Von Rückkehr und Einkehr

Ihr Lieben,

ich bin verliebt. Und zwar in vielerlei Hinsicht.
In das Leben, denn es zeigt sich mir immer wieder auf so liebenswerte Weise mit seinen kleinen und großen Ereignissen, Schönheiten, Begegnungen…
In mein Kind, denn sie ist das größte Wunder und Glück, dessen Ausmaß ich mir (obwohl mit wirklich viel Fantasie gesegnet) nicht mal ansatzweise vorstellen konnte.
Und in einen Mann. Und das war letztes Jahr für einige Zeit undenkbar.

Aber ich greife vor. Das neue Jahr ist schon wieder zwei Monate alt, und ich möchte endlich mein Versprechen halten und euch von meiner Rückker zum Hof Upwarf Ende September letzten Jahres erzählen.

Hier habe ich euch berichtet, was für eine wunderbare Erfahrung der erste Besuch dort war. Und es war völlig klar für mich, dass ich nochmal wieder kommen wollte, allein schon, um Oma Helga zu zeigen, wie groß das kleine Mädchen in der Zwischenzeit geworden war. Jetzt begab es sich aber, dass es zum geplanten Zeitpunkt des Besuchs im herrlichen Ostfriesland bereits jemand in unser Leben getreten war, der das Meer ebenso liebt wie das Mausekind und ich: der Nordmann. Und deswegen traten wir die Reise zu dritt an.
Und kommt es überraschend, dass Ostfriesland im Herbst ebenso bezaubernd ist wie im Frühsommer? Nicht wirklich, oder? Hier ist eine kleine Galerie für euch:

Es waren diesmal nur vier Tage, aber die heilende und befreiende Wirkung von Luft, Wasser und geliebten Menschen setzte trotzdem sofort ein. Die kleine Maus hatte ihre erste Erkältung mit in diesen Kurzurlaub genommen, und nach nur zwei Tagen Rotznäschen ging es ihr wieder gut. Ob auf dem Arm, im Tragetuch oder im Buggy, sie saugte die Bilder und Eindrücke genauso auf wie bei unserem ersten Besuch. Und der Nordmann händelte das kränkelnde, neugierige Baby, als hätte er nie etwas anderes getan. Setzte sie ins Tragetuch, damit sie mehr sehen konnte, ging mit ihr bis an die auslaufenden Wellen heran, um sie ihr zu zeigen und holte nachts das wuselige und nicht schlafen könnende Mädchen aus ihrem Reisebettchen zu uns ins Doppelbett, wo sie, eine Hand von mir, eine Hand von ihm festhaltend, schließlich selig einschlummerte. Wie hätte ich diese Tage mit diesen Beiden nicht genießen können?

Wir haben unfassbar gut gegessen, ob nun in Norden im Speicher No.77 oder in Greetsiel im Fischerhus, und morgens bei Oma Helga ein köstliches Frühstück bekommen.
Wir setzten einmal auf meine Herzensinsel Juist über, wenn auch nur für wenige, viel zu kurze Stunden, die wir drei fast komplett am Strand verbrachten, wir haben eine Minikreuzfahrt zu den Robbenbänken gemacht, wir waren in Norden und Greetsiel spazieren und sind am letzten Tag, um dem Meer quasi Lebewohl zu sagen, noch nach Bensersiel gefahren, um dort den Strand genießen zu können. Der Abschied fiel uns denkbar schwer, auch wenn wir wieder die Gewissheit hatten, dass wir wiederkommen werden.

Was soll ich anderes sagen als „ich bin verliebt“? Das Leben ist so gut zu mir gerade…

Nordmann und Mausekind

Es stehen noch einige Veränderungen an, ihr Lieben. Aber dazu dann mehr beim nächsten Mal.
Genießt die schönen Stunden, bis bald!

Herzlichst, Sunny

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Von einer die auszog, sich selbst zu finden

Ihr Lieben,

hier habe ich euch vor kurzem erzählt, was das letzte Dreivierteljahr so bei mir los war. Unter anderem habe ich ganz zu Anfang eine „Autofahrt in Ostfriesland im Mai“ erwähnt. Darauf möchte ich jetzt noch etwas eingehen, denn diese Tage im Mai habe ich mir selbst verordnet, um zu denken. Keine Ablenkung, nur meine Kleine und ich. Und meine Gedanken.

Nachdem ich die ersten knapp drei Monate nach der Geburt meiner Tochter in einer Wolke aus Trauer und Unverständnis und Verzweiflung verbacht hatte, und klar war, dass die beantragte Mutter-Kind-Kur zwar genehmigt würde, aber erst später im Jahr, war es für mich beschlossene Sache: Ich muss mal raus hier! Durch den Tipp meiner Hebamme schaute ich im Internet nach „Urlaub auf dem Bauernhof“ an der Nordseeküste in Deutschland. Und stieß bereits nach kurzer Zeit auf den Ferienhof Upwarf in Norden-Norddeich. Durch sehr netten e-mail Kontakt fand ich schnell heraus, dass mein Mädchen und ich in einem „Gästezimmer mit Familienanschluss“ unterkommen könnten: wir hätten kein eigenes Badezimmer, dafür Frühstück und Mittagessen (oder bei Bedarf, auch mal Abendessen) mit der dort lebenden Familie. Das gefiel mir gut und der Preis war mehr als erschwinglich, also buchte ich zehn Tage und fuhr Anfang Mai mit der Kleinen los. Während wir gen Ostfriesland eilten, schoss mir mehrfach der Gedanke durch den Kopf „wenn mir das vor einigen Monaten jemand erzählt hätte, dass ich allein mit einem knapp drei Monate alten Säugling in den Urlaub fahre…“ Aber ich hatte gar nicht lange überlegt. Ich wusste nur, dass ich irgendwo sein wollte, wo ich mich wohlfühle und wo ich zur Ruhe kommen und einfach mal klar denken kann. Hier habe ich euch erzählt, wie ich mit meiner lieben Freundin Anny mal auf Meeressuche in Greetsiel gegangen bin, und da der Ferienhof genau zwischen den Orten Norden, Norddeich und Greetsiel lag, wusste ich schonmal, dass ich es landschaftlich toll finden würde. Und was soll ich sagen… Oma Helga und ihre Familie haben es mir und meiner Tochter auf dem Hof so leicht gemacht, mich wohl und willkommen zu fühlen, mit heißem Ostfriesentee, frischen Brötchen und immer einem offenen Ohr und gerne auch offenen Armen. Unser Zimmer lag unter’m Dach, mit Balken an der Decke und rundum kleinen Fenstern mit Blick auf die umliegenden Felder und den Deich. Morgens lag ich mit dem Mädchen kuschelnd im Bett und lauschte den Vögeln vor dem offenen Fenster, und konnte, da wir fast durchgehend traumhaftes Wetter hatten, die Sonne aufgehen und es draußen heller werden sehen.

