The Soundtrack of my life – Part 4

Ihr Lieben,

es gibt da noch so ein paar Songs… meine letzten Jahre, die ich liedermäßig noch nicht mit euch geteilt habe, 2011 bis heute.
Wie meine musikalische Entwicklung bisher aussah, habe ich euch hier, hier und hier erzählt, und das ist schon eine Weile her. Da wir nun aber bereits in ein neues Jahr gestartet sind, fand ich, dass es Zeit wird für den „Rest“… so far. Denn es geht ja immer weiter mit wunderbarer Musik.

  1. Pictures of you – The Cure

Dieses Lied trat Anfang 2011 in mein Leben, obwohl ich The Cure natürlich schon länger kannte… aber eben nur die Lieder, die im Radio oder im Club liefen wie „Friday I’m in love“ oder „A Forest“. Pictures of you begleitete mich damals auf vielen, vielen Spaziergängen in meinen Ohren oder auch zum Einschlafen (mit allen anderen Liedern des großartigen Albums „Disintegration“) und ist heute aus meiner LiederfürdieEwigkeit-Liste nicht wegzudenken..

Lecker Kaffee im November 2011 in London

Lecker Kaffee im November 2011 in London

2.  Shape of my heart – Sting

Dass ich diesen Künstler verehre, ist nicht neu. Und im März 2012 durfte ich ihn live erleben, in Berlin in einem verhältnismäßig kleinen Club auf seiner „Back to Bass“-Tour. Es war groß-ar-tig. Der Mann stand mit seinem Bass ganz am Bühnenrand, quasi zum Greifen nah (auch wenn ich nicht ganz vorne stand) und hatte eine Ausstrahlung, die die gesamte restliche Band in den Hintergrund treten ließ. Shape of my heart ist ein Lied, das ich schon länger kenne und wirklich toll fand, aber nach diesem Konzert war die Liebe ganz neu entfacht.

3. Black Celebration – Depeche Mode

Bereits das zweite Mal, dass diese Band in meinem Soundtrack auftaucht, aber eben völlig zu Recht. Im Sommer 2013 erfüllte sich ein von mir lang gehegter Traum: ich habe Dave, Martin und Andrew in der Esprit-Arena in Düsseldorf auf einem Konzert gesehen, zusammen mit rund 45.000 anderen Fans, und das war ein ganz besonderer Abend… Eine Veranstaltung von dieser Größenordnung hatte ich noch nicht erlebt, und ich muss ehrlich gestehen, dass ich im Vorfeld ganz schön Bammel hatte. Aber ernsthaft, ich bin so froh, dass ich es doch gewagt habe, denn es war einmalig. Und Black Celebration war besonders eindrucksvoll inszeniert und soll deswegen stellvertretend für alle Songs auf der Playlist des Konzertes stehen.

Me and my Guitar im Sommer 2013 - kurz nach dem grandiosen DM-Konzert

Me and my Guitar im Sommer 2013 – kurz nach dem grandiosen DM-Konzert

4.Walzer für Niemand – Sophie Hunger

Zwar schon im Dezember 2013 sang Emily Intsiful diesen Song in der Sendung „The Voice of Germany“ (und ich fand ihn ergreifend schön), aber für mich gehört er trotzdem zum Jahr 2014, denn da kaufte ich das Album Monday’s Ghost von Sophie Hunger, die das Lied im Original singt. Und seit dem ist es in meiner meistgehörten Liste, weil es mich an viele Stunden in der damals neuen Wohnung erinnert. Beim Tippen am Schreibtisch, beim Baden, einfach bei einem gemütlichen Kaffee auf der Couch.

