11 Fragen, 11 Antworten – Sunny und der „Liebster-Award“

Ihr Lieben,

so oft hatte ich noch gar nicht das Vergnügen, für einen Blogaward nominiert zu sein (zwei Mal, um genau zu sein, hier und hier könnt ihr schauen, was ich zum Thema „7 Fakten über mich“ zu sagen hatte), aber nun ist wieder eine Nominierung ins Haus geflattert, und zwar von der lieben Frauke, deren Blog „Fräuleins wunderbare Welt“ einer ist, den ich sehr gerne lese und in dem ich viel stöbere, da Frauke sehr offen und ehrlich über ihr Leben, ihre Erkrankung und ihren süßen Hund Mina schreibt.
Hier sind also Fraukes 11 Fragen des „Liebster-Awards“, und die beantworte ich mit Freuden.

1.) Welche ist deine liebste Jahreszeit?
Herbst! Herbst, Herbst, Herbst!!! Und gerade in der letzten Zeit habe ich ihn sehr genossen, mit seinem Nebel am Morgen und der immer noch wärmenden Sonne am Tag und den wunderschönen, roten Sonnenuntergängen. Aber ich freue mich auch auf nassere, kältere Tage, die dann zum Einkuscheln auf der Couch, heißen Tee und einem guten Buch einladen. Hach.

Herbst in Duisburg2.) In welchem Monat bist du geboren und hat dich das irgendwie geprägt?
Im November 🙂 Und ja, ich glaube schon, dass mich das geprägt hat. Der November ist ein Monat, den viele nicht so mögen, weil er oft nass und kalt und noch (fast) ohne Weihnachtsglanz daher kommt. Aber ich habe mich immer auf ihn gefreut, weil ich mich auch (immer noch und hoffentlich für den Rest meines Lebens) sehr auf meinen Geburtstag freue. Ich sage immer, ich bin ein echtes Herbstkind.

3.) Wie zelebrierst du den Herbst?
Wenn die Sonne scheint, zieht es mich raus, mit Kamera und gerne mit Hund, am liebsten ans Wasser, einen See oder Fluss, oder in den Wald. Mit den Füßen im Herbstlaub rascheln, mich an den herrlichen Farben freuen und zwischendurch immer mal wieder stehen bleiben und die Nase in die Sonne halten. Wenn das Wetter eher grau und/oder nass ist, dann gerne wie oben beschrieben mit Tee, Couch und Buch oder Film. Ich backe dann auch gern und freue mich an dem Duft aus dem Ofen.

4.) Kerzen oder Glühbirnen?
Wenn es irgend geht, immer Kerzen! Zum lesen leider schwieriger, aber dann bevorzuge ich immer noch das Licht aus mehreren, schwächeren Glühbirnen mit warmen Licht als gnadenlos jede Ecke ausleuchtendes Flutlicht.

5.) Wo wohnst du und was gefällt dir an deiner Heimatstadt am besten?
Ich wohne in Duisburg und komme ursprünglich aus Oberhausen, bin also in direkter Nachbarschaft geblieben. Duisburg hat ja keinen besonders guten Ruf bei vielen Menschen, die ich kennenlerne, und ich weiß selbst, dass es durchaus eher uncharmante Ecken hat… aber mal ehrlich, welche größere Stadt hat keine? Ich habe Duisburg in den Jahren, die ich jetzt hier lebe, besser kennen und lieben gelernt, und mir gefällt am besten, dass es hier so viele Stellen gibt, die ruhig und grün sind und man trotzdem so schnell wieder in der Stadt und mitten im Geschehen ist.

6.) Welchen Park/Grünanlage/sonstiges draußen bei dir in der Nähe sollte ich mir unbedingt mal ansehen?
Ich wohne direkt um die Ecke vom Landschaftspark Nord, den muss man meiner Meinung nach gesehen haben, am besten abends bei voller Beleuchtung. Wirklich toll finde ich auch das Waldgebiet an der Wedau mit seinen Seen und die Regattabahn.