Und in mir wurde es auch heller. Ich war jeden Tag mit der Kleinen quer durch Ostfriesland unterwegs (in Norden und Greetsiel waren wir mehrfach, weil es dort einfach wirklich hübsch ist), das zu dem Zeitpunkt gerade erschienene Album „Mr. Lee“ von Reinhard Mey war mein Soundtrack, und ich habe kreuz und quer (und ja, manchmal auch im Kreis) gedacht… bin bei Spaziergängen auf dem Deich in Tränen ausgebrochen, habe laut über die Kleine gelacht bei ihren Begegnungen mit Gänseblümchen und Schmetterlingen und konnte plötzlich wieder ein- und noch wichtiger, durchschlafen. So esoterisch das auch klingen mag, ich konnte spüren, wie ich heile. Ich bin nicht vor meinen Gedanken davongelaufen (oder vielmehr, gefahren), ich habe sie mitgenommen und sie endlich mal zu Ende gedacht. Und alles, was ich wirklich nicht gebrauchen konnte, was mir weh getan und mich nicht weiter gebracht hat, habe ich in Gedanken auf eine Wolke gesetzt und über’s Meer geschickt. Und alle schönen Erinnerungen, die ich nicht verdrängen wollte (oder kann, denn im Verdrängen von Geschehenissen und Bildern im Kopf war ich noch nie besonders gut), aber auch in dem Moment einfach nicht ertragen konnte, weil auch sie zu weh getan haben, habe ich in Gedanken in eine wunderhübsche kleine Holzkiste in meinem Innern gesteckt. Da wusste ich, wo sie sind, und bei Bedarf kann ich sie irgendwann rausholen und liebevoll betrachten. Aber jetzt nicht, und damals erst recht nicht. So habe ich die Zeit im wunderschönen Ostfriesland verbracht, begleitet von den herrlichen Eindrücken, dem Duft der Rapsfelder und dem friedlichen Schnorcheln des kleinen Kindes neben mir.

Hier habe ich noch eine kleine Galerie für euch von den Orten, die meine Maus und ich besucht haben:

Ich will nicht so tun, als wäre ich nach diesen 10 Tagen quietschvergnügt und mit einer Lösung für alle Probleme in der Tasche nach Hause gekommen. Aber es ging mir so viel besser. Rückblickend sage ich gern: „Zu dieser Zeit fing ich an, endlich zu mir selbst zu finden.“ Ich kann nicht schreiben „wieder zu mir selbst“, denn bei den vielen Erkenntnissen, die mir inzwischen über mich, mein bisheriges Leben und das, was ich in Zukunft will, gekommen sind, bezweifle ich, dass ich vor dieser großen Krise schon bei mir angekommen war.

Upwarf ist für mich jetzt ein Ort der Heilung, ein Ort der Freude… ein Herzensort. Und vor ein paar Wochen bin ich nochmal dorthin zurück gekehrt, mit zwei Herzensmenschen: dem Mausemädchen und meinem Nordmann. Aber davon erzähle ich euch beim nächsten Mal.

Alles Liebe,

Sunny

 

Berge sind wunderbar – aber mit Wasser sind sie perfekt! Österreich Juni 2015 Teil 2

Ihr Lieben,

nur knapp fünf Monate nach dem Urlaub kommt also nun der zweite Teil unserer Zeit in Österreich 🙂 aber was soll ich sagen, die Erlebnisse, Erinnerungen und Bilder sind jetzt immer noch genaus so schön.

Wie ich euch hier im ersten Teil erzählt habe, war die Begehung der Eishöhle anstrengend und eher nicht so prickelnd. Deswegen sollte der nächste Tag im Zeichen des Umherschlenderns und Schauen stehen, und so machten wir uns auf nach Salzburg.
Das war der einzige Tag unseres Urlaubs, an dem das Wetter mal so gar nicht mitspielen wollte, der Himmel hartnäckig bedeckt blieb und uns eher drückende Luft bescherte. Aber dafür gab es soviel zu sehen!

Am meisten beeindruckt hat mich das Domquatier (das ich ohne den Liebsten gar nicht besichtigt hätte, muss ich hier zugeben), wo aber auch an vielen Stellen diensteifrige Menschen herangewuselt kamen, um mir mitzuteilen, das fotografieren nicht so erwünscht sei. Deswegen gibt es nur wenige Bilder aus den Räumen und Ausstellungen, aber es lohnt sich!
Von der Innenstadt und den Gässchen haben wir leider nicht so viel gesehen, da die Straßen voller Baustellen und trotzdem vollgestopft mit Touristen waren. Da mochte ich mich nicht lange aufhalten. So richtig geruhsam war der Tag also nicht gewesen, aber dafür mit vielen tollen Eindrücken aus der Künstlerstadt.

Der nächste Tag schrie beim Liebsten und mir gleichermaßen „Ihr habt Urlaub, verdammt! Macht doch mal was langsamer!!“ Jo. Haben wir gemacht. Lange geschlafen, wie immer lecker auf der Hotelterrasse mit Blick auf den Zeller See gefrühstückt und erstmal Seele baumeln lassen. Heißt übersetzt, ich hab auf dem Balkon gelesen und der Liebste etwas fern gesehen. Bei herrlichem Wetter wollten wir aber trotzdem nicht den ganzen Tag im Hotel hocken bleiben und machten uns deswegen um die Mittagszeit herum auf, zu Fuß am Zeller Zee entlangzuwandern. Das wir einmal ganz rum kommen würden, erschien uns zugegebenermaßen eher unwahrscheinlich, aber immerhin knapp die Hälfte haben wir geschafft und sind in Thumersbach in ein sehr süßes Bistro direkt am Wasser eingekehrt. Ein paar Tierbabys durfte ich auch verzückt anquietschen. Da es kaum rauf und runter ging auf der Strecke, hab ich meine Füße erst so richtig gemerkt, als wir nachmittags wieder in Zell am See ankamen.

Abends haben wir einfach im Hotel einen kleinen Snack genommen, um der Gemütlichkeit des Tages die Krone aufzusetzen. War auch mal schön.

So erholt durfte der nächste Tag gerne wieder ereignisreicher werden, oh, und das wurde er auch! Zuerst ging es in noch eine Klamm, da uns der erste Ausflug in eine solche so gut gefallen hatte. Die Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun entstand vor 14.000 Jahren durch einen Gletscher und ist stellenweise 32 Meter tief. Das wollten wir uns näher anschauen und bei der Gelegenheit direkt auch um den oberhalb gelegenen Klammsee laufen. War das herrlich! Aber schaut selbst:

Da wir relativ früh aufgebrochen waren, kamen wir am frühen nachmittag wieder am Auto an, und ich sprach zum Liebsten: „Da waren vorhin Schilder zu den Hochgebirgsstauseen. Können wir da noch vorbei fahren?“ Klar konnten wir das, und unsere Annahme, dass man in einem nahen Parkhaus bleiben und dann einfach zu diesen Seen laufen können würde, wurde rasch zerschlagen, als wir an einem Busparkplatz ankamen und lasen, dass es Fahrten zu den Stauseen gab. Mit eben diesen Bussen, etwa jede halbe Stunde. Von der Zeit passte das hervorragend, und mein wasserliebendes Herzchen schlug sogleich höher.
Da gab es nur eine Sache zu bedenken. Lasst es mich so ausdrücken, der Liebste ist nicht soo versessen auf Busfahrten an Schluchten entlang, auf der schmalen Straßen. Ich im Grunde genommen auch nicht, aber ich kann mich mit tollen Aussichten prima ablenken. Der Liebste eher nicht so. Trotzdem sagte er: „Komm, wir machen das jetzt!“ und so saßen wir ein paar Minuten später im Bus (ich am Fenster, natürlich) und es ging los. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde, die Aussichten waren in der Tat grandios (außer in dem Teil, in dem es durch einen Tunnel im Berg ging. Immerhin etwa zehn Minuten. Da waren die Rollen dann vertauscht, der Liebste entspannte sich (wo kein Abgrund, da kein Runterfallen möglich) und ich wünschte mich arg verspannt ans Tageslicht zurück) und dann… die Hochgebirgsstauseen. Ich habe unzählige Fotos gemacht, aber irgendwie kann keines das Gefühl einfangen, da oben zu stehen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie still es dort ist! Ich saß eine ganze Weile einfach am Rand des Mooserboden und habe nur geschaut und gelauscht. Obwohl wir wahrlich nicht die einzigen Besucher waren, haben sich die Menschen großzügig verteilt und die Ruhe war in großen Teilen wirklich genau das.