5. Hey – Andreas Bourani/ Yvonne Catterfeld

Die Interpreten sind für mich an dieser Stelle besonders wichtig. Denn ich mochte das Lied in der Andreas Bourani-Version, weil ich seine Stimme so wunderbar finde (auch wenn er mir als Mensch, aus diversen Formaten jetzt etwas besser bekannt, nicht sooo übermäßig sympathisch ist), und ich mochte es in der Yvonne Catterfeld-Version bei „Sing meinen Song 2015“, weil der Uptempo-Beat mir viel besser gefällt als die getragene Originalfassung… und dann gab es den Song als Duett in der Abschluss-Sendung von „Sing meinen Song“ und es war perfekt: die Stimme von Andreas (die hervorragend mit der von Yvonne harmoniert) und der Uptempo-Beat. Ich bin mir tatsächlich nicht sicher, ob dieser Song für immer bei mir bleiben wird, denn Popsongs haben sich bisher als nicht sonderlich langlebig auf meiner Herzensmusik-Playlist gezeigt, aber im Moment jedenfalls ist er es und bleibt noch.

kurz vor der Abfahrt von meiner Herzensinsel Juist im September 2015

kurz vor der Abfahrt von meiner Herzensinsel Juist im September 2015

Das war es. Erstmal.
Ich bin sehr, sehr gespannt, was das neue Jahr an neuer Musik für mich bereit hält. Aber ich bin mir fast sicher, dass es wieder Lieder geben wird, die sich in meinem Soundtrack des Lebens fest verankern. Denn Musik ist und bleibt nunmal einer der wichtigsten Bestandteile meines Lebens.

Ich hoffe, meine musikalischen Ausflüge haben euch Spaß gemacht, und vielleicht habt ihr ja sogar das ein oder andere Lied für euch entdeckt. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen.

Herzlichst, Sunny

Bloggeburtstag – ganz anders als gedacht

Ihr Lieben,

heute vor einem Jahr habe ich hier meinen ersten Eintrag geschrieben und euch dann direkt mal mit meiner großen Meerliebe vertraut gemacht.
So richtig zu begreifen, dass das schon ein Jahr her ist, fällt mir etwas schwer, aber andererseits ist auch so viel passiert; wird also schon stimmen, der Kalender.

Ja, und warum ist dieser Bloggeburtstag anders als gedacht? Ich habe keine Verlosung, keine Give-aways, keine Sammlung der besten Fotos vom letzten Jahr, und zwar nicht, weil ich da einfach mal gegen bin. Ich finde es schön, wenn es das bei anderen Blogs gibt. Aber hier liegen die Dinge gerade etwas anders, und das möchte ich euch kurz erzählen:
auf meiner Arbeit hat direkt nach meinem Urlaub die anstregendste Zeit des Jahres begonnen. Ja richtig, in Zeiten wo andere Firmen ihre Mitarbeiter in den Sommerurlaub schicken wegen eines „Lochs“ stehen bei uns Urlaubssperre und Überstunden an. Dafür haben wir es in anderen Zeiten etwas ruhiger. Nun könnte ich natürlich versuchen, einfach ganz früh aufzustehen, oder abends nach der Arbeit noch loszulegen, und es gibt da ja auch noch sowas wie Wochenenden… und da kommt das nächste „aber“: die Energie fehlt. Dass meine Krankheit, die Fibromyalgie, mir öfter mal dazwischen grätscht, wisst ihr inzwischen, ich habe hier das erste Mal darüber geschrieben. Und im Moment kommt beides zusammen, die (mehr beanspruchende) Arbeit und die Energielosigkeit. Wenn ich vernünftige Arbeit abliefern will, bin ich für den Rest des Tages leer.
Ich will damit nicht sagen, dass es hier vorläufig ganz still wird. Ich möchte euch noch „richtig“ von Österreich mit dem Liebsten erzählen, von einem Mädelswochenende in Hamburg mit der Besten, von Musik und was sonst noch los ist. Nur wird das in den nächsten Wochen eher unregelmäßig passieren, und ich finde, dass ihr mal kurz wissen solltet, warum ich gerade etwas stiller bin.

