiff streitet und eine Bahnkarte leichter zu bekommen ist als eine Schifffahrt zu einem bestimmten Ort, fiel meine Wahl auf den Zug, um zunächst nach Limburg an der Lahn zu gelangen. Das liegt quasi auf dem Weg von Duisburg nach Offenbach, und Anny hatte mir von der Altstadt und dem Baumkuchen vorgeschwärmt. Also kamen meine Kamera und ich (<< mit knurrendem Magen) um 13:13 Uhr (!!!) in Limburg am Bahnhof an, wo Anny bereits wartete, und auf ging es in die Altstadt.

 

In meine umherschweifenden Blicke mischte sich aber immer wieder nachdrücklich mein Magenknurren, und so steuerten wir schließlich das Café Kosmol an. Nicht nur, dass es sehr hübsch liegt zwischen Fachwerkhäusern und einer kleinen Kapelle, der Baumkuchen war so… lecker! Es gibt kein treffenderes Wort, ich könnte höchstens noch weitere Adjektive einfügen… aber „lecker!“ trifft es einfach. Wir haben uns beide für die Variante „mit einer Kugel Vanilleeis und Früchten der Saison“ entschieden, und es ist nix übrig geblieben.

Gestärkt ging es dann weiter zum Limburger Dom. War schön, aber nicht umwerfend. Das schmiedeeiserne Tor an der Seite, das in Park führte, fand ich schöner.

 

Nach dem Besuch in Limburg stürmten wir noch einen Flohmarkt, den „Farbenfabrik Flohmarkt No. 18“ in Frankfurt. Und ich Nuss hatte meine Kamera dafür NICHT dabei. Leider. Es war nämlich ein richtig, echter Flohmarkt mit viiiiel Klamotten und hübschem Zeug, alten Büchern, Schallplatten und Dekokram. Nach zwei Stunden saßen wir dann erschlagen im Auto auf dem Weg nach Offenbach. Soo viele Eindrücke… aber es hatte sich gelohnt. Ich habe zwei Bücher, eine Jacke und einen Schmetterlingsgürtel erbeutet, und zu dem Gürtel gab es ein Schmetterlingshaarspängchen dazu ❤

Das Wichtigste vom Gürtel (die Schnalle) ist zu sehen, oder...?

Das Wichtigste vom Gürtel (die Schnalle) ist zu sehen, oder…?

rechts neben der schwarzen Blüte sitzt der Schmetterling. Echt.

rechts neben der schwarzen Blüte sitzt der Schmetterling. Echt.

Außerdem war ich das erste Mal seit Annys Umzug wieder bei ihr zuhause und die Wohnung, die vorher ein Kartonchaos war (wie üblich bei Umzügen…), war nicht mehr wiederzuerkennen… Am meisten geflasht hat mich Annys Kommode… selfmade (das Design, darunter versteckt sich Kiefernholz vom Schweden):

Kommode CD & HörnchenGanz arg gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit dem „Anti-Stress-Hörnchen“, das ich Anny aus Teneriffa mitgebracht hatte 🙂

Den Abend haben wir mit einem köstlichen Salat und dem Film „Shoppen“ verbracht. Das Rezept zum Salat kommt demnächst, und der Film ist super! Angucken, lachen und mitleiden!

Am Sonntag waren wir frühstücken und haben uns dann, trotz kurzer Regenschauer, an den Main gewagt. Dort fanden wir stillgelegte Gleise, Tropfen auf allem vom Regen und Enten. VIELE Enten. Und haben herausgefunden, dass Offenbach am Meer liegt. Soso.

 

Danach packte uns nochmal das Filmfieber… Vier waren es insgesamt, zwei möchte ich hier ans Herz legen: Verschwende Deine Jugend und Vincent will Meer . Ersterer mit genialem Soundtrack mitten aus dem Lebensgefühl der 80er, einem herrlich abgehobenen Robert Stadlober und überzeugenden Tom Schilling:

Und Zweiterer einer der unkitschigsten und ehrlichsten Filme (ohne zu verstörend zu wirken) über Handicaps welcher Art auch immer, die ich bisher gesehen habe. Florian David Fitz at his best:

 

Über den Shoppingtrip in Offenbach-City am Montagmorgen breite ich mal lieber den Mantel des Schweigens… wieso findet man immer was zum Anziehen (und so viel?!), wenn das Geld gerade etwas knapp ist…? Nunja.

Mittags war Anny so lieb, mich bis nach Frankfurt zu fahren und von dort hieß es dann Limburg -> Koblenz -> Duisburg. Ich weiß ich wiederhole mich, aber bahnfahren ist so toll (auch wenn es durch das Umsteigen dann mal 5 Stunden dauert). Und Fotos aus dem fahrenden Zug schießen auch. Weil Special Effects ohne Aufwand.

Hach. Ich freu mich jetzt schon auf das nächste Mal „unterwegs sein“, wohin auch immer es mich diesmal verschlägt.

unerwünschte Begleitung inklusive – mit Fibromyalgie auf Reisen

Gestern war es wieder soweit: ich habe mich durch diverse Fotos von Reisen geklickt (diesmal durch Abendstimmungen), die ich im Laufe der letzten Jahre aufgenommen habe (das Unterwegs sein ging von „ziemlich weit weg“ bis zu „nur um die Ecke“) und die Bilder sorgten dafür, dass ich mich zurück versetzt gefühlt habe. Dieses zurück reisen im Kopf ist etwas, das ich sehr liebe und häufig praktiziere und führt unweigerlich dazu, dass erneut Reisefieber ausbricht, denn

reisen schafft Inspiration.