Wenn ich heute daran denke, kann ich das immer noch fühlen. Der Liebste eher nicht so.

Der letzte Tag, bevor es heim ging, war mit wechselhaftem Wetter angekündigt, und uns war nach etwas, das schöne Eindrücke hinterlassen, aber vielleicht nicht sooo anstrengend sein würde. Deswegen fiel die Entscheidung relativ schnell auf die Hochalpinstraße, die wir je nach Lust und Laune durchfahren konnten oder eben nicht.  Leider lief es auf „oder eben nicht“ heraus, aus drei Gründen: das Wetter wurde unfreundlicher, der Himmel zog sich zu, und auf ein Gewitter auf über 2000 m Höhe hatten wir irgendwie keine Lust, die Bremsen unseres kleinen Autos fingen an, stinkend zu protestieren, und ich hatte, nachdem ich den Urlaub doch so gut und tapfer überstanden hatte, doch eine kleine Panikattacke und mochte mich lieber wieder dem Tal annähern. Ein paar Fotos hab ich trotzdem gemacht, und ich würde die Strecke auch mit Sicherheit nochmal fahren, denn die verschiedenen Blickwinkel auf die Berge sind wirklich großartig. Das Verschwinden der Bäume, das häufige Auftauchen der Schneefelder, die vielen kleinen und größeren Wasserfälle, das ist echt sehenswert. Und für mich alten Schisser ist es besonders toll, dass alle naselang Parkplätze und auch recht häufig Raststätten aufgebaut sind. Die Preise sind natürlich auch hochalpin, aber für das panikgebeutelte Sunny-Herz zu verkraften. Wir sind am fast höchsten Punkt umgekehrt und haben es geschafft, unser röchelndes Auto heil nach unten zu bringen.
Und um dem Liebsten nochmal zum Abschluss so richtig Spaß zu gönnen, hab ich mich sogar auf eine Sommerrodelbahn gewagt… schööön langsam, natürlich.

Als es am nächsten Tag Richtung Heimat ging, hatte ich gemischte Gefühle. Wie der Titel schon sagt, Berge SIND wunderbar. Aber ich glaube nicht, dass ich auf Dauer zwischen ihnen leben könnte. Auf Besuch vorbei kommen, immer wieder gerne. Aber dann winke ich ihnen auch zum Abschied zu und bin nur ein bisschen wehmütig, weil ein schöner Urlaub zuende geht.
Die Rückfahrt von diesem Urlaub war trotzdem etwas ganz besonderes, denn außer ein wenig Wehmut und Freude auf zuhause hatte ich noch etwas im Bauch… eine Ahnung, dass wir nicht zu zweit, sondern zu dritt aus Österreich zurück kamen. Und das war ein mehr als gelungener Abschluss ❤

Wie ist das mit euch? Berge oder Meer? Oder beides, abwechselnd?

Herzlichst, Sunny

Berge sind wunderbar… aber mit Wasser sind sie perfekt! Österreich Juni 2015 Teil 1

Ihr Lieben,

zum Glück gibt es Speicherplatz.
Da ist es nun schon sieben Wochen her, dass der Liebste und ich aus unserem Sommerurlaub in den Bergen zurück sind, und endlich habe ich es geschafft, alle knapp 700 Fotos zu sichten. Uuuund ich habe die schönsten ausgewählt, um sie euch zu zeigen (ok, einige der Schönsten sind bereits in diesem sprachlosen Post gelandet. Aber hier kommt in zwei Teilen der Rest). Mit einigen begleitenden Worten, natürlich. Und wer danach nicht seine sieben Sachen packt, um selbst einmal Bergluft zu schnuppern (natürlich das Wasser nicht vergessen!), dem kann ich dann auch nicht mehr helfen.

Unser Hotel „Der Sonnberg“ in Zell am See machte seinem Namen alle Ehre. Es lag tatsächlich auf halber Höhe auf einem Berg (auf dem Weg zur Schmittenhöhe), und obwohl für alle neun Tage Gewitter angesagt war, sind wir nur einmal ein bisschen nass geworden und haben ansonsten Sonne satt genießen können.

Ausblick von unserem Balkon <3

Ausblick von unserem Balkon ❤

An unserem ersten Tag brachen wir auf, um Zell am See zu erobern. Was soll ich sagen? Nach einer halben Stunde waren wir einmal durchs Dorf gelaufen und es war noch nichtmal Mittag. Nicht falsch verstehen, Zell am See ist ein hübsches Örtchen. Aber eben auch nicht besonders groß. Da wir von unserem Hotel aber zur Begrüßung die „Zell am See/ Kaprun-Card“ ausgehändigt bekommen hatten und das allerlei Vergünstigungen mit sich brachte, beschlossen wir kurzerhand, bei dem schönen Wetter auch mal von oben auf den See zu schauen. Also ging es hinauf zur Schmittenhöhe, die Fahrt war für uns nämlich kostenfei. Seilbahnfahren und ich, wir sind nicht gerade die besten Freunde, aber die Fahrt war recht angenehm, weil größtenteils nicht besonders hoch über dem Boden, und es war eher nicht windig. Und wir wurden mit einem tollen Ausblick belohnt.

Einen kleinen Mittagsnack gönnten wir uns auch noch. Und dann fiel unser Blick wieder auf die Uhr.
Noch nichtmal Nachmittag!
Wieder ins Hotel? Auf keinen Fall!
Den Berg zu Fuß runter? Öööööh. Hab nur dünne Turnschuhe an. Hust.
Also mit der Seilbahn runter und in unsere Infobroschüre geschaut, was noch in der Nähe war. Eine Klamm!
Die Liechtensteinklamm, um genau zu sein. Und der Liebste war noch nie in einer gewesen (und mein letzter Besuch in einer lag bereits 11 Jahre zurück), also fuhren wir schnurstracks nach St. Johann, nur etwa 20 Minuten vom Zeller See entfernt.
Wer schonmal in einer Klamm war, kennt das Gefühl, das einen beschleicht, wenn sich die Felswände das erste Mal über einem zu schließen scheinen. Es ist wie in einer anderen Welt, wo nur Wasserrauschen herrscht und kühle, feuchte Luft. Es war herr-lich!

Liechtensteinklamm I

Liechtensteinklamm I

Liechtensteinklamm II

Liechtensteinklamm II

Als wir nach etwas über zwei Stunden wieder herauskamen waren wir uns dann auch einig, dass das endlich ein würdiger Abschluss für den ersten Tag sei. Unnötig zu erwähnen, dass wir geschlafen haben wie die Murmeltiere.