7.) Gibt es ein Lied über deine Stadt und wenn ja, welches?
Öh. Über Duisburg kenne ich keins, müsste ich nachgoogeln. Aber über Oberhausen gibt es eins von den Missfits, nämlich dieses hier:

8.) Wann fängst du mit der Weihnachtsdeko an?
Pünktlich zum ersten Advent. Vorher freue ich mich zwar auch schon an Lichtern und Co., aber bei mir zuhause zieht die Deko vier Wochenenden vor Weihnachten ein. Und ich achte auch darauf, sie nach Heilige Drei Könige wieder abzubauen. Irgendwie möchte ich, glaub ich, dass die Weihnachtszeit etwas Besonderes bleibt. Ich überlade die Wohnung auch nicht, sondern lege eher Wert auf einen präsenten Adventskranz und besonders schöne Kerzen oder Lichterketten im Fenster. Diese ganz bunten, blinkenden Dinger sind nichts für mich. Und ich freue mich auch jedes Jahr auf den Weihnachtsbaum. Ein paar Jahre lang hatte ich keinen und letztes Jahr endlich wieder, das war so schön.

9.) Ab wann isst du Weihnachtsgebäck?
Ebenfalls erst ab Advent. Klar gibt es das schon ab September im Supermarkt, aber da weigere ich mich. Weihnachtsgebäck gehört für mich eben erst in die Weihnachtszeit. Ich backe auch erst dann selbst Plätzchen. Dafür dann aber reichlich.

10.) Was ist dein liebster Weihnachtsfilm?
Oh, da gibt es so einige. Aber wenn ich den rauspicken müsste, den ich am längsten kenne und liebe und immer wieder rauskrame, wäre es „Während Du schliefst“. Denn kann ich zwar mitsprechen, aber er verliert seinen Zauber trotzdem nie.

11.) Stelle dir selbst eine Frage und beantworte sie.
Hast Du auch ein liebstes Weihnachtslied?
Ich mag die traditionellen Weihnachtslieder sehr gerne, allen voran „Oh Du Fröhliche“ und „Süßer die Glocken nie klingen“, aber auch modernere wie „Driving home for Christmas“ oder „Wintersong“. Mein wirklich allerliebstes Weihnachtslied habe ich allerdings erst vor zwei Jahren kennen gelernt, und das mit meinem Chor zu singen oder es von jemand anderem zu hören ist wirklich etwas ganz Besonderes: https://www.youtube.com/watch?v=obe3cAApvGM
Meine Gänsehaut/Pipi in den Augen-Stelle beginnt ab Min 2:50…

So. Und nun erfordert es die Tradition, dass ich weitere Blogger nominiere und mir 11 neue Fragen überlege. Ich nominiere

Steffie
Sabrina
Steffi

und würde von euch gerne wissen:

1) Welches Deiner bisherigen Lebensjahre dürfte sich gerne immer (oder zumindest eine zeitlang) wiederholen?
2) Welches Bild hast Du bei dem Stichwort „meine Kindheit“ als erstes vor Augen?
3) Bist Du gerne zur Schule gegangen und wenn ja, wieso bzw. wenn nein, wieso?
4) Wusstest Du schon früh, was Du später „werden“ möchtest oder hat sich das eher im Laufe der Zeit gezeigt?
5) Seit wann ist das Bloggen in Dein Leben getreten?
6) Welche Art von Blogs liest Du am liebsten?
7) Reist Du gerne und wenn ja, wohin?
8) Rucksacktour oder Hotel?
9) Bist Du ein Stadt- oder Landmensch?
10) Wo siehst Du Dich selbst in 5 Jahren?
11) Stelle Dir selbst eine Frage und beantworte sie.

