Neues Jahr…

neues Glück?

Ihr Lieben,

da steht tatsächlich schon der Jahreswechsel an, und dabei weiß ich noch genau, wie das Jahr 2015 angefangen hat… aber bei allem, was inzwischen so passiert ist, ist es vermutlich auch kein Wunder, dass die Zeit so schnell vergangen ist.
Anfang des Jahres hatte ich zwei Vorsätze, die ich gerne umsetzen wollte, 1. besseres Zeitmanagement, und 2. mehr Bewegung. Beides, muss ich ehrlich zugeben, habe ich nur mäßig umgesetzt, oder, je nach Umstand, umsetzen können. Trotzdem tut es gut, einen Vorsatz zu haben, finde ich. Es lässt zumindest mich anders auf das kommende Jahr blicken, mit einem konkreten Ziel, sozusagen.

Mein Vorsatz für das Jahr 2016 klingt simpel: glücklich sein.
Trotzdem wisst ihr vermutlich auch aus eigener Erfahrung, dass das so leicht gesagt ist, aber nicht immer genauso spielend umgesetzt. Es wird sich so viel ändern in meinem Leben (hier habe ich euch erzählt, was die vermutlich größte Veränderung sein wird), und bei aller Vorfreude sind da natürlich auch Ängste und Unsicherheiten, Fragen, die mir eigentlich niemand beantworten kann, denn es gibt zwar Erfahrungen, aber wie es letzten Endes wird, weiß niemand.
Das Glück auch in kleinen Dingen zu finden hat immer zu meinen Stärken gehört, und wenn ein großes Glück meines Weges kam, habe ich es bisher (glaube ich zumindest) immer mit offenen Armen empfangen und nicht einfach vorüber ziehen lassen. Aber nächstes Jahr geht es mir vor allem um das Glück, das in mir ist. Nicht eins, das mir von außen angetragen wird, sondern eine Zufriedenheit und Sicherheit, die aus mir heraus kommt und mir auch dann Stärke geben kann, wenn von außen gerade mal ein Gewittersturm droht. Es geschieht so schnell, dass man dieses innere Glück aus den Augen verliert, gerade dann, wenn man von außen mit schönen Dingen überflutet wird. Dann sonnt man sich darin und freut sich, und wenn dann wieder dunkle Wolken aufziehen… ist die Sonne von außen weg. Und dann? Sitzt man da im T-Shirt und friert.
In solchen Momenten braucht man die innere Gewissheit, dass trotzdem alles gut ist oder zumindest auf jeden Fall wieder werden wird, den höchsteigenen inneren Kuschelpulli, sozusagen. Und ich kann mir schon heute ziemlich gut vorstellen, dass im neuen Jahr so einige Momente kommen werden, da es die äußere Sonne schwer haben wird, sich durch einige graue Wolken zu kämpfen. Für diese Momente möchte ich mir meinen neuen Vorsatz besonders zu Herzen nehmen. Glücklich sein. Von innen und außen.

Ich wünsche euch einen „guten Rutsch“, ihr Lieben. Ich weiß nicht, wie oft wir uns im neuen Jahr lesen werden, denn auch hier kann ich mir nur etwas vornehmen (weiterhin einigermaßen regelmäßig ein Puzzleteilchen anzufügen), aber natürlich nicht wissen, wie gut das tatsächlich klappen wird. Da aber das Schreiben auch zu den Dingen gehört, die mich glücklich machen, bin ich da ganz zuversichtlich.

Lasst es euch gut gehen und bis bald!

Herzlichst, Sunny

Herbst in Duisburg

Ihr Lieben,

morgen ist schon der 1. Advent… und ich freue mich wie jedes Jahr sehr auf die Weihnachtszeit.
Aber wie schnell die Zeit verflogen ist! Es ist ja immer so, dass die Tage nur so vorbeiziehen, wenn besonders viel passiert, und dieses Jahr gab es zwar ne Menge Arbeit, aber auch schöne Urlaube und Kurztrips, geteilte Freude und ein besonders großes Ereignis… und da sitze ich nun mit einem Adventskranz auf dem Tisch und endlich meiner geliebten, kalten Luft draußen vor der Tür.
Das Jahr neigt sich bereits dem Ende zu, und ich hab manchmal das Gefühl, gar nicht mitgekommen zu sein. Dann hilft es aber, sich zurück zu lehnen und nochmal alles Revue passieren zu lassen. Sich zu erinnern an die vielen Groß-und Kleinigkeiten, und dann macht die vorbeigeraste Zeit plötzlich Sinn. Und ich kann mich freuen über alles, was schon geschehen ist und auf das, was noch kommt.

Bevor Weihnachten und damit auch der Winter aber endgültig Einzug hält, habe ich noch ein paar Herbstimpressionen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Gesammelt in meiner Heimat an einigen der wunderschönen Tage, die uns der Oktober und November beschert haben. Und da soll nochmal einer sagen, in Duisburg (oder im Pott ganz allgemein) isses nich schön!

Duisburg-Neumühl Grüner PfadDuisburg-Neumühl Theodor-Heuss-Str.
beide Bilder in Duisburg-Neumühl, oben „Grüner Pfad“, unten „Theodor-Heuss-Str.“

Duisburg-Bergheim, Essenberger Bruch

Duisburg-Bergheim, Essenberger Bruch

beide Bilder in Duisburg-Bergheim, Essenberger Bruch

Duisburg-Innenhafen, Blick auf den Stadtwerketurm, die Salvator-Kirche und Rathaus Duisburg-Innenhafen, Herbstrot Duisburg-Innenhafen, Promenade Duisburg-Innenhafen, Herbstorange

alle Bilder im Duisburger Innenhafen, in der Abendstimmung.

Hach, Herbst. Mach es gut, bis nächstes Jahr.

Und jetzt wünsche ich euch ein wunderbares 1. Advent-Wochenende!

Herzlichst, Sunny

11 Fragen, 11 Antworten – Sunny und der „Liebster-Award“

Ihr Lieben,

so oft hatte ich noch gar nicht das Vergnügen, für einen Blogaward nominiert zu sein (zwei Mal, um genau zu sein, hier und hier könnt ihr schauen, was ich zum Thema „7 Fakten über mich“ zu sagen hatte), aber nun ist wieder eine Nominierung ins Haus geflattert, und zwar von der lieben Frauke, deren Blog „Fräuleins wunderbare Welt“ einer ist, den ich sehr gerne lese und in dem ich viel stöbere, da Frauke sehr offen und ehrlich über ihr Leben, ihre Erkrankung und ihren süßen Hund Mina schreibt.
Hier sind also Fraukes 11 Fragen des „Liebster-Awards“, und die beantworte ich mit Freuden.