Der zweite Tag führte uns nach Krimml, zu den Krimmler Wasserfällen. An diesem Tag hatte ich wohlweißlich meine Wanderschuhe angezogen, denn es galt einige Höhenmeter zu überwinden. Wenn man möchte (und kann!), geht es 380 m in die Höhe, in Sepentinen den Berg hinauf, mit verschiedenen Aussichtspunkten. Man startet vom Parkplatz aus bei 1076 m ü.d.M.. Bis nach ganz oben haben wir es nicht geschafft (Kondition am 2. Urlaubstag: eher nicht für’s lange Wandern ausgelegt), aber immerhin  bis zur ersten Hütte, dem Gasthof Schönangerl auf 1300 m ü.d.M..

Ausblick vom Parkplatz zum Gasthof Schönangerl

Ausblick vom Parkplatz zum Gasthof Schönangerl

Nach einer zünftigen Mittagszeit sind wir noch ein kleines Stück weiter gewandert zu einer wunderbaren Aussicht auf einen der oberen Fälle, aber dann haben wir uns auf den Rückweg gemacht. Es war atemberaubend, so nah an diesen fallenden Wassermassen zu stehen und das Donnern zu hören… ich hätte Stunden nur dort stehen und schauen können, aber dieser Tag war leider auch der, an dem wir etwas nass wurden, also haben wir den Rückweg zum Auto auf den letzten Metern dann doch beschleunigt. Aber es war ein faszinierendes Erlebnis.

Tag drei war ebenfalls wolkig und durchwachsen angekündigt, und wir waren vom Muskelkater angesprungen worden, der sich vor allem in den Beinen und im Allerwertesten festgekrallt hatte. Da sich auf unserer „What to see“-Liste auch eine Höhle befand, dachten wir uns „Hey, Wetter egal, Muskelkater egal, lass uns in eine Höhle steigen!“
Oh, wie wir diesen Gedankengang bereuen sollten…
Wir fuhren also nach Werfen in Richtung „Eisriesenwelt“, und auf der Fahrt konnten wir bereits einen Blick auf die Burg Hohenwerfen erhaschen, die auf einem Felsen mitten im Tal thront.

erster Blick auf Burg Hohenwerfen

erster Blick auf Burg Hohenwerfen

„Falls das Wetter sich halten sollte, können wir da ja nachher auch noch vorbei fahren“, sprach ich zum Liebsten.
Gutes, aber auch SEHR anstrengendes sollte sich aus diesem Satz ergeben…

Der Parkplatz in Richtung Eisriesenwelt lag auf einem Berg, den unser armes, kleines Auto in Serpentinen erklomm. Gespannt betraten wir die (vermeintliche!) Eingangshalle, in der mich erstmal folgende Postkarte anstrahlte:

Die Eisriesenwelt... VOR dem betreten der Höhle als Wunsch in meinem Kopf

Die Eisriesenwelt… VOR dem betreten der Höhle als Wunsch in meinem Kopf

Sah das toll aus! Ich verschwand nochmal schnell für kleine Sunnys, und als ich wiederkam, hatte der Liebste bereits Karten gekauft und schaute irgendwie… sparsam. Auf mein Nachfragen druckste er etwas herum und sagte dann, dass wir zu der Höhle noch Seilbahn fahren müssten… aber nur zwei Minuten!
Oookay, nicht so schlimm…
Ja, und zur Seilbahn müssen wir noch etwas laufen… so zwanzig Minuten.
Hhhhmmmmjaaa. Nagut. Hilft ja nix.

auf dem Weg zur Seilbahn

auf dem Weg zur Seilbahn

Mit dem Muskelkater meines Lebens lief ich also los. Leider schon wieder bergauf. Der Weg zog sich zwischen den Bäumen dahin, die immer weniger wurden, da wir nicht mehr fern der Baumgrenze waren. Endlich, etwas schneller als gedacht, kam die Seilbahnstation in Sicht. Ich sagte ja bereits, dass ich Seilbahnfahren nur so mittelgut finde. Und wenn diese Seilbahn in einer winzigen, quietschenden Kabine fast senkrecht in die Höhe führt, über schroffe Felsen, finde ich Seilbahnfahren sogar richtig, richtig scheiße. Aber hey, nur zwei Minuten!
Tatsächlich nur zwei Minuten und eine Panikattacke später erreichten wir das Ziel. Dachten wir. Denn dann stand da ein Schild: „Fußweg zur Eisreisenwelt ab hier noch ca. 15 Minuten.“ Ich starrte auf das Schild und zerquetschte dem Liebsten fast die Hand.
„Wenn diese Höhle nicht total supermegaumwerfend ist, kriegen wir richtig Ärger, mein Freund!“
Er ist der eigentliche Höhlenfan von uns beiden, muss ich dazu sagen. Ja, ich hatte auch dorthin gewollt. Aber wie ich diesen Wunsch inzwischen bereute!
Werft nochmal schnell einen Blick auf die Postkarte. Das Bild ganz rechts. Man kann es nicht sooo gut erkennen. Aber das war die traurige Wahrheit, als wir um die Kurve hinter der Seilbahnhütte bogen:

Da. Ganz oben links. DAS ist der EIngang zur Höhle.

Da. Oben links. DAS ist der Eingang zur Höhle.

Da standen wir also, über der Baumgrenze, am Rand eines Berges, und erwanderten diesen Weg. Einzig der Gedanke an die toll ausgeleuchtete Höhle und die Tatsache, dass es darin schön kühl und entspannt sein würde, ließ mich die Strecke, wenn auch nicht ganz ohne „Mimimi, schlimmer Muskelkater“-Kommentare, hinter mich bringen. Endlich am Eingang angekommen wurden wir von einem freundlichen, jungen Guide in Empfang genommen, der folgende, verhängnissvolle Worte sprach: „Willkommen in unserer Eisriesenwelt! Jetzt haben sie die weite Strecke hinter sich gebracht, um die Höhle zu sehen, und deswegen haben wir extra für sie Stufen vorbereitet, nämlich 1400. 700 hoch und 700 runter.“
Diese Worte hingen noch ein wenig in der Luft, bis sie zu mir durchdrangen, und dann musste ich ein hytherisches Gekicher unterdrücken. STUFEN?! Was, WAS hatte ich nur Böses getan?
Wir bekamen Grubenlampen in die Hände gedrückt, die Warnung, dass es im Eingang sehr windig sei, da die kalte Luft im Berg in die warme Luft draußen strömen würde, stemmten uns gegen den kleinen Sturm und dann fiel mit einem Donnern die Tür hinter uns zu. Und dann, endlich, sahen wir… nichts. NICHTS. Außer den kleinen, flackernden Lichtern der Grubenlampen.
Um es ab hier etwas abzukürzen: Die Höhle ist groß, sehr kalt, und sehr sehr dunkel. Die Eisskulpturen, die allerdings komplett natürlich gewachsen und deswegen zumindest einigermaßen faszinierend sind, sind mitnichten angeleuchtet wie auf der Postkarte. Der Guide entzündet ein Lichtlein, wenn man nach Minuten völliger Dunkelheit an einer Skulptur angekommen ist, und 45 Sekunden kann man „Aaaaah“ und „Ooooh“ machen (wenn man nicht völlig angenervt und ausgelaugt ist wie ich), und dann wird es wieder dunkel. 70 Minuten lang. Und man weiß die ganze Zeit, dass noch der Rückweg draußen auf einen wartet.
Richtig Ärger hat der Liebste von mir übrigens nicht bekommen. Da war ich viiiiel zu kaputt für. Und er war auch gestraft genug. Fand ich.
Ihr Lieben, dieser Urlaub war toll und voller Highlights. Aber die Eisriesenwelt war keins. Vermutlich erlebt das jeder anders. Aber der Liebste und ich waren danach völlich feddich und haben kurz überlegt, ob wir überhaupt noch zur Burg wollen. Da das Wetter aber viel besser geworden war, ja sogar die Sonne richtig schien, UND auf die Burg eine Zahnradbahn führte, die uns die Erwanderung des Berges ersparte, schauten wir sie uns doch an. Mit Greifvogelschau und Burgführung, und DAS war wirklich toll.