Ich freue mich, wenn ihr mitmacht!
Herzlichst, Sunny

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Uuund nochmal Fakten, Fakten, Fakten (7 an der Zahl)

Ihr Lieben,

Michaela von „Der alltägliche Wahnsinn“ hat mir einen Award weitergereicht, und den kenne ich schon: awardDas macht aber nix, denn was waren schon die sieben Tatsachen, die ich hier beschrieben habe? Nur ein Anfang 🙂 Es gibt noch mehr, und das packe ich jetzt aus. Bitte sehr:

1. Ich liebe die englische Sprache. Es hat schon früh angefangen mit dieser Liebe, nämlich (natürlich) mit Musik bzw. Songtexten, die ich nicht nur kauderwelschig mitsingen, sondern verstehen wollte. Und ab der 4. Klasse (ein Mini-Kurs zum Abschluss der Grundschule) bis zum (leidlich bestandenen) Abi habe ich diese Sprache gepaukt und arbeite nun mit Freuden in einem Beruf, wo ich sie immer wieder brauche. Hab ich mir klug ausgesucht, was?

2. Und wo wir gerade dabei sind: ich mag es sehr, Bücher oder Filme auf englisch zu lesen oder zu sehen… so sie denn auch im Original in dieser Sprache sind. Ich habe mich mal an „Inkheart“, der englischen Version von „Tintenherz“ von Cornelia Funke  versucht – das fand ich dann nicht so toll. Englisches Buch ist nicht gleich… und so.

3. Ich habe einen schlimmen Schalfetisch. Schlimmer als Schuhe oder Handtaschen oder sonstige Klamotten. Es gibt immer einen, den ich so aber noch nicht habe. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele es sind und wann ich die alle mal tragen soll. Denn am Ende habe ich doch einen Lieblingsschal, den ich dann nur trage… bis ich wieder einen neuen finde. Hach.

4. Ich bin verrückt nach baden gehen. Also, in der Badewanne. Und dabei geht es gar nicht mal darum, immer neue Badezusätze auszuprobieren oder so. Einfach dieses Gefühl, im heißen Wasser zu liegen, am liebsten mit leiser Musik und dem aktuellen Buch. Das kann dann auch mal lange sein. So lange, dass ich heißes Wasser nachlaufen lasse. Auch zweimal.

5. Meine Mobilnummer ist seit Jaaahren dieselbe. Es kam zwar mal eine dazu, als ich gedacht habe, ich müsste soetwas wie eine „Dienstnummer“ haben, aber meine gute, alte Nummer habe ich tatsächlich seit dem Jahr 2000.

6. Meine Traumreiseziele sind alle gar nicht so weit weg, bis auf eines. Ich könnte mir zwar nicht vorstellen, jemals nicht mehr unterwegs sein zu wollen, aber das darf ruhig in relativer Nähe sein. Ich möchte zum Beispiel noch viel mehr von England sehen als London und Dover, und ich will nach Schottland. Und nochmal zurück nach Irland. Und dieses eine, das doch etwas weiter weg ist, wird auch noch bereist werden, eines Tages. Kanada nämlich. Und da dieses Land sehr groß ist, noch etwas genauer: Vancouver. Da will ich hin, seit ich 12 bin. Wäre doch gelacht, wenn dieser Wunsch nach 20 + Jahren nicht mal in Erfüllung ginge.

7. Ich lasse mich leicht ablenken. Außer beim lesen oder Musik machen. Das ärgert mich manchmal ganz schön, zum Beispiel wenn ich mir fest genommen habe, jetzt endlich den Stapel Post weg zu sortieren und da aber irgendwie mein Notizbuch zwischen liegt. Dann fang ich an zu blättern und zu lesen und hab noch etwas, was ich aufschreiben muss, ach so, ein Tee wäre auch toll, ich geh mal Wasser aufsetzen… was wollte ich noch eigentlich…? Hmpf. Ich hab mal gelesen, dass man „sich konzentrieren“ lernen kann. Sollte ich echt mal versuchen. Aufmerksam lesen kann ich schließlich.