Auf jeden Fall möchte ich euch Danke sagen, dass ihr in den vergangen zwölf Monaten hier reingeschaut habt, mitgelesen, kommentiert und sogar mitgefiebert habt. Ich weiß sehr wohl, dass mein Blog ein sehr kleiner unter den viiielen Fischen im Internetozean ist, aber umso mehr freut es mich, dass ihr mein sonnenpuzzleteilchen auserkoren habt, um regelmäßig vorbeizuschauen ❤
Wenn alles läuft wie geplant, geht es Ende August wieder bergauf mit der Quality-Time.
Bis dahin bleibt mir gewogen, wir lesen uns auf jeden Fall!

Herzlichst, eure Sunny

The Soundtrack of my life – special search (Was ist das für ein Lied??)

Ihr Lieben,

ich hab es.
ICH hab es.
Ich HAB es.
Ich hab ES: das ominöse erste Lied ohne bekannten Interpreten aus meiner „The Soundtrack of my life“-Reihe!

Es leben die 90er :-)

Es leben die 90er 🙂

Dieses Bild stammt natürlich, wen wundert es noch, aus Egmond. Aus einem Sommerurlaub mit meinen Eltern. Und ich bin mir sicher, auf der Fahrt nach Holland war auch dieses Lied in meinen Ohren, vom Walkman durch die Kopfhörer in mein Musikliebe-Herz. Ich hatte es nie auf CD, sondern damals von der Mutter einer Freundin bekommen, wo ich es zum ersten Mal gehört hatte. Meine ausführliche Suche im Netz wollte mir nichts ausspucken, und auch eure zahlreichen Vorschläge (danke nochmal dafür!) waren zwar großartig, aber nicht das gesuchte Lied. Ich hab schon kurz darüber nachgedacht, ob ich mir das Lied über die Jahre zusammenfantasiert hätte… aber dann! Auf einer alten, schrömmeligen Kassette schlummerte es zwischen solchen Welthits wie „Max don’t have sex with your ex“ und „Think about the way“, und ich hatte schon nicht mehr geglaubt, es zu finden.

da ist es!In einer dieser typischen Ikea-Aufbewahrungsboxen habe ich noch viele, viele meiner alten Tapes herumliegen und dachte irgendwann, dass dieses Lied doch vielleicht noch darunter sein könnte…? Auf einer Hülle stand es zumindest (ich hatte wirklich Herzklopfen, als ich den Titel las), nur war die völlig falsche Kassette darin. Also kamen noch einige Unbeschriftete in Frage, sieben an der Zahl. Und die vorletzte, die ich durchprobierte, spulte, ein paar Selkunden hörte und dann weiter die „fwd“-Taste drückte, offerierte mir das hier (vom Liebsten netterweise digitalisiert, aber die Qualität hat natürlich gelitten):

Hold on (?)

So. Das ist es also, und trotz gebührendem Abstand von über 20 Jahren mag ich das Lied noch immer sehr. Klar, da hat keiner das Rad neu erfunden, aber ich weiß immer noch genau, warum meine Reihe damit begonnen hat.
Aber finde ich den Text irgendwo im Netz? Weiß ich jetzt, welche Band oder Sängerin das ist?? Nö!
Ich brauche nochmal eure Hilfe, bitte. Dann ist das letzte Puzzleteilchen (tarääää! Was für eine Fügung) an seinem Platz. Vielleicht kennt es ja einer von euch und kann mir sagen, wo außer auf einer abgeliebten Kassette ich es noch finden kann.

Herzlichst, Sunny

UPDATE: es ist gefunden! Es heißt tatsächlich Hold on und erschien 1993, interpretiert von der deutschen Band Stone & Stone! Vielen Dank, ich habe ein Stück musikalische Kindheit zurück 😀

 

The Soundtrack of my life – Part 3

Ihr Lieben,

nach dem etwas trübsinnigen Abschluss der vorherigen musikalischen Rückreise bringen wir das Jahr 2002 fröhlicher deutlich anders hinter uns, und dann nehme ich euch mit in eine sehr verändernde Zeit. Schule vorbei… und jetzt? Und die Liebe, die Freundschaft… und immer wieder die Musik.