Allein das Sitzen in der Sonne während der Vogelschau war herrlich, und der Blick hoch auf den Berg, den wir am Vormittag „erklommen“ hatten, war irgendwie befriedigend.
Einen kleinen Dämpfer gab es dann leider, als wir uns auf den Rückweg machen wollten. Die Zahnradbahn hatte geschlossen, wegen technischen Problemen. Und der Gedanke, jetzt nochmal einen Berg hinabzusteigen bis zum Auto, war alles andere als verlockend. Aber der Liebste fasste mich beherzt an der Hand und versprach mir, dass der Weg kürzer sein würde als ich dachte, und so war es auch. Außerdem führte er durch einen Wald, in dem es nach Sommer roch und zahllose Vögel sangen, und irgendwie hab ich es geschafft, meine Beine zu ignorieren, die bleischwer waren und inzwischen als Ganzes schmerzten.
Was war das für ein Tag gewesen! Wie ihr euch vorstellen könnt, ließen wir den nächsten Tag dann deutlich ruhiger angehen. Davon erzähle ich aber nächstes Mal. Ein paar schöne Fotos gibt es noch!

Bis dahin genießt erstmal unseren Sommer, wenn auch ohne Berge (aber mit Halden!) hier im Pott.

Herzlichst, Sunny

Dem Himmel so nah…

Ihr Lieben,

es passiert selten, aber ich bin sprachlos. Weil überwältigt. Deswegen erstmal nur einige Impressionen von meinem Besuch in Österreich, bis ich meine Stimme wiedergefunden habe.

Hui. Ich bin verliebt.

Bis bald (mit mehr als Sprachlosigkeit und Herzchen in den Augen),
herzlichst, Sunny

Egmond mit Übernachtung – ein Sonnenwochenende am Meer

Ihr Lieben,

ich war schon wieder am Meer.

in Egmond am StrandIch geb es ja zu, ich kann einfach nicht lange ohne. Und weil wir beide das gemeinsam haben, war ich mit Jasmin zusammen unterwegs.

Am (zumindest für uns) frühen Morgen packte ich sie ein, und auf gut Glück hatten wir auch beide eine Tasche dabei. Wir wollten vor Ort spontan schauen, ob wir für eine Nacht eine Unterkunft finden. Vor Ort war in diesem Fall, wen wundert es eigentlich noch, mein geliebtes Egmond aan Zee. Ich hab euch ein paar sonnige Strandeindrücke mitgebracht, und auch von unserem Mittagsplätzchen an der Sonne bei „Het Wapen van Egmond“, wo wir mittags eigentlich immer zu speisen belieben. Aber vor allem möchte ich diesen Eintrag nutzen, um euch einen 1a-Übernachtungstipp zu geben.

Wir fuhren also gegen 11 Uhr in Egmond ein (über die Strandpromenade am Leuchtturm vorbei, wie ich das seit 30 Jahren tue) und begannen unsere Unterkunftssuche am Kennedeyboulevard, die Churchilllaan runter und überall blickte uns aus den Fenstern ein „Bezet“-Schild an. War ja irgendwie klar, an einem langen Wochenende. Aber dann, um die Kurve auf der Marshallstraat (ja, eindeutig waren wir im Präsidenten-Viertel) endlich ein „Vrij“-Schild. Und am Türschild stand „De Strandwal“ (gerade habe ich bei der Suche nach dem richtigen Link noch ein „Strandwal“ in Egmond gefunden, allerdings in Egmond-Binnen. Das meine ich nicht, auch wenn die Fotos schick aussehen. Wisster Bescheid.). Da hüpfte mein Herzchen, denn vor 8 Jahren hatte ich dort schonmal gewohnt, im Somerhuis. Das sind kleine Häuschen in den allermeisten Gärten dort in Egmond (und anderen holländischen Städten), die an Gäste vermietet werden. Bei den Eheleuten de Waard gibt es Zimmer mit Frühstück, die ich persönlich noch nicht gesehen habe, oder eben das Somerhuis. Und genau das war auch noch frei, also zogen Jasmin und ich nach gerade mal fünf Minuten Suche für 30 Euro/p.P. mit großem Hallo dort ein. Leider gibt es keine Fotos von mir, und auf der Infoseite von Egmond aan Zee sind nur Bilder der Zimmer mit Frühstück, aber hier eine kleine Beschreibung:

Beim Betreten des Somerhuis (als Gast muss man nicht durch das Haus der Gastgeber, sondern hat durch das Gartentor einen eigenen Eingang) steht man in einem kleinen Flur, von dem links eine (sehr steile!, knarzige) Treppe nach oben führt, geradeaus geht es in das kleine, aber feine und pikobello saubere Badezimmer, nach rechts ins Wohnzimmer. Dort stehen eine gemütliche Rattancouch und ein Schwingsessel (ich glaube vom Schweden) um einen kleinen Holztisch, ein Esstisch mit Bank und Stühlen steht an der hinteren Wand, darüber ist ein recht großer Flachbildschirm-Fernseher angebracht, so dass man ihn auch von der Couch aus sehen kann. In einer Nische schließt sich die voll eingerichtete Küche an. Über die Treppe gelangt man ins Dachgeschoss, wo es zwei Schlafkammern gibt, eine kleine am Aufgang der Treppe mit einem 1,40 x 2 m Bett und eine geräumige dahinter mit einem großen Doppel-, einem Einzel- und einem Kinderbett, Platz für Garderobe in Wandschränken und einem Waschbecken mit Warmwasser. Bettwäsche und Handtücher sind vor Ort. Alles ist zwar schlicht, aber trotzdem liebevoll eingerichtet, und kleine maritime Details lassen einen nie vergessen, wo man gerade ist. Eigentlich ist so ein Sommerhaus für Selbstversorger, aber die entzückende Frau de Waard winkte ab und meinte im Hinausgehen zu uns, dass es doch Quatsch sei, für eine Nacht was einzukaufen, und dass sie uns am nächsten Morgen ein Tablett rüber bringen würde. Wir waren sehr dankbar und glücklich, dass der Sonnentag jetzt so richtig anfangen konnte.

Es folgen nun also ein paar Eindrücke für euch vom Mittagstisch und unserem Nachmittag am Strand. Hach.