So. Das war es soweit mal wieder über mich. Und jetzt steht erneut eine Nominierung für sieben andere Blogs im Raum, die ich aber geflissentlich ignoriere. Ich mag zwar selber nominiert werden für solche Listen-Dinger, drücke mich aber um diese „und jetzt Du!“-Geschichte. Man möge mir verzeihen.

Herzlichst, Sunny

 

One lovely Blog Award – 7 Fakten über mich

Ich glaube, ich kenne spontan niemanden, der Kettenbriefe mag. Oder Ketten-mails. Oder whatsapps… mich eingeschlossen. Ich bin, falls mich so ein wie auch immer geartetes „Dings“ erreicht, eigentlich immer gewillt, die 7 Jahre Unglück oder mit was auch immer gedroht wird, in Kauf zu nehmen. Aber jetzt plötzlich freue ich mich, dass ich zu 7 Nominierten gehöre, nämlich für den

awardund weitergereicht bekommen habe ich ihn von Steffi, deren Blog „Hauptsache Meer“ bereits seit den Anfangstagen meiner Bloggerzeit auf meiner Follow-Liste steht. Und diese Award-Geschichte mag ich dann doch sehr gern, irgendwie. Vielleicht auch deswegen, weil ich noch keine „Facts about me“-Liste habe. Bitte sehr:

1. Ich liebe Kassetten. Jawohl, im Zeitalter von Spotify und mp3 mag ich nach wie vor das Klacken einer abgelaufenen Kassettenseite und das Einrasten des Decks, wenn ich umgedreht habe.

2. Ich habe herausgefunden, dass ich weder Hunde- noch Katzenmensch bin. Ich bin offenbar beides. Ich habe mit Katzen zusammengelebt und fand es super. Ich lebe jetzt mit einem Hund zusammen und finde es super. So einfach.

3. Dass Musik ein essentieller Bestandteil meines Lebens ist, wisst ihr bereits, und dass ich Gitarre spiele, auch. Seit knapp sechs Jahren versuche ich mich außerdem am Klavier, und die Noten und ich, wir sind noch immer keine Freunde. Ich arbeite daran.

4. Ich backe erst seit ca. 6 Monaten (außer man zählt 1x im Jahr Weihnachts-Plätzchen mit einer Mädelstruppe dazu, die mir allerdings erstmal zeigen mussten, wie man Eier trennt, und dass Mehl durchaus auf einen Tisch gehört, um Teig auszurollen.). Aber seit dem mag ich es total gerne und es ist sogar Entspannung für mich.

5. Beim Backen höre ich immer wieder das selbe Hörspiel: „Tod und Teufel“ von Frank Schätzing. Ich mag die Story sehr und die Sprecher sind grandios.

6. Ich liebe es,“unterwegs“ zu sein, das wird in meinem Blog nur allzu deutlich, glaube ich. Damit meine ich nicht nur große Urlaube mit wegfliegen und Co., sondern vor allem Tages-oder Wochenendtrips. Dabei habe ich gerne meine Kamera dabei, aber mindestens genauso wichtig ist gute Musik. Wenn ich allein unterwegs bin und dabei bestimmte Musik höre, kann ich mich später immer wieder an den Ort zurück versetzen mithilfe der Lieder. Diese Erinnerungen reichen weit zurück; zum Beispiel bin ich beim Hören von „74-75“ von The Connells sofort wieder 13 Jahre alt und fahre mit meinen Eltern im Auto (mit Walkmanhörern auf den Ohren) durch ein schneematschiges Dorf in Österreich.

7. Ich bin eigentlich ein friedlicher Mensch. Aber wehe dem, der mein Beifahrer ist, wenn ich gestresst Auto fahre. Dann kann ich so laut und böse und langanhaltend fluchen, dass mein Sitznachbar rote Ohren bekommt. Oh, und wenn ich Beifahrer und im Stress bin, ist es leider keinen Deut besser.