1.) Welche ist deine liebste Jahreszeit?
Herbst! Herbst, Herbst, Herbst!!! Und gerade in der letzten Zeit habe ich ihn sehr genossen, mit seinem Nebel am Morgen und der immer noch wärmenden Sonne am Tag und den wunderschönen, roten Sonnenuntergängen. Aber ich freue mich auch auf nassere, kältere Tage, die dann zum Einkuscheln auf der Couch, heißen Tee und einem guten Buch einladen. Hach.

Herbst in Duisburg2.) In welchem Monat bist du geboren und hat dich das irgendwie geprägt?
Im November 🙂 Und ja, ich glaube schon, dass mich das geprägt hat. Der November ist ein Monat, den viele nicht so mögen, weil er oft nass und kalt und noch (fast) ohne Weihnachtsglanz daher kommt. Aber ich habe mich immer auf ihn gefreut, weil ich mich auch (immer noch und hoffentlich für den Rest meines Lebens) sehr auf meinen Geburtstag freue. Ich sage immer, ich bin ein echtes Herbstkind.

3.) Wie zelebrierst du den Herbst?
Wenn die Sonne scheint, zieht es mich raus, mit Kamera und gerne mit Hund, am liebsten ans Wasser, einen See oder Fluss, oder in den Wald. Mit den Füßen im Herbstlaub rascheln, mich an den herrlichen Farben freuen und zwischendurch immer mal wieder stehen bleiben und die Nase in die Sonne halten. Wenn das Wetter eher grau und/oder nass ist, dann gerne wie oben beschrieben mit Tee, Couch und Buch oder Film. Ich backe dann auch gern und freue mich an dem Duft aus dem Ofen.

4.) Kerzen oder Glühbirnen?
Wenn es irgend geht, immer Kerzen! Zum lesen leider schwieriger, aber dann bevorzuge ich immer noch das Licht aus mehreren, schwächeren Glühbirnen mit warmen Licht als gnadenlos jede Ecke ausleuchtendes Flutlicht.

5.) Wo wohnst du und was gefällt dir an deiner Heimatstadt am besten?
Ich wohne in Duisburg und komme ursprünglich aus Oberhausen, bin also in direkter Nachbarschaft geblieben. Duisburg hat ja keinen besonders guten Ruf bei vielen Menschen, die ich kennenlerne, und ich weiß selbst, dass es durchaus eher uncharmante Ecken hat… aber mal ehrlich, welche größere Stadt hat keine? Ich habe Duisburg in den Jahren, die ich jetzt hier lebe, besser kennen und lieben gelernt, und mir gefällt am besten, dass es hier so viele Stellen gibt, die ruhig und grün sind und man trotzdem so schnell wieder in der Stadt und mitten im Geschehen ist.

6.) Welchen Park/Grünanlage/sonstiges draußen bei dir in der Nähe sollte ich mir unbedingt mal ansehen?
Ich wohne direkt um die Ecke vom Landschaftspark Nord, den muss man meiner Meinung nach gesehen haben, am besten abends bei voller Beleuchtung. Wirklich toll finde ich auch das Waldgebiet an der Wedau mit seinen Seen und die Regattabahn.

7.) Gibt es ein Lied über deine Stadt und wenn ja, welches?
Öh. Über Duisburg kenne ich keins, müsste ich nachgoogeln. Aber über Oberhausen gibt es eins von den Missfits, nämlich dieses hier:

8.) Wann fängst du mit der Weihnachtsdeko an?
Pünktlich zum ersten Advent. Vorher freue ich mich zwar auch schon an Lichtern und Co., aber bei mir zuhause zieht die Deko vier Wochenenden vor Weihnachten ein. Und ich achte auch darauf, sie nach Heilige Drei Könige wieder abzubauen. Irgendwie möchte ich, glaub ich, dass die Weihnachtszeit etwas Besonderes bleibt. Ich überlade die Wohnung auch nicht, sondern lege eher Wert auf einen präsenten Adventskranz und besonders schöne Kerzen oder Lichterketten im Fenster. Diese ganz bunten, blinkenden Dinger sind nichts für mich. Und ich freue mich auch jedes Jahr auf den Weihnachtsbaum. Ein paar Jahre lang hatte ich keinen und letztes Jahr endlich wieder, das war so schön.

9.) Ab wann isst du Weihnachtsgebäck?
Ebenfalls erst ab Advent. Klar gibt es das schon ab September im Supermarkt, aber da weigere ich mich. Weihnachtsgebäck gehört für mich eben erst in die Weihnachtszeit. Ich backe auch erst dann selbst Plätzchen. Dafür dann aber reichlich.

10.) Was ist dein liebster Weihnachtsfilm?
Oh, da gibt es so einige. Aber wenn ich den rauspicken müsste, den ich am längsten kenne und liebe und immer wieder rauskrame, wäre es „Während Du schliefst“. Denn kann ich zwar mitsprechen, aber er verliert seinen Zauber trotzdem nie.

11.) Stelle dir selbst eine Frage und beantworte sie.
Hast Du auch ein liebstes Weihnachtslied?
Ich mag die traditionellen Weihnachtslieder sehr gerne, allen voran „Oh Du Fröhliche“ und „Süßer die Glocken nie klingen“, aber auch modernere wie „Driving home for Christmas“ oder „Wintersong“. Mein wirklich allerliebstes Weihnachtslied habe ich allerdings erst vor zwei Jahren kennen gelernt, und das mit meinem Chor zu singen oder es von jemand anderem zu hören ist wirklich etwas ganz Besonderes: https://www.youtube.com/watch?v=obe3cAApvGM
Meine Gänsehaut/Pipi in den Augen-Stelle beginnt ab Min 2:50…

So. Und nun erfordert es die Tradition, dass ich weitere Blogger nominiere und mir 11 neue Fragen überlege. Ich nominiere

Steffie
Sabrina
Steffi

und würde von euch gerne wissen:

1) Welches Deiner bisherigen Lebensjahre dürfte sich gerne immer (oder zumindest eine zeitlang) wiederholen?
2) Welches Bild hast Du bei dem Stichwort „meine Kindheit“ als erstes vor Augen?
3) Bist Du gerne zur Schule gegangen und wenn ja, wieso bzw. wenn nein, wieso?
4) Wusstest Du schon früh, was Du später „werden“ möchtest oder hat sich das eher im Laufe der Zeit gezeigt?
5) Seit wann ist das Bloggen in Dein Leben getreten?
6) Welche Art von Blogs liest Du am liebsten?
7) Reist Du gerne und wenn ja, wohin?
8) Rucksacktour oder Hotel?
9) Bist Du ein Stadt- oder Landmensch?
10) Wo siehst Du Dich selbst in 5 Jahren?
11) Stelle Dir selbst eine Frage und beantworte sie.