Den Abend verbrachten wir zum Essen im „Mats“ (wo es sehr lecker, aber auch nicht ganz günstig war) und nach einem Eis als Absacker auf der Couch mit unseren Büchern. Die Nacht war ruhiger als zunächst befürchtet (nebenan im Somerhuis Wand an Wand mit unserem wohnte eine Familie mit gefühlt 50 Kindern, die aber ab halb elf schlagartig still wurden) und am nächsten Morgen stand wie verabredet um neun Uhr Frau de Waard vor unserer Tür. Und mit ihr ein Tablet mit unserem Frühstück. Achtung: zwei frisch gekochte Eier, zwei Gläser Orangensaft, eine Kanne Kaffee, Butter, zwei Sorten Brot, Salami, Schinken, Käse, Marmelade UND Hagelslag (Schokostreusel). OHNE Aufpreis. Da war’n wir erstmal platt, und Frau de Waard wollte von überschwänglichen Dankesbekundungen nichts wissen. Sie wünschte Guten Appetit und überließ uns dem Essen. Großartig.
Also, einfach nur weil es mir so gut gefallen hat und man dort vortrefflich aufgehoben ist, wenn man nicht unbedingt Luxus braucht, mein Übernachtungstipp in Egmond für euch: bei Familie de Waard im Strandwal auf der Marshallstraat 43. So.

Bevor wir am späten Nachmittag zurück gefahren sind, waren wir noch in Bergen-Binnen am Streichelzoo (die liebe Fee hat hier mal darüber geschrieben und sooo süße Fotos gemacht) und nochmal am Strand für einen Tee und Blick aufs Meer, diesmal mit Wolken und Wind, aber das machte nichts. An meiner geliebten Nordsee ist es schließlich immer schön.

Demnächst geht es für mich in die ganz andere Richtung, nach Süden in die Berge. Ich bin schon gespannt… Bis dahin sonnig-sandige Grüße,

herzlichst, Sunny

Ich bin ein Küstenmädel! – Langes Wochenende (mit Beuteldrachen!) in Lübeck Mai 2015

Ihr Lieben,

dass ich das Meer ehelichen würde, wenn ich könnte, wisst ihr ja bereits. Und dass ich, wenn ich nicht so voller Pottliebe stecken würde, sofort in eine Hansestadt zöge, auch.
Am 01. Mai-Wochenende durfte ich eine (für mich) neue Hansestadt erkunden, und auch wenn die an meiner nicht so guten Freundin, der Ostsee liegt, ist die Begeisterung doch sehr groß… also kommt mit und wandelt mit mir an schickimicki Stränden und durch schmale Gassen, und entdeckt ein brägenklöteriges Fischbrötchen und den entzückendsten Beuteldrachen der Welt.

Holstentor LübeckNachdem wir Ende Januar, Anfang Februar gemeinsam Worms und Weinheim erobert hatten, zog es Thomas, Jasmin, den Liebsten und mich also nach Lübeck. Da wir das relativ kurzfristig beschlossen und der 1. Mai so günstig auf einem Freitag lag, mussten wir schnell feststellen, dass wir nicht die Einzigen waren, die an einen Städtetrip gedacht hatten. Aber nach einiger Suche fanden wir dann doch noch eine schöne Unterkunft, nämlich das Hotel Freesenholm in Timmendorf. Dort mieteten wir uns ein Appartement und hatten einen kurzen Weg (ca 20 Minuten) nach Lübeck und einen noch kürzeren (ca 8 Minuten) zum Timmendorfer Strand. Da zog es uns denn auch am Ankunftstag, nachdem wir fast staufrei durchgekommen waren, zum Abendessen und Meer hallo sagen hin.
Nun ja. Wie eingangs bereits erwähnt, ist die Ostsee meine nicht so gute Freundin. Denn ich bin seit Jahrzehnten die Nordsee gewohnt, mit ihren endlos weiten und breiten (!!!) Sandstränden, ihrem rauen Wind und den Wellen. DAS ist für mich, wenn ich „Meer“ sage. Die Ostsee ist da… öhm. Berechenbarer. Um nicht zu sagen, langweilig. Mag ich nicht so. Und Jasmin, die zum ersten Mal an der Ostsee war, stimmte mir zu, dass etwas fehlte. Mein Liebster und Thomas hingegen ergingen sich in Kindheitserinnerungen, denn die beiden waren wiederum immer an der Ostsee gewesen und finden die Nordsee zu… wild. (Unverschämtheit! Aber das nur am Rande.) Das hier erwartete uns jedenfalls, und ich finde, die Wolken reißens mit der Wildheit wieder raus:

Zum Abendessen kehrten wir in einen kleinen, aber feinen Italiener ein, bei dem wir zwar lange auf das Essen warten mussten, aber das lohnte sich wenigstens. Es war nämlich köstlich. Beim Verdauungsspaziergang zurück zum Auto (und damit das Verdauen besser klappte, kippten wir direkt ein bis drei Kugeln Eis hinterher) trafen wir dann auf dieses Plakat. Dieses. Plakat.

Weltfischbrötchentag. Ein Wort für die Ewigkeit.

Weltfischbrötchentag. Ein Wort für die Ewigkeit.

Ob das arme Brötchen so guckt, weil ihm ein Spieß im Kopf steckt? Oder weil ein Fisch mit appen Kopp aus ihm heraushängt?

Ansonsten war der Timmendorfer Strand sehr schick. Nix für mich. Deswegen auch keine Bilder. Alles war doch arg durchgestylt, Menschen ebenso wie Umgebung. Hat mein Herzchen eben nicht hüpfen lassen. Aber dann!
In unserem Appartement zurück entzündete Jasmin fachfrauisch („Hey, ich war bei den Pfadfindern!“) den Kaminofen und wir kuschelten uns auf Couch und Stühle zum quatschen, Drachen züchten und trainieren (auf dem Tablet, versteht sich!) und Let’s Dance gucken. Das war so gemütlich, wie es nur ging. P1010815Und der nächste Tag brachte Sonne und Meer UND eine Hansestadt!
Nach einem wirklich guten Frühstück ließen Jasmin und ich die Männer bei ihren Drachenzüchtungen zurück und suchten uns einen stilleren Strand als den Timmendorfer. Und fanden ihn in Scharbeutz. Dort aalten wir uns eine Stunde in Sonne und Sand, redeten und schwiegen und freuten uns. Ooooh, ich freue mich ganz besonders! Schaut:

<3

Da, im hübschen Babybauch meiner lieben Jasmin, ist nämlich mein Patenkind drin!!! Wie ich mich vorgefreut habe, das zu erzählen! Mitten im Sommer wird die Kleine in unser Leben purzeln, und ich bin jetzt schon so stolz, dass ich platzen könnte.

Schließlich sammelten wir dann aber doch die Männer ein und fuhren alle gemeinsam nach Lübeck. Dort wurde ich geflutet mit Eindrücken einer wunderschönen, teils sehr alten Hansestadt. Wir fanden ein entzückendes Café in einer Seitenstraße, den „Tonfink“, liefen einmal kurz in den großen Niederegger-Marzipanladen direkt an der Breiten Straße, nur um an der meterlangen Schlange ohne etwas zu kaufen wieder hinaus zu gehen, statteten dem Holstentor einen Besuch ab, kauften einige Souvenirs in einem kleinen Laden… und dann entdeckte ich in einer sehr schmalen Gasse den Beuteldrachen. Dort hing er am Museum für Theaterfiguren und eroberte mein Herz im Sturm. Hach…

Unsere Zeit in Lübeck war etwas begrenzt, da wir abends zum großen Barbecue wieder im Hotel sein wollten, aber die Stunden haben gereicht, um in meinem Hansestadtherzchen wieder einen neuen Einwohner aufzunehmen.