So. Das waren ein paar Fakten über mich, und eigentlich ist die Regel, dass ich nun sieben andere Blogs nominiere. Hm. Ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich das lasse und es stattdessen wie die liebe Frauke von „Fräuleins wunderbare Welt“ halte, die ebenfalls von Steffi nominiert wurde und auch eine schöne, spannende Liste geschrieben hat: wer sich angesprochen fühlt und mag, schreibt drauflos. Das macht nämlich, im Gegensatz zu Kettenbriefen, großen Spaß.

Herzlichst, Sunny

Duisburger Innenhafen – mit Blick nach oben

Garten der Erinnerung IManchmal ist es ja so: man nimmt sich ich nehme mir ganz viel vor, Tolles und Schönes, wenn ich mal wieder so richtig Zeit habe, um…
Und dann kommt das dazwischen, was sich Leben nennt.

Die vergangene Woche hieß das für mich: die Arbeit. Denn es ist gerade „Kampfzeit“ bei uns im Betrieb, und da hieß es, Überstunden machen. Das hat mich ziemlich in Anspruch genommen und mir kaum Zeit gelassen, mich um meine sonstigen Puzzleteilchen zu kümmern. Dann kam das sehnsüchtig erwartete Wochenende… und liegen gebliebener Haushalt und ein neuer Fibro-Schub, vermutlich „dank“ der Anstregung unter der Woche.
Und nun sitze ich hier und möchte gern etwas Schönes mit euch teilen, für meinen Sonntag und für euren. Und deswegen habe ich eine kleine Fotoserie zusammengestellt von einem Nachmittag ganz ähnlich dem heute, als ich meine kleine Kamera geschnappt und einen Rundgang gemacht habe, durch den Duisburger Innenhafen, und den Blick nach oben gerichtet hielt.

Viel Spaß bei dem kleinen Rundgang und einen schönen Restsonntag wünsche ich euch!

Herzlichst, Sunny

alter Kran

Ludwigsturm II

Ludwigsturm II

Ein Winter-Märchen (im Sommer…)

(…der gerade irgendwie kein richtiger mehr sein mag)

Versteht mich nicht falsch, wegen mir muss noch nicht Winter sein. Erstens ist mir noch gar nicht nach Kälte und zweitens würde das ja heißen, dass ich meinen geliebten Herbst verpasse! Und das will ich nun wirklich nicht.
Ich möchte euch heute deswegen ein Märchen vorstellen, das ich geschrieben habe, weil ich wiedermal Reise-Fotos geguckt habe und dieses hier mich (auch) daran erinnert hat, dass es das Winter-Märchen auf meiner Festplatte gibt:

WinterDeswegen vergebt mir die Winterstimmung und genießt einfach die Geschichte, wenn ihr mögt.

Herzlichst, Sunny

 

Schlittschuhe

Lucy tappte gähnend an das von Mondlicht erhellte Fenster.
Sie verbrachte gerne das Wochenende bei ihren Großeltern auf dem Land, der alte Hof, umgeben von Wiesen und Feldern und ein Stück weiter der dichte Wald, hatte etwas verwunschenes, aber in der Stille weckten sie die ungewohnten Geräusche. In der großen Stadt, wo sie mit ihren Eltern wohnte, fuhren nachts Autos auf der Straße vor ihrem Fenster, aber das war eine andere Kulisse als hier. Eben hatte sie den durchdringenden Ruf eines Nachtvogels gehört, entweder auf Jagd oder erfolgreich zurückgekehrt. Tiere gab es hier viele zu sehen und deswegen war Lucy zum Fenster gegangen. Ein paar Nächte zuvor hatte sie einige Hasen im Schnee hoppeln sehen, niedlich anzusehen mit ihren großen Ohren und den aufmerksam blinkenden Augen. Lucy erzählte es am nächsten Morgen beim Frühstück ihrer Großmutter und die blickte streng und sagte: „Du sollst nachts schlafen und nicht am Fenster herumstehen, Kind. Du brauchst deinen Schlaf.“
Als wäre Lucy noch klein und nicht beinahe elf Jahre alt, also schon fast erwachsen! Ihr Großvater aber hatte sie schmunzelnd in den Arm genommen.
„Halte du nur die Augen offen. Es gibt so viel zu sehen!“
Da ihr Großvater schon sein ganzes Leben auf dem Hof wohnte, musste er es ja wissen.