 

The Soundtrack of my life – Part 3

 

1. After Dark – Tito & Tarantula

Das Jahr 2002 ging für mich auf eine Art und Weise zu Ende, mit der ich in der Form nicht gerechnet hatte. Der Herzschmerz der vorigen Zeit ging vorbei, aus zwei Gründen: ich entdeckte eine neue Musikrichtung, und die wiederum ließ mich einen Herrn entdecken. Die Musikrichtung war, ganz grob gesagt, Gothic. Und der Mann, von dem ich mir sicher war, dass mein Vater ihm die Tür vor der Nase wieder zu machen würde (was er aber gar nicht tat! Er mochte ihn!!), machte mich sehr glücklich. Das oben genannte Lied war das erste, zu dem wir gemeinsam tanzten. Nein, nicht expressionistisch. Nur sehr… nah.

 

auf der Tetraeder-Halde, 2003. Der Kerl hatte seine Kamera mit für den Sonnenuntergang. Und da saß ich drin. Tja.

auf der Tetraeder-Halde, 2003. Der Kerl hatte seine Kamera mit für den Sonnenuntergang. Und da saß ich drin. Tja.

2. Won’t forget these days – Fury in the slaughterhouse

Ja, ich weiß. Voll gothic… nicht. Aber nur, weil ich diese Musik für mich entdeckt hatte, hieß das dann nicht, dass ich plötzlich taube Ohren für anderes hatte. Diese Band mochten nicht nur der Herr und ich beide sehr gern, das Lied habe ich auch für eine Freundin gesungen, als die 2003 wegzog in die Schweiz. Auf der Abschiedsparty packte ich meine Gitarre aus, und den Refrain hab ich mitnichten allein gesungen. Schön war’s.

 

3. Until the end of the world – Apoptygma Berzerk

Das passt dann schon eher in die „schwarze Szene“. Wollte ich jedem Lied gerecht werden, das mich durch diese Zeit begleitet hat (angefangenes, aber abgebrochenes Studium, am Wochenende tanzen), müsste ich eine seeehr lange Liste anfertigen. Aber dieses beschwört doch besonders viele und besonders schöne Bilder herauf von durchgetanzten Nächten und vielen lieben Menschen, von denen ich damals wusste, wenn ich in unsere „Stammdisco“ gehe, treffe ich auf jeden Fall 2/3 von ihnen… Falls es jemanden interessiert, das war das ehemalige Saint, heute Kulttempel, in Oberhausen.

 

4. My last Serenade – Killswitch Engage

Dort, im Saint, lief auch gerne mal dieses Lied. Es soll für eine Freundschaft stehen, die zu dieser Zeit besonders intensiv war, und das zugehörige Mädel sehe ich immer noch vor mir zur Musik abgehen (<- was für ein Unwort eigentlich. Aber irgendwie beschreibt es das am besten), wenn ich dieses Lied höre. Wir haben heute keinen Kontakt mehr, aber damals haben wir viel zusammen erlebt, und das vergesse ich nicht.

 

5. Willst Du? – Schandmaul

Das erste Lied, welches ich wirklich und vollständig auf der Gitarre zupfen lernte. 2004 hatte ich nach meinem missglückten Studium eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel mit dem Schwerpunkt Musikalien begonnen, und ein Arbeitskollege aus der E-Gitarrenabteilung wurde mein Gitarrenlehrer. Das Lied steht für einiges: Stunden im Zimmer meines Lehrers, die nicht nur zum Gitarrespielen, sondern auch zum Reden und besondere Musik näher bringen genutzt wurden, das Ende meiner Beziehung zu dem Gothic-Herrn Anfang 2005 und die Hochzeit zweier sehr guter Freunde von mir (wenn die auch „erst“ 2009 stattfand). Der Satz meiner Freundin „Wenn wir mal heiraten, wünsche ich mir, dass du dieses Lied für uns singst“ hatte schließlich und endlich 2005 dazu geführt, dass ich es lernen wollte. Und ich hab ihren Wunsch erfüllt.

 

Ich trete mal eben den Gegenbeweis an, dann Gothics a) nie in der Sonne sind und b) nie lachen... voll untrue.