Das Barbecue am Abend war ein Gaumenschmaus. Am nächsten Morgen hatten wir kurz überlegt, noch einem Kindheitsurlaubsort des Liebsten einen Besuch abzustatten, aber die vor uns liegende lange Heimfahrt und leider noch wartende Arbeit zwangen uns, doch sofort nach dem Frühstück aufzubrechen. Da es ein Rückreisetag für viele Menschen war, waren auch dementsprechend viele Autos unterwegs. Die knapp vierstündige Fahrt, die unser gutgelauntes, optimistisches Navi bei der Abfahrt versprach, dehnte sich trotz kurz gehaltener Pausen auf beinah sechs Stunden, und da war es doch auch irgendwie schön, wieder zuhause zu sein.
Aber, ich kann es nur wiederholen: Lübeck ist eine Reise wert. Auch wenn man kein Marzipan mag (wie der Liebste) oder die Ostsee langweilig findet (wie ich). Schließlich gibt es dort entzückende Buttons und güldene Schiffe auf Dächern in der Abendsonne. Und einen Beuteldrachen!

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Herzlichst, Sunny

reingelesen: Sternschanze – Ildikó von Kürthy …und meine große Hamburgliebe

Ihr Lieben,

Bücher und ich, das ist so ein Paar, das für immer zusammen gehört. Ebenso wie Hansestädte und ich. UND Musicals und ich. Und in diesem Post vereinen sich alle diese von mir geschätzten dringend gebrauchten Wunderbarigkeiten: ich wandle auf den Spuren des Buches Sternschanze in Hamburg, der schönen Hansestadt und besuche den König der Löwen. So.

Der Liebste und ich verreisen gern zusammen. Auch für „nur mal eben ein Wochenende“. Und da er Hamburg noch gar nicht so richtig kannte, ich aber schon, und da ich keine Eintrittskarten für ein Musical hatte, er aber schon, machten wir uns an einem echten Schiet-Wetter-Tag auf gen Norden.
Nun ist es ja so, dass es von Hamburg-Posts wahrlich viele gibt, weil dieses Stadt einfach umwerfend ist und zahlreichste Geschichten bietet. Und diese vielen Posts wiederum sind bestückt mit vielen, vielen wunderschönen Fotos. Da reihe ich mich jetzt aber einfach nicht ein. Sondern hier kommt zunächst die oben erwähnte Buchempfehlung (denn dieses Buch spielt in Hamburg und hat mich dazu verleitet, dem genannten Viertel selbst einen Besuch abzustatten).

SternschanzeZum Inhalt:

Nicola Lubitz, genannt Nicki, purzelt durch äußerst widrige Umstände mit Anfang 40 aus ihrem Luxusleben in einen ungewollten Neuanfang. Vom barrierefreien Penthouse im Nobelviertel Harvestehude nach einem Zwischenstopp in einem Motel mit Plastikblumen in eine befristete 2-Zimmer-Mietwohnung im Schanzenviertel. Sie findet neue Freunde, alte Wunden und stellt sich die Frage, wie man am besten neu anfängt, wenn man noch nicht mal sicher ist, dass man das Ende überhaupt wollte.

lesenswert?

Da ich ein eingefleischter von Kürthy-Fan bin, musste ich das Buch sowieso lesen. Was mir aber hier besonders gut gefallen hat: man taucht als Leser an vielen Stellen ein in das Leben in Hamburg, die Stadtteile, die Menschen, und die verschiedenen Lebensideale werden so herrlich selbstironisch beleuchtet. Und obwohl die zahlreichen Zeitsprünge manchmal etwas verwirren können, bringen sie Dynamik und Überraschung in die Geschichte, die so ganz anders endet, als ich es von anderen Büchern der Autorin gewohnt war. Dewegen würde ich schon sagen, dass auch Leser, die Frau von Kürthy bisher nicht im Regal zu Besuch hatten, dieses Buch höchst unterhaltsam finden werden.

Die 2-Zimmer-Wohnung im Schanzenviertel ist sogar im Buch mit Adresse angegeben. Und was macht frau da, als neugierige und begeisterte Leserin? Schnappt sich den (zum Glück nicht fußlahmen) Ehemann und wandert in die Sternschanze auf der Suche nach ebendieser Adresse.
Worüber wir aber als erstes „stolperten“, als wir ins Schanzenviertel kamen, war dieses kleine Café:

Herr Max CaféDa wir schon eine Weile gelaufen waren, beschlossen wir dort einzukehren. Die Idee hatten noch so einige andere Menschen gehabt, aber einen kleinen Tisch am Rand konnten wir für uns erobern, und dort ließ ich mir Rhabarber-Baiser-Kuchen und Capucchino und der Liebste eine Limo schmecken. Außerdem ließ ich mein Auge erfreut über die Einrichtung schweifen. Das Herr Max sieht aus wie ein alter, griechischer Imbiss, der mit viele Liebe zum Detail und hinzufügen diverser Möbel und Accessoires in ein süßes, kleines Café umgebaut wurde. Ich kann über die frühere Beschaffenheit nichts sagen, aber in seinem jetzigen Zustand ist es sehr einladend.

Kuchen und Kaffee waren sehr lecker, und es gab noch einiges in der Auswahl, was ich ebenfalls gern probiert hätte, aber es zog uns bereits weiter. Das Schanzenviertel ist nicht schick, zum Glück. Ich finde, es hat Charakter. Gesetzte Herrschaften begegneten uns keine, dafür viele Menschen zwischen 20 und 40, auch einige Familien, kleine Läden, viele Cafés, Bars und Restaurants und herrliche Altbauten.

Was ich mir aber auf keinen Fall nehmen lassen konnte, war, das Haus, in dem Nicki in dem Buch „Sternschanze“ wohnt, selbst zu sehen- zumindest von außen (ja ich weiß, ich olle Stalkerin). Und da war dann auch die Straße… und das Haus. Hach.

Es ist doch wirklich so, dass die meisten Städte auch oder gerade außerhalb ihrer touristischen Hotspots echt viel zu bieten haben. Die Sternschanze kannte ich bis zu dem Buch von Ildikó nicht, und muss sagen, dass ich über das Kennenlernen sehr froh bin. Liebe Sternschanze, ich komme wieder!

An dem Abend unseres Erkundungstages stand dann noch ein Besuch im Musical „König der Löwen“ an. Ich hatte das Musical vor einigen Jahren schon gesehen und wusste, dass ich es lieben und lachen und heulen würde. Der Liebste hat sein Herz schon vor Jahren an ein Musical verloren, das von keinem erreicht werden kann: Les Miserables (und als ich es in London gesehen habe, konnte ich auch verstehen, wieso). So fand er dann auch den Löwenkönig eher zu bunt und zu kindlich, aber „nicht schlimm“, um ihn zu zitieren. Ein Highlight für uns beide war aber der Sonnenuntergang, den uns Hamburg am Hafen kredenzte…
Schiff am Hamburger Hafen
Sonnenuntergang am HafenSo ein wunderschöner Anblick… Ein bisschen konnte er mich damit aussöhnen, dass die Zeit in Hamburg schon fast wieder vorbei war.