Und weil Lucy ohnehin nicht mehr schlafen konnte, war sie nun wieder aus dem Bett geklettert, in der Hoffnung, nochmal einen Blick auf die spielenden Hasen werfen zu können.
Sie ließ ihren Blick über die Wiese vor dem großen Hof schweifen, aber es waren weit und breit keine langen Ohren zu sehen. Ein bisschen enttäuscht wollte Lucy sich schon abwenden, da sah sie auf dem kleinen, zugefrorenen Teich am Rand der Wiese ein seltsames Glitzern. Natürlich, es war eine mondhelle Nacht, da war ein Glanz nichts außergewöhnliches, aber Lucy hätte schwören können, dass es aus einer Bewegung heraus entstanden war.
Eine Bewegung auf dem See?
Neugierig geworden huschte Lucy leise aus der Tür, zur Garderobe im Flur, wo sie sich schnell ihren Mantel über das lange Nachthemd zog und in ihre Gummistiefel schlüpfte, und öffnete dann langsam das große Eingangstor zum Hof, darauf bedacht, das durchdringende Quietschen zu vermeiden, das die Angeln bei zu raschem Aufziehen erzeugten.

Draußen schlug ihr eisige Kälte entgegen und sie zog den Mantel eng um sich. Ihre Schritte knirschten im Schnee, den bereits eine dünne, gefrorene Schicht überzog. Vorsichtig näherte Lucy sich dem Teich, als etwas sie innehalten ließ. Ein leiser Gesang ertönte von dem vereisten Wasser vor ihr, eine einfache, aber wunderschöne Melodie, gesungen in einer ihr völlig unbekannten Sprache. Lucy wagte kaum zu atmen, um nichts zu verpassen. Da kam in Sicht, was das Glitzern verursacht hatte.
Und Lucy rieb sich die Augen, in der festen Überzeugung, doch noch zu träumen. Ein kleines Wesen, der hohen Stimme, mit der es sang und den langen, silbernen Haaren nach, eine Frau, glitt auf winzigen Schlittschuhen über das Eis und bewegte sich zu der von ihr gesungenen Melodie.
Lucy stand wie verzaubert und konnte sich kein Stück mehr rühren. Der Anblick dieser ganz in fließendes Silber gekleideten Frau hatte sie völlig gefesselt. Der Gesang war nur leise, und doch schien er die ganze Nacht zu erfüllen. Er breitete sich über den Teich, die Wiese und die im Winterschlaf daliegenden Felder aus und alles schien zu lauschen. Noch nie hatte Lucy sich so beruhigt und getröstet gefühlt; die Melodie war das Fließen ihres Atems, die Worte der Takt ihres schlagenden Herzens. Das Lied war ihre Gute-Nacht-Melodie, der Gesang der Vögel, das Zirpen der Grillen im Sommer, das Rauschen der Bäume im Wind.

Lucy hätte nicht sagen können, wie lange sie so stand und der kleinen, silbernen Frau zusah und zuhörte, aber plötzlich bemerkte sie, dass die Nacht nicht mehr sehr dunkel war, sondern der Horizont bereits einen hellen Streifen trug und die Sterne verblassten. Und als Lucy den Blick von den Sternen ab- und dem Teich wieder zuwandte, war die silberne Frau verschwunden. Doch sie hatte keine traurige Leere hinterlassen, sondern eine wissende Stille und eine wunderschöne Erinnerung.
Ein wenig benommen ging Lucy zurück zum Haus, schlüpfte aus Gummistiefeln und Mantel und kuschelte sich wieder in ihr Bett. Die Melodie des Liedes ging ihr noch immer im Kopf herum und sie summte ein wenig, bevor ihr die Augen zu fielen.