2006 im Wald am Rotbach. Ich trete mal eben den Gegenbeweis an, dann Gothics a) nie in der Sonne sind und b) nie lachen… voll untrue.

6. Far away – Nickelback

Musikalisch wieder in bekannteren Gefilden, wohl auch aus dem Grund, dass ich im Jahr 2006 seeehr viel auf der Autobahn unterwegs war und dabei oft Radio hörte. Ich fuhr zwischen Bochum und Köln hin und her, wo zwei Filialen meines Arbeitgebers waren, und ich als Azubine bekam dann öfter mal die Fahrt aufgedrückt. Machte mir aber nix aus, denn Anfang 2006 hatte ich mein Herz verloren, gründlich und schmerzhaft, an jemanden, der in Köln ansässig war und den ich demzufolge am ehesten sehen konnte, wenn ich diese Fahrt auf mich nahm. Überhaupt war 2006 ein Jahr: Fußball-EM in Deutschland, mein Auszug von zuhause in die erste eigene Wohnung (nach Bochum zur Ausbildungsstelle), ein wunderbares Festival am Tanzbrunnen in Köln… und ein gebrochenes Herz. Zweimal. Von demselben Mann. Selbst Schuld, kann ich da nur sagen. Also jetzt, mit dem gebührenden Abstand.

 

7. Chasing Cars – Snow Patrol

Aber 2006 war auch das Jahr, das freundlich zu Ende ging. Denn nicht nur lernte ich damals über eine sehr gute Freundin den Liebsten kennen, mit dem mich damals schnell eine Freundschaft verband, sondern auch den Herrn, der die Katzen, von denen ich hier schonmal erzählt habe, in mein Leben brachte. Nach dem Chaos, das das Jahr über geherrscht hatte, war das Gefühl, zu dem oben genannten Lied früh morgens zur Arbeit zu fahren und alles, aber auch alles in meinem Leben wieder herrlich zu finden, eine schöne Abwechslung.

Im Zoom, 2008. Die Haare werden wieder kürzer und heller, die Musik gitarrenlastiger.

Im Zoom, 2008. Die Haare werden wieder kürzer und heller, die Musik gitarrenlastiger.

 

8. Saxon Street – Ezio

Ezio ist ein Sänger, dessen Musik mich immer, immer, immer an die darauffolgenden Jahre erinnern wird. Mein damaliger Mann des Herzens brachte Ezio in meinen Gehörgang, und da ist er bis heute verblieben. Ich verbinde damit vor allem Autofahrten (seltsamerweise scheint dabei immer die Sonne…), da wir am Anfang 80 Kilometer auseinander wohnten und immer hin und her gependelt sind (und später landeten wir erst für ein Jahr in Gelsenkirchen, wo wir aber beide irgendwie nicht so recht heimisch wurden, und dann in Oberhausen, meiner alten Heimat), ausgelassenen Gesang und Urlaub. Wir haben Ezio auch einmal live gesehen, in Unna. Das war ein herrlich atmosphärisches, klein gehaltenes Konzert, das auch zu den schönen Erinnerungen gehört.

 

9. Searching my soul – Vonda Shepard

Nachdem ich zwei Jahre Auszeit hatte, war ich 2006 zu meiner Band zurückgekehrt, und Searching my soul gehörte zu unserem Repertoire, damals und tut es heute noch. Ein Lied, bei dem ich Westerngitarre spiele und singe und mit dem ich mich wirklich wohl fühle. Was dann dazu führte, dass ich im September 2010 das unfassbare Vergnügen hatte, mit einer ganz anderen Band auf der Bühne zu stehen, nämlich als „Talent des Monats“ bei der Session Possible von Wolf Codera. Nichts gegen meine Band-„Jungs“, aber mit professionellen Musikern spielen zu dürfen, die sonst Stefanie Heinzmann, Xavier Naidoo und Konsorten begleiten, war echt… unglaublich. Die spielen Lieder auf Zuruf. Nix wochenlange Proben im Bunker.
„Welche Tonart issn das?“ – „A-Dur!“ – „Ah, klar. Dann weiß ich.“
Natürlich.
Ich kann euch sagen, diese drei Auftritte in Hattingen, Solingen und Essen stehen ganz, GANZ weit oben auf meiner Liste der (musikalischen) „War das groß-ar-tig!!“-Erinnerungen.