Ich freue mich, wenn ihr mitmacht!
Herzlichst, Sunny

Berge sind wunderbar – aber mit Wasser sind sie perfekt! Österreich Juni 2015 Teil 2

Ihr Lieben,

nur knapp fünf Monate nach dem Urlaub kommt also nun der zweite Teil unserer Zeit in Österreich 🙂 aber was soll ich sagen, die Erlebnisse, Erinnerungen und Bilder sind jetzt immer noch genaus so schön.

Wie ich euch hier im ersten Teil erzählt habe, war die Begehung der Eishöhle anstrengend und eher nicht so prickelnd. Deswegen sollte der nächste Tag im Zeichen des Umherschlenderns und Schauen stehen, und so machten wir uns auf nach Salzburg.
Das war der einzige Tag unseres Urlaubs, an dem das Wetter mal so gar nicht mitspielen wollte, der Himmel hartnäckig bedeckt blieb und uns eher drückende Luft bescherte. Aber dafür gab es soviel zu sehen!

Am meisten beeindruckt hat mich das Domquatier (das ich ohne den Liebsten gar nicht besichtigt hätte, muss ich hier zugeben), wo aber auch an vielen Stellen diensteifrige Menschen herangewuselt kamen, um mir mitzuteilen, das fotografieren nicht so erwünscht sei. Deswegen gibt es nur wenige Bilder aus den Räumen und Ausstellungen, aber es lohnt sich!
Von der Innenstadt und den Gässchen haben wir leider nicht so viel gesehen, da die Straßen voller Baustellen und trotzdem vollgestopft mit Touristen waren. Da mochte ich mich nicht lange aufhalten. So richtig geruhsam war der Tag also nicht gewesen, aber dafür mit vielen tollen Eindrücken aus der Künstlerstadt.

Der nächste Tag schrie beim Liebsten und mir gleichermaßen „Ihr habt Urlaub, verdammt! Macht doch mal was langsamer!!“ Jo. Haben wir gemacht. Lange geschlafen, wie immer lecker auf der Hotelterrasse mit Blick auf den Zeller See gefrühstückt und erstmal Seele baumeln lassen. Heißt übersetzt, ich hab auf dem Balkon gelesen und der Liebste etwas fern gesehen. Bei herrlichem Wetter wollten wir aber trotzdem nicht den ganzen Tag im Hotel hocken bleiben und machten uns deswegen um die Mittagszeit herum auf, zu Fuß am Zeller Zee entlangzuwandern. Das wir einmal ganz rum kommen würden, erschien uns zugegebenermaßen eher unwahrscheinlich, aber immerhin knapp die Hälfte haben wir geschafft und sind in Thumersbach in ein sehr süßes Bistro direkt am Wasser eingekehrt. Ein paar Tierbabys durfte ich auch verzückt anquietschen. Da es kaum rauf und runter ging auf der Strecke, hab ich meine Füße erst so richtig gemerkt, als wir nachmittags wieder in Zell am See ankamen.

Abends haben wir einfach im Hotel einen kleinen Snack genommen, um der Gemütlichkeit des Tages die Krone aufzusetzen. War auch mal schön.

So erholt durfte der nächste Tag gerne wieder ereignisreicher werden, oh, und das wurde er auch! Zuerst ging es in noch eine Klamm, da uns der erste Ausflug in eine solche so gut gefallen hatte. Die Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun entstand vor 14.000 Jahren durch einen Gletscher und ist stellenweise 32 Meter tief. Das wollten wir uns näher anschauen und bei der Gelegenheit direkt auch um den oberhalb gelegenen Klammsee laufen. War das herrlich! Aber schaut selbst:

Da wir relativ früh aufgebrochen waren, kamen wir am frühen nachmittag wieder am Auto an, und ich sprach zum Liebsten: „Da waren vorhin Schilder zu den Hochgebirgsstauseen. Können wir da noch vorbei fahren?“ Klar konnten wir das, und unsere Annahme, dass man in einem nahen Parkhaus bleiben und dann einfach zu diesen Seen laufen können würde, wurde rasch zerschlagen, als wir an einem Busparkplatz ankamen und lasen, dass es Fahrten zu den Stauseen gab. Mit eben diesen Bussen, etwa jede halbe Stunde. Von der Zeit passte das hervorragend, und mein wasserliebendes Herzchen schlug sogleich höher.
Da gab es nur eine Sache zu bedenken. Lasst es mich so ausdrücken, der Liebste ist nicht soo versessen auf Busfahrten an Schluchten entlang, auf der schmalen Straßen. Ich im Grunde genommen auch nicht, aber ich kann mich mit tollen Aussichten prima ablenken. Der Liebste eher nicht so. Trotzdem sagte er: „Komm, wir machen das jetzt!“ und so saßen wir ein paar Minuten später im Bus (ich am Fenster, natürlich) und es ging los. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde, die Aussichten waren in der Tat grandios (außer in dem Teil, in dem es durch einen Tunnel im Berg ging. Immerhin etwa zehn Minuten. Da waren die Rollen dann vertauscht, der Liebste entspannte sich (wo kein Abgrund, da kein Runterfallen möglich) und ich wünschte mich arg verspannt ans Tageslicht zurück) und dann… die Hochgebirgsstauseen. Ich habe unzählige Fotos gemacht, aber irgendwie kann keines das Gefühl einfangen, da oben zu stehen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie still es dort ist! Ich saß eine ganze Weile einfach am Rand des Mooserboden und habe nur geschaut und gelauscht. Obwohl wir wahrlich nicht die einzigen Besucher waren, haben sich die Menschen großzügig verteilt und die Ruhe war in großen Teilen wirklich genau das.

Wenn ich heute daran denke, kann ich das immer noch fühlen. Der Liebste eher nicht so.