Egmond aan Zee 2014

Niederlande, Egmond aan Zee, 2014

Portugal 2011

Portugal, Algarve,  2011

Teneriffa, Alcalá, 2013

Teneriffa, Alcalá, 2013

Für neue Idee, neue Texte, neue Sichtweisen, neue Fotos… die dann wieder beim „zurück reisen“ helfen. Und wenn man gerade mal keine Inspiration, sondern Erholung und einen freien Kopf braucht, schafft reisen auch das. Manche nennen es dann Urlaub. Aber es ist das „weg sein“-Gefühl, das all das auslöst. Das kann mir vermutlich jeder, der gern unterwegs ist, bestätigen.

Was packen wir alles ein? Vom Rucksack bis zum XXL-Trolley reicht der Platz, und was wir mitnehmen hängt von dem ab, was wir meinen, zu brauchen auf dieser Reise. Für einen oder zu zweit? Oder für die ganze Familie?

Ich packe grundsätzlich für zwei.

Und damit meine ich (leider) nicht den Liebsten. Auch wenn ich mich allein auf den Weg mache, um werte Menschen zu besuchen oder einfach nur, um mal wieder unterwegs zu sein, sitzt Madame schon auf der Tasche. Und mein Reisegepäck enthält dann neben den gewöhnlichen Dingen wie Badartikeln und Wechselwäsche grundsätzlich:

  • ein (nicht zu spannendes) Buch, um eventuell aufkommende Gedankenstrudel abzulenken
  • etwas Wärmendes für Nacken, Füße und Handgelenke (ja, auch im Sommer. Ohne dicke Socken geht nicht. Könnte ja abkühlen.)
  • Schmerzmittel

Das nimmt in der Tasche nicht sooo viel Platz ein. Aber in meinem Kopf.

Immerhin bin ich überhaupt wieder unterwegs.

Einige Zeit vor und auch noch nach meiner Diagnose war sogar längeres Autofahren schwierig. Weil plötzlich aufkommende Schmerzen in Händen oder Knien oder Druck im Kopf für Angstgefühle sorgten, und die wiederum für Verschlimmerung… wiedermal der Teufelskreis. Für mich, die ich „rauskommen“ schon immer toll fand, war das niederschmetternd. Ich wollte mir nicht diktieren lassen (müssen), ob und wann ich unterwegs sein dürfte. Dass das heute wieder möglich ist, hat viel mit meiner Therapie zu tun und dem, was ich dabei über mich gelernt habe.

Der Flug nach Portugal 2011 zum Beispiel war der reinste Horror. Der arme Liebste hat 4 Stunden damit verbracht, mich zu beruhigen und mich daran zu erinnern, ruhig zu atmen. Flugangst inklusive Negativ-Gedankenstrudel olé! In den neun Tagen, die wir dort waren, habe ich mehr als die Hälfte mit dem nahenden Schrecken des Rückflugs verbracht. Dabei war die Umgebung so traumhaft schön… mit einer Poolterasse direkt in den Felsen gebaut, unmittelbar darunter der Atlantik, es war ein Meertraum. Aber ich konnte an vielen Stunden des Tages nur an die Panik vor dem Flug denken. War nicht so erholsam.

Der Flug nach Teneriffa letztes Jahr war dann schon deutlich besser. Meine Flugangst hatte ich bearbeitet – mit Vorfreude. Nicht nur sollte die Reise nach Teneriffa gehen, und so weit im Süden war ich noch nie gewesen (ok, auch, weil es mich eigentlich eher in nördlichere Gefilde zieht… aber das ist eine andere Geschichte), sondern es war auch unsere Hochzeitsreise. Traumhaftes Hotel, direkt am Meer mit Blick auf La Gomera, wie sollte ich mich nicht unbändig darauf freuen? Also habe ich jedem vorbeifliegenden Flugzeug mit einem Lächeln nachgeschaut und mir das Glücksgefühl verinnerlicht, dass der Gedanke an die Hochzeit und die Flitterwochen in mir auslöste. Für den Flug selbst gab es außerdem noch einen Helfershelfer außer der Hand des Liebsten: mein iPad mit brandneuen Folgen der herrlich kitschig-unterhaltsamen US-Serie „Glee“ darauf. Viel Gesang, Musik und Herzschmerz. So schnell sind knapp fünf Stunden Flug noch nie vergangen, kann ich euch sagen. Die Fibro war chancenlos. Sie hat dann im Laufe der Tage auf Tenriffa ein paar Mal für Druckkopfschmerzen gesorgt, aber die meiste Zeit hat mein Glück über diese wunderschöne Insel und den Mann an meiner Seite die Schmerzen quasi in den Hoteltresor gesperrt. Ha!

Und so ein spontaner Egmond-Besuch wie dieser hier mit Jasmin ist inzwischen so ein fester Bestandteil meines Lebens geworden, dass die Fibro nur noch mitkommt, weil sie muss. Ich habe den Spieß quasi umgedreht. Es ist nicht mehr so, dass ich denke „Oh nein, die olle Zicke sitzt auch schon wieder im Gepäck“, sondern dass ich mich gut fühle, weil ich weiß, dass mein Reiseglück ganz oft größer ist als der Schmerz.

So ist das nämlich. Ich kann am allerbesten entspannen, wenn es mir gut geht, und das gilt eben auch  besonders für die Reiselust. Denn dann kann ich mich getrost umdrehen und etwas neues entdecken und Ideen haben und tiiiieef einatmen – und die Fibro kann mir gestohlen bleiben.

Deutschland, Lindau, 2014

Deutschland, Lindau, 2014