 

10. Live for real – K’s Choice

2010 ging nachdenklich zuende. Es gab eine Trennung, die zwar diesmal von mir ausging, was es aber emotional nicht unbedingt einfacher gemacht hat, und einen Umzug (mal wieder), aber diesmal nur innerhalb von Oberhausen. Plötzlich war ich nach über vier Jahren wieder allein in einer (ziemlich kleinen) Wohnung und hatte zu wenig Platz für meinen Krimkrams (ich kann echt nix wegschmeißen… vor allem nichts, das aus Papier ist. Briefe, Bücher, Kladden. Seufz.) und zu viel Platz für meine Gedanken. K’s Choice kannte ich zu diesem Zeitpunkt schon länger (meine beste Annie und ich hatten sie schon 2000/2001 sehr viel gehört), aber als ich da zur Weihnachtszeit statt mit wie sonst hüpfendem eher vor sich hin schwingenden Herzchen stand, fiel mir „Live for real“ wieder ein.
I will breathe the air, I’ll dance
And you will wonder why
It’s because you made me see
This chance was moving by
Because I’m not gonna live forever
But as long as I do
I’d love to live for real
With you I might get there
With you I might start to feel
With you I will get there
With you I will live for real.
Und dann begann ich, sehr viel Zeit mit dem Liebsten zu verbringen. Und mit Paul.
Man sieht ja, was daraus geworden ist.

Fünf Jahre liegen noch zwischen damals und heute. Einen letzten Ausflug wird es also noch geben, aber vermutlich keine 10er Liste mehr. Vielleicht kommt ihr ja dann nochmal mit. Es gibt noch was Neues, und schönes Altes.
Bis dahin alles Liebe,

herzlichst, Sunny

Momentaufnahme VI

Was man nicht so alles wieder findet… Diese Momentaufnahme ist 2011 entstanden, vor dem Urlaub. Und sie hat mich deswegen besonders erfreut, weil ich eigentlich großen Schiss hatte. Fliegen und so. Aber dann kam

 

 