Der letzte Tag, bevor es heim ging, war mit wechselhaftem Wetter angekündigt, und uns war nach etwas, das schöne Eindrücke hinterlassen, aber vielleicht nicht sooo anstrengend sein würde. Deswegen fiel die Entscheidung relativ schnell auf die Hochalpinstraße, die wir je nach Lust und Laune durchfahren konnten oder eben nicht.  Leider lief es auf „oder eben nicht“ heraus, aus drei Gründen: das Wetter wurde unfreundlicher, der Himmel zog sich zu, und auf ein Gewitter auf über 2000 m Höhe hatten wir irgendwie keine Lust, die Bremsen unseres kleinen Autos fingen an, stinkend zu protestieren, und ich hatte, nachdem ich den Urlaub doch so gut und tapfer überstanden hatte, doch eine kleine Panikattacke und mochte mich lieber wieder dem Tal annähern. Ein paar Fotos hab ich trotzdem gemacht, und ich würde die Strecke auch mit Sicherheit nochmal fahren, denn die verschiedenen Blickwinkel auf die Berge sind wirklich großartig. Das Verschwinden der Bäume, das häufige Auftauchen der Schneefelder, die vielen kleinen und größeren Wasserfälle, das ist echt sehenswert. Und für mich alten Schisser ist es besonders toll, dass alle naselang Parkplätze und auch recht häufig Raststätten aufgebaut sind. Die Preise sind natürlich auch hochalpin, aber für das panikgebeutelte Sunny-Herz zu verkraften. Wir sind am fast höchsten Punkt umgekehrt und haben es geschafft, unser röchelndes Auto heil nach unten zu bringen.
Und um dem Liebsten nochmal zum Abschluss so richtig Spaß zu gönnen, hab ich mich sogar auf eine Sommerrodelbahn gewagt… schööön langsam, natürlich.

Als es am nächsten Tag Richtung Heimat ging, hatte ich gemischte Gefühle. Wie der Titel schon sagt, Berge SIND wunderbar. Aber ich glaube nicht, dass ich auf Dauer zwischen ihnen leben könnte. Auf Besuch vorbei kommen, immer wieder gerne. Aber dann winke ich ihnen auch zum Abschied zu und bin nur ein bisschen wehmütig, weil ein schöner Urlaub zuende geht.
Die Rückfahrt von diesem Urlaub war trotzdem etwas ganz besonderes, denn außer ein wenig Wehmut und Freude auf zuhause hatte ich noch etwas im Bauch… eine Ahnung, dass wir nicht zu zweit, sondern zu dritt aus Österreich zurück kamen. Und das war ein mehr als gelungener Abschluss ❤

Wie ist das mit euch? Berge oder Meer? Oder beides, abwechselnd?

Herzlichst, Sunny

Große Erwartungen

Ihr Lieben,

meine Gesundheit hat mich wieder, und der Wunsch, etwas mit euch zu teilen, ist noch mehr gewachsen. Etwas, das mich seit einigen Monaten in Atem hält, und so wird es wohl bleiben. 

Ich befinde mich auf dem Weg in ein großes Abenteuer, eine Reise, für die man sich vermutlich nie vollständig ausrüsten kann… aber zum Glück habe ich liebe Menschen an meiner Seite, die mich unterstützen und mit denen ich über alles, was mich so beschäftigt, sprechen kann. Denn es gibt viele Fragen, Freuden und natürlich auch Ängste, und in solchen Momenten ist nichts so wertvoll wie ein offenes Ohr und ein guter Rat. Und wenn gar nichts mehr hilft, geht immer der Reinhard…

Die erste Stunde

Solange, wie ich leben mag,
Werd‘ ich die Stunde und den Tag,
Den Augenblick vor Augen haben,
Da sie dich mir winzig und warm,
Zum ersten Mal in meinen Arm,
Und in mein Herz zu schließen, gaben.
Für einen Augenblick lang war
Mir das Geheimnis offenbar,
Warst du Antwort auf alle Fragen,
Vom Sinn und Widersinn der Welt,
Der Hoffnung, die uns aufrechthält,
Trotz all‘ der Müh‘n, die wir ertragen.

Kein Dutzend Atemzüge alt
Und hattest doch so viel Gewalt
Und alle Macht über mein Leben,
So lang schon deinen Platz darin,
Und du vermochtest, ihm den Sinn
Zu nehmen oder neu zu geben.
Noch nie zuvor im Leben war
Mir unsere Ohnmacht so klar:
Wir können nur hoffen und bangen,
Da stehen wir hilflos herum
Und taugen zu nichts, als nur stumm
Dies Geschenk dankbar zu empfangen.

So hielt ich dich, sie war vollbracht,
Die lange Reise durch die Nacht
Vom hellen Ursprung aller Dinge.
Hab‘ ich geweint, oder gelacht?
Es war, als ob um uns ganz sacht
Ein Schicksalshauch durchs Zimmer ginge.
Da konnte ich die Welt versteh‘n,
Dem Leben in die Karten seh‘n
Und war ein Teil der Schöpfungsstunde.
Einmal im Leben sah ich weit
Hin über unsre Winzigkeit,
In die endlose Weltenrunde.

Ich freu mich wie verrückt… auch wenn die Reise im Februar vermutlich erst richtig los geht ❤

Minimaus insideIch weiß noch nicht, in wiefern dieses Puzzleteilchen meines Lebens auch Platz in den sonnenpuzzleteilchen einnehmen wird, aber das Glück und die Vorfreude sind gerade einfach so groß, dass ich euch davon erzählen wollte.

Beim nächsten Mal geht es dann wieder nach Österreich (da hat sich am Ende des Urlaubs der Beginn der großen Reise angekündigt…), denn ich möchte euch noch einige Bilder zeigen und Orte vorstellen, und der letzte Teil vom Soundtrack of my Life steht auch in den Startlöchern. Ich hab das Gefühl, dass ich nach den arbeitsreichen und aufregenden letzten Wochen und Monaten jetzt wieder Energie da ist, um euch wieder öfter ein sonnenpuzzleteilchen zu kredenzen 🙂

Aufgeregt und herzlichst, Sunny

Vom Zufrieden sein (können)

Ihr Lieben,

seit Wochen habe ich das Bedürfnis, diesen Post zu schreiben. Aber wie das manchmal so ist, kam mir das Leben dazwischen.
Erst war ich im Urlaub auf meiner geliebten Zauberinsel Juist und dann wurde ich krank. Das bin ich auch immer noch, aber ich muss diese Gedanken nieder schreiben, bevor der September vorbei ist. Das ist nämlich mein Lieblingsmonat, vielleicht hat er diesen Post sogar mit angestoßen, einfach weil er da war, und selten ist er so schnell verflogen wie dieses Jahr.