„Lucy! Frühstück!“
Der laute Ruf ihrer Großmutter weckte Lucy aus einem tiefen Schlaf und einem bezaubernden Traum. Was war es nur, gerade hatte sie es doch noch gewusst…
„Bist du wach?“
Seufzend schwang Lucy die Füße aus dem Bett und reckte sich ausgiebig: „Bin schon da!“

Nach dem Frühstück lief Lucy nach draußen zu ihrem Großvater, der den Hof fegte, um ihm mit ihrem eigenen, kleinen Besen zu helfen. Er schaute kurz auf, lächelte sein gütiges Lächeln und machte dann wieder den Rücken krumm, um zu kehren. So arbeiteten sie eine Weile schweigend, Lucy mit roten Wangen vor Eifer, als sie plötzlich inne hielt. Ihr Großvater summte und brummte vor sich hin, während er den Besen schwang. Und Lucy kannte die Melodie ganz genau. Plötzlich war alles wieder da: der mondhelle Teich, die kleine silberne Frau und der wunderschöne Gesang.
„Großvater“, setzte Lucy an, aber der schüttelte den Kopf.
„Über manche Sachen spricht man nicht, mein Kind. Man bewahrt sie in seinem Herzen.“
Konnte er es wissen? Fragend sah Lucy den alten Mann an, aber der lächelte nur wieder und fegte weiter.
Lucy kamen Zweifel. Sie war ein vernünftiges Mädchen und wusste eigentlich, dass es keine kleinen, silbernen Frauen gab, die nachts auf einem See tanzten und sangen. Es war sicher nur ein Traum gewesen. Aber sie fühlte noch genau den kalten Wind auf dem Gesicht und dieses beruhigende, tröstende Gefühl.
Entschlossen stellte sie den Besen hin und stapfte durch den Schnee zum Teich herab. Da waren keine Fußspuren zu sehen; es hatte am frühen Morgen nochmal geschneit. Und doch fand Lucy die Stelle wieder, wo sie gestanden und gelauscht hatte.
„Unsinn“, dachte sie bei sich, „du bist so oft hier am Teich, natürlich kannst du dich auch im Traum dann an eine ganz bestimmte Stelle stellen…“
Aber wie von selbst zogen ihre Schritte sie näher an die mit frischem Schnee bedeckte Eisfläche. War es nur ein Traum?
Und als ihre Hand den Schnee beiseite wischte, musste sie lächeln. Da waren feine Kratzspuren im Eis, gezogene Linien, wie von winzigen Schlittschuhen.

Aller Anfang ist schwer…

… ist so ein Spruch, den jeder wohl mal gehört hat. Ist es aber gar nicht, wenn man erstmal angefangen hat. Ich finde das „vorher“ viel schwieriger.

Aber das darauf herumdenken und vorbereiten und was sonst nicht noch alles zu dem gehört, was einen mich gerne mal davon abhält, einfach loszulegen, ist jetzt erledigt. Gut, mein Blog hat noch nicht endgültig das Design, das mir vorschwebt… aber das ist dann wohl ein laufender Prozess. Operation am lebenden Objekt, sozusagen.

An dieser Stelle möchte ich mich kurz vorstellen:

Ich heiße Sonja, werde von vielen Menschen in meinem Umfeld Sunny gerufen, wohne schon mein Leben lang im Ruhrgebiet, bin 32 Jahre alt und verheiratet. Ich schreibe, seit ich einen Stift halten kann, und folgendes ist außerdem essentiell für mein Dasein:

Musik, reisen, fotografieren, lesen, Dinge ausprobieren, auf die ich neugierig bin, manchmal auch herumgrübeln, und Zeit mit Menschen und Tieren verbringen, die mir am Herzen liegen. Nicht zwingend in dieser Reihenfolge.

Und über mein Leben, das aus vielen Teilen besteht, die sich meistens sehr gut ineinander fügen, möchte ich euch hier berichten. Willkommen auf Sonnenpuzzleteilchen!

Herzlichst, eure Sunny