Bevor wir dann zurück gefahren sind, musste ich mir aber noch eine Extra-Portion nahenden Frühling abholen, in Blankenese im Treppenviertel. Wart ihr schonmal dort bei einem Hamburgbesuch? Es ist eine eigene kleine Welt, finde ich. Schnuckelige Häuser, verschlungene Gässchen und zu Füßen von alldem die majetätische Elbe.

So schön… und der Abschied wird tatsächlich nur für ein paar Monate sein, denn im Sommer werde ich nochmal nach Hamburg zurück kehren. Mal sehen, was ich dann noch alles entdecke. Ich freu mich schon sehr darauf!

Herzlichst, Sunny

Frühling in den Bergen – Lindau am Bodensee März 2014

Ihr Lieben,

im Moment ist es (nicht nur) reisemäßig noch etwas still bei mir, auch wenn die ersten größeren Trips des Jahres bald anstehen – und in Worms und Emmerich am Rhein war ich ja sogar schon. Aber dafür ist es fast genau ein Jahr her, dass der Liebste und ich uns von Renovierung und Umzug zu erholen wünschten und deswegen für ein (gefühlt viiiel zu kurzes Wochenende) in Lindau am Bodensee einkehrten – und dorthin möchte ich euch jetzt auch mit Worten und Bildern entführen.

Als wollte es zusätzlich zu unserer Erholung beitragen, zeigte sich das Wetter von seiner allerschönsten Frühlingsseite. Nachdem wir die erste Nacht in unserem Hotel Lindenallee genächtigt hatten und uns ein köstliches Frühstück kredenzt worden war, liefen wir mit der Nase in der Sonne los. Ziemlich genau drei Kilometer Fußweg bis auf die Insel mit der Altstadt hatten wir vor uns, und die boten uns bereits ein paar herrliche Ausblicke:

Auf der Insel angekommen (und nach der Feststellung, dass wir ja ganz bequem mit dem Zug aus dem Pott hätten anreisen können, da eine Bahnstrecke bis auf die Altstadtinsel führt) bummelten wir durch die Altstadt, die mit Kopfsteinpflaster und alten Häuschen sehr zu entzücken wusste. Außerdem betrat ich diesen herrlichen Buchladen (ach was?!), in dem ich Stun-den hätte verbringen können, allein um die allesamt handgeschriebenen Buchempfehlungen zu lesen. Die Beratung war hervorragend, und es lief im Hintergrund so schöne Musik, dass ich die passende CD auch direkt mitnehmen musste.
Natürlich durften wir uns auch den Hafen nicht entgehen lassen, wo wir sogar ein paar Stühle in der Kaffeebar 37° in der Sonne ergattern konnten (und glaubt mir, es war so gut besucht, dass es reines Glück war. Ein Paar stand in der Sekunde auf, als wir uns vorsichtig näherten, und nur ein Hechtsprung auf den freien Stuhl konnte den Tisch für uns sichern) und es uns so richtig bei selbstgebackenem Kuchen gutgehen ließen.

Bevor wir am nächsten Tag schon wieder die Rückreise antreten mussten, beschlossen wir, „mal eben“ nach Österreich rüber zu fahren und den Berg Pfänder zu besteigen… ja, ok, größenteils zu befahren und den Rest zu laufen. Nach dem Frühling unten am See begrüßte ich den Schnee dort oben etwas ungläubig, aber durchaus freudig, und da das Wetter sich vermutlich gedacht hatte, dass wir bei trüben Nebel ja gar nix würden sehen können, löste sich die vorher dichte Suppe auf und offerierte uns Folgendes:

Hach! Ich hab es ja schonmal erwähnt, auch wenn ich das Meer abgöttisch liebe, sind die Berge ebenfalls nicht ohne… und in Kombination mit einem See bin ich dann vollkommen glücklich.
Auf dem Rückweg zum Auto (und somit dann auch dem Rückweg in den Pott) fand ich einen letzten Frühlingsgruß:

Frühling auf dem PfänderIch kann es kaum erwarten, wieder unterwegs zu sein! Und natürlich nehme ich euch dann wieder mit, wenn ihr wollt.

Herzlichst, Sunny

Urlaub zuhause – Auszeit am Rhein in Emmerich

Ihr Lieben,

hier und hier war ich ja schon unterwegs an meinem Freund, dem Rhein, und auch dieses Mal zog es mich an sein bereits seit so langer Zeit dahinziehendes Wasser…nach Emmerich, an die deutsch-holländische Grenze, eine knappe Stunde Fahrt von Duisburg aus.

Rheinpromenade Emmerich am RheinManchmal vergesse ich, dass Flüsse, so wie das Meer, mit die ältesten Zeugen der Zeit überhaupt sind. Ich lese gerade ein Buch, das im deutschen Früh-Mittelalter spielt (Rezension könnte durchaus folgen), und auch dort spielt der Rhein eine Rolle. Vielleicht ist mir das Alter dieser Gewässer nicht immer so bewusst, weil sie sich immer verändern.
Emmerich jedenfalls hat einen durchaus interessanten (und seeehr ausführlichen) Wiki-Artikel, zu dem ihr hier gelangt, falls ihr Geschichte mögt. Falls nicht, und ihr lieber direkt weiterlest, folgen jetzt zunächst noch einige Bilder von Eindrücken, mit denen Emmerich mich empfing, als ich ganz am Rand der Promenade an der St.Martini-Kirche geparkt hatte:

Ich bewegte mich quasi im Schneckentempo weiter, weil ich ein schönes Motiv nach dem anderen entdeckte. Aber da ich zum richtig orange-roten Sonnenuntergang wieder am Wasser sein wollte und es allmählich immer dunkler wurde, beschloss ich, noch durch die Stadt zu streifen. Aber was soll ich sagen? Da gab es nichts groß zu streifen. Ich fand eine Einkaufsstraße, wie jede Durchschnittsstadt sie zu bieten hat und hielt vergebens Ausschau nach einer verwinkelten, gemütlichen Altstadt. Hätte ich mal vorher schon in den Wiki-Artikel geschaut, in dem nachzulesen ist, dass Emmerich während des 2. Weltkriegs zu 91% zerstört wurde…. Als ich das erfahren habe, wurde mein Unmut augenblicklich von einem Schaudern abgelöst.
An diesem Abend jedenfalls fanden meine Füße sehr schnell wieder den Weg zurück zur Promenade, denn da wurde das Licht immer hinreißender, und die Zahl der Fotomotive nicht geringer:

Ja, ich gebe zu, mir war saukalt und ich konnte mein Auto bereits sehen, dessen Heizung mich bisher noch nie im Stich gelassen hat, aber ich hatte bereits beim Ankommen große Freundschaft mit der Skulptur „Fährmann“ von Dieter von Levetzow geschlossen und ich wollte mich von Emmerich mit einem besonderen Bild verabschieden. Nach einigem Herumprobieren, wie ich diesem wunderbaren Abendlicht gerecht werden könnte, kam schließlich folgender Anblick heraus, mit dem ich euch aus Emmerich entlassen möchte…

der Fährmann auf dem Weg zur SonneFazit: Das Flair einer „alten Stadt am Niederrhein“ kommt nicht so wirklich auf. Aber Emmerich hat eine wunderschöne Promenade zu bieten, mit zahlreichen Restaurants und Kaffees. Bei schönem Wetter ist das ein herrlicher Ort zum Flanieren und Verweilen. Außerdem ist die St. Martini-Kirche wirklich ein großartiger Anblick… besonders im Abendlicht.