Wie ich euch hier erzählt habe, war dieser Sommer sehr turbulent und arbeitsreich für mich. Natürlich gab es auch schöne Momente an Wochenenden, mit Freunden und dem Liebsten, aber so richtig „runter kommen“ war nicht drin. Unter anderem habe ich den September noch mehr herbeigesehnt als sonst, weil ich am dem 12.09. Urlaub haben würde. Jedes Jahr steht der September für mich für beginnende Ruhe und Besinnlichkeit, für den Herbst, der meine liebste Jahreszeit ist, und seit zwei Jahren auch für den Hochzeitstag mit dem geliebten Mann. All das habe ich mir dieses Jahr noch mehr herbei gesehnt.
Und dann war er da, der September… und die gewünschte Ruhe mochte sich nicht einstellen, jedenfalls vorerst. Auf der Arbeit war der Stress nicht so vorbei wie gehofft und ich begann, die Tage bis zum 12. rückwärts zu zählen. Eigentlich bin ich sehr gut im Genießen (können), aber die Entspannung wollte nicht kommen. Bis dann in der Woche vor meinem Urlaub der erste Moment des „Oh, das muss ich aufschreiben!“-Moment statt fand:

der Liebste und ich renovieren gerade noch den letzten Teil unserer Wohnung, und dazu gehört auch der Balkon. Er hat das ganze letzte Jahr brach gelegen, mit alten Fliesen darauf und ohne Möbel, und wenn ich zuhause draußen sein wollte, dann im Garten. Nicht falsch verstehen, ich mag unseren Garten sehr. Aber morgens im Wohnzimmer einfach die Tür öffnen können und schon die frische Luft im Gesicht zu haben, ist großartig. Bisher mussten ein Esszimmerstuhl und der Klavierhocker herhalten, wenn ich auf dem Balkon sitzen wollte, aber nun haben wir endlich Möbel. Eine Rattancouch und einen Hängesessel.

BalkonfriedenUnd in diesem Hängesessel saß ich, an dem Abend, als er angekommen war, mit einem neuen Buch auf den Knien, im Garten rauschte der Wind in den Bäumen und da war sie plötzlich: die ersehnte Ruhe. Ich hab mein Buch sinken lasse und einfach erstmal tief durchgeatmet. So einfach ist das also, dachte ich. Ab in den Hängesessel und genießen. Auf einmal wurde mir wieder bewusst, wie gut es mir geht und wie dankbar ich sein kann für alles, was ich in meinem Leben habe. Das war ein wunderbares Gefühl.

Dann ging es an meinem ersten Urlaubstag sofort auf die Fähre zu meiner liebsten Insel. Ich habe euch letztes Jahr schon ausführlich vorgeschwärmt vom Töwerland, deswegen diesmal „nur“ einige Fotos und Gedanken:

Es ist jedes Mal auf’s Neue so, dass mich die Ruhe und andere Lebensgefühl dort gefangen nehmen. Ich liebe es, dass es einen zu nichts drängt – außer vielleicht, jeden Tag wenigstens einmal das Meer zu sehen, aber das ist da ja denkbar einfach.
Auch auf Juist gab es zwei ganz besondere „Das Leben kann so schön sein“-Momente. Zum einen, als wir auf dem Rückweg von der Domäne Bill einen Stop eingelegt hatten, weil die Freunde, mit denen wir diesmal dort waren, einen Aussichtspunkt am Hammersee sehen wollten. Da sind der Liebste und ich mit dem Paulehund einfach auf einer Bank am Wattenmeer sitzen geblieben, weil wir den Aussichtspunkt bereits kannten. Einfach sitzen, dem Wechselspiel von Wolken und Sonne zusehen und an nichts denken. Das kann man eigentlich überall, aber dort hatten wir endlich das Gefühl, dass es jetzt gerade passt. Dass sonst nichts erledigt werden muss, dass nichts anderes wartet.
Zum anderen an unserem letzten Tag vor der Abreise. Da war die Welt eigentlich ein grausamer Ort, zumindest für mich. Mir ging es nicht gut, und das Wetter war aber toll und ich wollte doch eigentlich… und schon wieder kam es zu so einer „Du musst doch aber“-Schleife, die einen in Stress versetzt. Den man sich selbst macht, und der ist genau genommen anstregender als Stress von außen. Als also alle Mit-Urlauber aufgebrochen waren, um den schönen Tag zu genießen, saß ich auf unserem Ferienwohnung-Balkon mit Wattenmeerblick, ein Buch, um mich zu beschäftigen und aus der Stress-Schleife zu holen… und die Sonne schien, und direkt neben mir im Baum klopfte ein Specht, und ab und zu fuhren Fahrräder mit lachenden Menschen drauf vorbei. Und ich beschloss, dass ich bescheuert war, mir selbst das „Nichts müssen“-Gefühl zu versauen, dass den Aufenthalt auf meiner Insel doch immer so besonders macht.

Es ist doch eigentlich Luxus, die Möglichkeit zu haben, nur zu sitzen und zu sein. Gerade im Moment gibt es unzählige Menschen, die das nicht können. Und es wäre leichtsinnig, nein, geradezu dumm, nicht ab und zu innezuhalten und den Augenblick auszukosten. Auf dem Balkon, im Urlaub oder einfach nur zuhause auf der Couch. Einfach mal den „Was ich nicht eigentlich noch alles haben und erreichen und machen wollte…“-Gedanken abschalten und dankbar sein, für alles, was man bereits hat. Genießen (können). Das wünsche ich euch, denn es tut so gut. Ich hatte es mal wieder für einige Wochen aus den Augen verloren, aber zum Glück nicht aus dem Sinn.

Es gibt noch so einiges mehr, was ich gern mit euch teilen würde, aber mein Krank sein macht sich wieder bemerkbar und ruft mich zur Ruhe. Und die habe ich doch schließlich gerade erst wieder gefunden, da will ich sie ja nicht warten lassen…
aber wir lesen uns bald wieder. Bis dahin genießt doch das herrliche Herbstwetter.

Herzlichst, Sunny

#mundaufmachen – muss jetzt sein!

Ihr Lieben,

seit Wochen krebse ich mit meiner knappen Zeit herum. Wie ihr wisst, stecke ich (noch) im Arbeitschaos und kann gesundheitsbedingt nicht immer so viel Energie aufbringen, wie ich gerne möchte. Deswegen wartet auch mein Bericht vom Sommerurlaub auf den zweiten Teil. Der muss aber noch länger warten. Denn ich muss mir jetzt mal Luft machen, und das hat nix mit Urlaub zu tun.

Selbst an einem Menschen, der politisch nicht sooo wahnsinnig informiert (oder auch oft interessiert) ist wie ich, kann das Thema Flüchtlinge dieser Tage nicht ungehört vorbei gehen. Und ich höre und lese Sachen, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Wut, Gewalt und Hass, Ablehnung und scheinbar harmlos-besorgte Kritik nehmen an zu vielen Stellen Überhand, und immer wieder steht der Satz „Deutschland den Deutschen“ oder „Ich bin ja kein Nazi, aber…“ im Zusammenhang. facebook ist ein Ort geworden, an dem braunes Gedankengut bedenkenlos abgesondert werden kann, denn es verstößt nicht gegen die Richtlinien. Promis, die sich öffentlich äußern, werden kritisiert, als „aufmerksamkeitsgeil“ oder mit dem neuen Lieblingswort der „Asylkritiker“ belegt, Gutmensch. Ich habe viele Berichte, Interviews und Stellungnahmen gelesen, Videos geschaut und immer wieder nur den Kopf geschüttelt. Dabei sollte es aber nicht bleiben.

Der Gedanke, meine Einstellung zu äußern, selbst etwas beizutragen, ist schon lange in meinem Kopf. Meine Überlegungen aber zu ordnen und in eine nachvollziehbare, reflektierte Reihenfolge zu bringen und niederzuschreiben, fiel mir schwer, was mich etwas überrascht hat; denn eigentlich kann mich so schnell nichts zum Schweigen bringen (Schweigen kann zu diesem Thema auch nicht die Lösung sein, darf nicht die Lösung sein). Und dann passierte es: eine meiner Blogowski-Kolleginnen veröffentlichte einen Beitrag (nicht der erste, übrigens, und es macht mich glücklich, dass wir eine Gemeinschaft sind, mit deren Meinung ich mich so wohlfühlen kann) den ich gelesen habe und dann dachte „Ja. JA, genau!“  Sie findet genau die Worte, die mich nicht fluten wollten. Bitte, besucht Christina auf ihrem Blog „Essen is fertich“ . Besser kann ich es einfach nicht sagen. Danke, liebe Christina, für Deine Worte. Mit Deiner Hilfe kann ich nun auch endlich etwas äußern, nämlich dass ich Deinen Post genauso unterschreibe und jedem zum lesen hinhalten werde.

Es ist genau so, wie Oliver Kalkofe in seinem Video deutlich macht: Andere Menschen so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, ist der Weg. Nicht Hass, Gewalt und Ablehnung.

bloggerfuerfluechtlingeMacht mit!

Herzlichst, Sunny

Berge sind wunderbar… aber mit Wasser sind sie perfekt! Österreich Juni 2015 Teil 1

Ihr Lieben,

zum Glück gibt es Speicherplatz.
Da ist es nun schon sieben Wochen her, dass der Liebste und ich aus unserem Sommerurlaub in den Bergen zurück sind, und endlich habe ich es geschafft, alle knapp 700 Fotos zu sichten. Uuuund ich habe die schönsten ausgewählt, um sie euch zu zeigen (ok, einige der Schönsten sind bereits in diesem sprachlosen Post gelandet. Aber hier kommt in zwei Teilen der Rest). Mit einigen begleitenden Worten, natürlich. Und wer danach nicht seine sieben Sachen packt, um selbst einmal Bergluft zu schnuppern (natürlich das Wasser nicht vergessen!), dem kann ich dann auch nicht mehr helfen.

Unser Hotel „Der Sonnberg“ in Zell am See machte seinem Namen alle Ehre. Es lag tatsächlich auf halber Höhe auf einem Berg (auf dem Weg zur Schmittenhöhe), und obwohl für alle neun Tage Gewitter angesagt war, sind wir nur einmal ein bisschen nass geworden und haben ansonsten Sonne satt genießen können.

Ausblick von unserem Balkon <3

Ausblick von unserem Balkon ❤

An unserem ersten Tag brachen wir auf, um Zell am See zu erobern. Was soll ich sagen? Nach einer halben Stunde waren wir einmal durchs Dorf gelaufen und es war noch nichtmal Mittag. Nicht falsch verstehen, Zell am See ist ein hübsches Örtchen. Aber eben auch nicht besonders groß. Da wir von unserem Hotel aber zur Begrüßung die „Zell am See/ Kaprun-Card“ ausgehändigt bekommen hatten und das allerlei Vergünstigungen mit sich brachte, beschlossen wir kurzerhand, bei dem schönen Wetter auch mal von oben auf den See zu schauen. Also ging es hinauf zur Schmittenhöhe, die Fahrt war für uns nämlich kostenfei. Seilbahnfahren und ich, wir sind nicht gerade die besten Freunde, aber die Fahrt war recht angenehm, weil größtenteils nicht besonders hoch über dem Boden, und es war eher nicht windig. Und wir wurden mit einem tollen Ausblick belohnt.

Einen kleinen Mittagsnack gönnten wir uns auch noch. Und dann fiel unser Blick wieder auf die Uhr.
Noch nichtmal Nachmittag!
Wieder ins Hotel? Auf keinen Fall!
Den Berg zu Fuß runter? Öööööh. Hab nur dünne Turnschuhe an. Hust.
Also mit der Seilbahn runter und in unsere Infobroschüre geschaut, was noch in der Nähe war. Eine Klamm!
Die Liechtensteinklamm, um genau zu sein. Und der Liebste war noch nie in einer gewesen (und mein letzter Besuch in einer lag bereits 11 Jahre zurück), also fuhren wir schnurstracks nach St. Johann, nur etwa 20 Minuten vom Zeller See entfernt.
Wer schonmal in einer Klamm war, kennt das Gefühl, das einen beschleicht, wenn sich die Felswände das erste Mal über einem zu schließen scheinen. Es ist wie in einer anderen Welt, wo nur Wasserrauschen herrscht und kühle, feuchte Luft. Es war herr-lich!

Liechtensteinklamm I

Liechtensteinklamm I

Liechtensteinklamm II

Liechtensteinklamm II

Als wir nach etwas über zwei Stunden wieder herauskamen waren wir uns dann auch einig, dass das endlich ein würdiger Abschluss für den ersten Tag sei. Unnötig zu erwähnen, dass wir geschlafen haben wie die Murmeltiere.

Der zweite Tag führte uns nach Krimml, zu den Krimmler Wasserfällen. An diesem Tag hatte ich wohlweißlich meine Wanderschuhe angezogen, denn es galt einige Höhenmeter zu überwinden. Wenn man möchte (und kann!), geht es 380 m in die Höhe, in Sepentinen den Berg hinauf, mit verschiedenen Aussichtspunkten. Man startet vom Parkplatz aus bei 1076 m ü.d.M.. Bis nach ganz oben haben wir es nicht geschafft (Kondition am 2. Urlaubstag: eher nicht für’s lange Wandern ausgelegt), aber immerhin  bis zur ersten Hütte, dem Gasthof Schönangerl auf 1300 m ü.d.M..

Ausblick vom Parkplatz zum Gasthof Schönangerl

Ausblick vom Parkplatz zum Gasthof Schönangerl

Nach einer zünftigen Mittagszeit sind wir noch ein kleines Stück weiter gewandert zu einer wunderbaren Aussicht auf einen der oberen Fälle, aber dann haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Es war atemberaubend, so nah an diesen fallenden Wassermassen zu stehen und das Donnern zu hören… ich hätte Stunden nur dort stehen und schauen können, aber dieser Tag war leider auch der, an dem wir etwas nass wurden, also haben wir den Rückweg zum Auto auf den letzten Metern dann doch beschleunigt. Aber es war ein faszinierendes Erlebnis.

Tag drei war ebenfalls wolkig und durchwachsen angekündigt, und wir waren vom Muskelkater angesprungen worden, der sich vor allem in den Beinen und im Allerwertesten festgekrallt hatte. Da sich auf unserer „What to see“-Liste auch eine Höhle befand, dachten wir uns „Hey, Wetter egal, Muskelkater egal, lass uns in eine Höhle steigen!“
Oh, wie wir diesen Gedankengang bereuen sollten…
Wir fuhren also nach Werfen in Richtung „Eisriesenwelt“, und auf der Fahrt konnten wir bereits einen Blick auf die Burg Hohenwerfen erhaschen, die auf einem Felsen mitten im Tal thront.

erster Blick auf Burg Hohenwerfen

erster Blick auf Burg Hohenwerfen

„Falls das Wetter sich halten sollte, können wir da ja nachher auch noch vorbei fahren“, sprach ich zum Liebsten.
Gutes, aber auch SEHR anstrengendes sollte sich aus diesem Satz ergeben…

Der Parkplatz in Richtung Eisriesenwelt lag auf einem Berg, den unser armes, kleines Auto in Serpentinen erklomm. Gespannt betraten wir die (vermeintliche!) Eingangshalle, in der mich erstmal folgende Postkarte anstrahlte:

Die Eisriesenwelt... VOR dem betreten der Höhle als Wunsch in meinem Kopf

Die Eisriesenwelt… VOR dem betreten der Höhle als Wunsch in meinem Kopf

Sah das toll aus! Ich verschwand nochmal schnell für kleine Sunnys, und als ich wiederkam, hatte der Liebste bereits Karten gekauft und schaute irgendwie… sparsam. Auf mein Nachfragen druckste er etwas herum und sagte dann, dass wir zu der Höhle noch Seilbahn fahren müssten… aber nur zwei Minuten!
Oookay, nicht so schlimm…
Ja, und zur Seilbahn müssen wir noch etwas laufen… so zwanzig Minuten.
Hhhhmmmmjaaa. Nagut. Hilft ja nix.

auf dem Weg zur Seilbahn

auf dem Weg zur Seilbahn

Mit dem Muskelkater meines Lebens lief ich also los. Leider schon wieder bergauf. Der Weg zog sich zwischen den Bäumen dahin, die immer weniger wurden, da wir nicht mehr fern der Baumgrenze waren. Endlich, etwas schneller als gedacht, kam die Seilbahnstation in Sicht. Ich sagte ja bereits, dass ich Seilbahnfahren nur so mittelgut finde. Und wenn diese Seilbahn in einer winzigen, quietschenden Kabine fast senkrecht in die Höhe führt, über schroffe Felsen, finde ich Seilbahnfahren sogar richtig, richtig scheiße. Aber hey, nur zwei Minuten!
Tatsächlich nur zwei Minuten und eine Panikattacke später erreichten wir das Ziel. Dachten wir. Denn dann stand da ein Schild: „Fußweg zur Eisreisenwelt ab hier noch ca. 15 Minuten.“ Ich starrte auf das Schild und zerquetschte dem Liebsten fast die Hand.
„Wenn diese Höhle nicht total supermegaumwerfend ist, kriegen wir richtig Ärger, mein Freund!“
Er ist der eigentliche Höhlenfan von uns beiden, muss ich dazu sagen. Ja, ich hatte auch dorthin gewollt. Aber wie ich diesen Wunsch inzwischen bereute!
Werft nochmal schnell einen Blick auf die Postkarte. Das Bild ganz rechts. Man kann es nicht sooo gut erkennen. Aber das war die traurige Wahrheit, als wir um die Kurve hinter der Seilbahnhütte bogen:

Da. Ganz oben links. DAS ist der EIngang zur Höhle.

Da. Oben links. DAS ist der Eingang zur Höhle.

Da standen wir also, über der Baumgrenze, am Rand eines Berges, und erwanderten diesen Weg. Einzig der Gedanke an die toll ausgeleuchtete Höhle und die Tatsache, dass es darin schön kühl und entspannt sein würde, ließ mich die Strecke, wenn auch nicht ganz ohne „Mimimi, schlimmer Muskelkater“-Kommentare, hinter mich bringen. Endlich am Eingang angekommen wurden wir von einem freundlichen, jungen Guide in Empfang genommen, der folgende, verhängnissvolle Worte sprach: „Willkommen in unserer Eisriesenwelt! Jetzt haben sie die weite Strecke hinter sich gebracht, um die Höhle zu sehen, und deswegen haben wir extra für sie Stufen vorbereitet, nämlich 1400. 700 hoch und 700 runter.“
Diese Worte hingen noch ein wenig in der Luft, bis sie zu mir durchdrangen, und dann musste ich ein hytherisches Gekicher unterdrücken. STUFEN?! Was, WAS hatte ich nur Böses getan?
Wir bekamen Grubenlampen in die Hände gedrückt, die Warnung, dass es im Eingang sehr windig sei, da die kalte Luft im Berg in die warme Luft draußen strömen würde, stemmten uns gegen den kleinen Sturm und dann fiel mit einem Donnern die Tür hinter uns zu. Und dann, endlich, sahen wir… nichts. NICHTS. Außer den kleinen, flackernden Lichtern der Grubenlampen.
Um es ab hier etwas abzukürzen: Die Höhle ist groß, sehr kalt, und sehr sehr dunkel. Die Eisskulpturen, die allerdings komplett natürlich gewachsen und deswegen zumindest einigermaßen faszinierend sind, sind mitnichten angeleuchtet wie auf der Postkarte. Der Guide entzündet ein Lichtlein, wenn man nach Minuten völliger Dunkelheit an einer Skulptur angekommen ist, und 45 Sekunden kann man „Aaaaah“ und „Ooooh“ machen (wenn man nicht völlig angenervt und ausgelaugt ist wie ich), und dann wird es wieder dunkel. 70 Minuten lang. Und man weiß die ganze Zeit, dass noch der Rückweg draußen auf einen wartet.
Richtig Ärger hat der Liebste von mir übrigens nicht bekommen. Da war ich viiiiel zu kaputt für. Und er war auch gestraft genug. Fand ich.
Ihr Lieben, dieser Urlaub war toll und voller Highlights. Aber die Eisriesenwelt war keins. Vermutlich erlebt das jeder anders. Aber der Liebste und ich waren danach völlich feddich und haben kurz überlegt, ob wir überhaupt noch zur Burg wollen. Da das Wetter aber viel besser geworden war, ja sogar die Sonne richtig schien, UND auf die Burg eine Zahnradbahn führte, die uns die Erwanderung des Berges ersparte, schauten wir sie uns doch an. Mit Greifvogelschau und Burgführung, und DAS war wirklich toll.

Allein das Sitzen in der Sonne während der Vogelschau war herrlich, und der Blick hoch auf den Berg, den wir am Vormittag „erklommen“ hatten, war irgendwie befriedigend.
Einen kleinen Dämpfer gab es dann leider, als wir uns auf den Rückweg machen wollten. Die Zahnradbahn hatte geschlossen, wegen technischen Problemen. Und der Gedanke, jetzt nochmal einen Berg hinabzusteigen bis zum Auto, war alles andere als verlockend. Aber der Liebste fasste mich beherzt an der Hand und versprach mir, dass der Weg kürzer sein würde als ich dachte, und so war es auch. Außerdem führte er durch einen Wald, in dem es nach Sommer roch und zahllose Vögel sangen, und irgendwie hab ich es geschafft, meine Beine zu ignorieren, die bleischwer waren und inzwischen als Ganzes schmerzten.
Was war das für ein Tag gewesen! Wie ihr euch vorstellen könnt, ließen wir den nächsten Tag dann deutlich ruhiger angehen. Davon erzähle ich aber nächstes Mal. Ein paar schöne Fotos gibt es noch!

Bis dahin genießt erstmal unseren Sommer, wenn auch ohne Berge (aber mit Halden!) hier im Pott.

Herzlichst, Sunny

Bloggeburtstag – ganz anders als gedacht

Ihr Lieben,

heute vor einem Jahr habe ich hier meinen ersten Eintrag geschrieben und euch dann direkt mal mit meiner großen Meerliebe vertraut gemacht.
So richtig zu begreifen, dass das schon ein Jahr her ist, fällt mir etwas schwer, aber andererseits ist auch so viel passiert; wird also schon stimmen, der Kalender.

Ja, und warum ist dieser Bloggeburtstag anders als gedacht? Ich habe keine Verlosung, keine Give-aways, keine Sammlung der besten Fotos vom letzten Jahr, und zwar nicht, weil ich da einfach mal gegen bin. Ich finde es schön, wenn es das bei anderen Blogs gibt. Aber hier liegen die Dinge gerade etwas anders, und das möchte ich euch kurz erzählen:
auf meiner Arbeit hat direkt nach meinem Urlaub die anstregendste Zeit des Jahres begonnen. Ja richtig, in Zeiten wo andere Firmen ihre Mitarbeiter in den Sommerurlaub schicken wegen eines „Lochs“ stehen bei uns Urlaubssperre und Überstunden an. Dafür haben wir es in anderen Zeiten etwas ruhiger. Nun könnte ich natürlich versuchen, einfach ganz früh aufzustehen, oder abends nach der Arbeit noch loszulegen, und es gibt da ja auch noch sowas wie Wochenenden… und da kommt das nächste „aber“: die Energie fehlt. Dass meine Krankheit, die Fibromyalgie, mir öfter mal dazwischen grätscht, wisst ihr inzwischen, ich habe hier das erste Mal darüber geschrieben. Und im Moment kommt beides zusammen, die (mehr beanspruchende) Arbeit und die Energielosigkeit. Wenn ich vernünftige Arbeit abliefern will, bin ich für den Rest des Tages leer.
Ich will damit nicht sagen, dass es hier vorläufig ganz still wird. Ich möchte euch noch „richtig“ von Österreich mit dem Liebsten erzählen, von einem Mädelswochenende in Hamburg mit der Besten, von Musik und was sonst noch los ist. Nur wird das in den nächsten Wochen eher unregelmäßig passieren, und ich finde, dass ihr mal kurz wissen solltet, warum ich gerade etwas stiller bin.

Auf jeden Fall möchte ich euch Danke sagen, dass ihr in den vergangen zwölf Monaten hier reingeschaut habt, mitgelesen, kommentiert und sogar mitgefiebert habt. Ich weiß sehr wohl, dass mein Blog ein sehr kleiner unter den viiielen Fischen im Internetozean ist, aber umso mehr freut es mich, dass ihr mein sonnenpuzzleteilchen auserkoren habt, um regelmäßig vorbeizuschauen ❤
Wenn alles läuft wie geplant, geht es Ende August wieder bergauf mit der Quality-Time.
Bis dahin bleibt mir gewogen, wir lesen uns auf jeden Fall!

Herzlichst, eure Sunny

Dem Himmel so nah…

Ihr Lieben,

es passiert selten, aber ich bin sprachlos. Weil überwältigt. Deswegen erstmal nur einige Impressionen von meinem Besuch in Österreich, bis ich meine Stimme wiedergefunden habe.

Hui. Ich bin verliebt.

Bis bald (mit mehr als Sprachlosigkeit und Herzchen in den Augen),
herzlichst, Sunny