Paula

In der hektischen Anonymität eines großen Flughafens gibt es eine Insel. Sie besteht aus einem Tisch und zwei Sesseln, einer Tasse Kaffee, einem leeren Teller mit übrig gebliebenen Krümeln und drei Menschen.
Eine hübsche junge Frau, mit einem freundlichen Lächeln, sonnengebräunter Haut und Lichtreflexen im Haar, die nicht nach einem überteuertem Friseur aussehen. Ein junger Mann mit schwarzem Haar und Brille, in einem hellen Hemd und Jeans.
Und Paula.
Sie ist etwa zwei Jahre alt, mit Kulleraugen, einer Stupsnase und winzigen, dunkelblonden Löckchen, die wild ihr Gesichtchen umstehen.
Sie sitzt bei ihrem Papa auf dem Schoss und benennt Tiere in einem Bilderbuch.
„Löwe!“ „Tiger!“ „Affe!“
„Was für ein Affe?“, fragt ihr Vater und sie sagt im Brustton der Überzeugung: „Gorilla!“
Die Mama schmunzelt und greift nach ihrem Kaffee. Papa und Paula grübeln derweil über den Namen eines Vogels.
„Ein Beo?“ versucht Mama mitzuraten.
„Beos sind schwarz“, entgegnet Papa bestimmt.
„Der IST schwarz“, grinst Mama.
„Aber nicht ganz!“, triumphiert Papa.
Paula hat den Wortwechsel wie einen Ball hin und her verfolgt, aber das ist auf Dauer nicht sehr spannend, und so klettert sie nun auf dem Sessel herum. Die Menschen hinter ihr haben sie entdeckt und schneiden Grimassen mit ihr. Während Paula genussvoll an einem Keks knabbert, kramt Mama nach ihrer Zeitschrift und fragt dann, ob sie wohl noch dazu käme, ihren Kaffee zu trinken und etwas zu lesen…?
„Papa hat schließlich schon gelesen, jetzt ist die Mama mal dran.“ Paula nickt verständig. Klar.
Doch kaum hat Mama sich zurück gelehnt, kommt Paula übermütig angekrabbelt, greift mit ihrem freien kleinen Händchen nach Mamas Arm, mit einem Gesicht, das sagt „So, genug gelesen, hab mich lieb!“ und schwupps… da landet ein Schwung des dunklen Gebräus auf T-Shirt, Hand und Tasche. Und dem Pandabären in der Handtasche.
„Ach Paula“, seufzt Mama, während Papa hilfreich eine Serviette reicht.
„Und ich hab noch überlegt, ziehst du ein weißes T-Shirt an…? Guck mal, jetzt ist auch Kaffee auf dem Panda!“
Große, bestürzte Kinderaugen betrachten den eigentlich weißen Pandarücken, der jetzt braune Flecken trägt. Aber Papa rubbelt resolut mit der Serviette und siehe da…
„Zum Glück ist der Teddy aus 100% Poly-Poly“, scherzt er, und ein Lächeln lässt Mamas Gesicht  wieder erstrahlen. Paula nimmt den geretteten Teddy dankbar entgegen.
Schließlich wirft Mama doch noch einen Blick in die Zeitschrift, während Paula und Papa neue Bilder gucken.
Bevor es losgeht zum Flieger muss noch ein kleiner Kampf über Schuhe ausgefochten werden. Denn Paula mag keine Schuhe anziehen.
„Aber dann können wir nicht nach Portugal fliegen“, gibt Mama zu bedenken. Paula schüttelt den Kopf, dass die blonden Löckchen tanzen.
„Willst du garnicht nach Portugal?“
„Nein!“
„Und du willst auch nicht dein Planschbecken in Portugal aufbauen?“
Kurzes Zögern. Schließlich: „Doch!“
Also Schuhe. Und wenig später auf Papas Arm die großen Flugzeuge bestaunen.
Auch schon vor dem Urlaub gibt es Inseln der Ruhe und des Glücks. Man muss sie nur sehen.

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The Soundtrack of my life – Part 2

Ihr Lieben,

heute geht es also weiter mit meiner musikalischen Rückreise. Wir verlassen die Neunziger zuerst schleichend und tauchen dann ein in die 2000er, eine sehr bewegte Zeit in meinem Leben, sowohl musikalisch als auch menschlich. Aber lest selbst…

 

The Soundtrack of my life – Part 2

1996, auf Zypern. Ich warte auf den Bus. Sonnend. In Plateau-Schuhen. Logisch, oder?

1997, auf Zypern. Ich warte auf den Bus. Sonnend. In Plateau-Schuhen. Logisch, oder?

1. You must love me – Evita OST

Im April 1997 im Urlaub auf Zypern (zum zweiten Mal, mit meinen Eltern) war ich unglücklich verliebt. Soll ja schonmal vorkommen, mit 15. Und dieses todtraurige Lied half mir so wunderbar dabei, mich in meinem Schmerz zu suhlen. Der ganze Soundtrack von Evita begleitete mich durch diesen Urlaub (noch heute weiß ich durch egal welches Lied davon, wie ich mich damals gefühlt habe, als ich auf unserem Balkon saß), aber dieses Lied war das am meisten zurück gespulte. Es lebe der Walkman.

2. Ein und Alles – Reinhard Mey

Frühsommer ’97, auf dem Weg aus besagtem Liebeskummer heraus, bekam ich von einer Freundin meine erste Mey-CD geschenkt, das Live-Album „Lebenszeichen“. Aus irgendeinem Grund hörte ich die zweite CD zuerst, beim Zimmeraufräumen (erstaunlich, dass man damals dachte, wie aaaanstrengend es ist, die paar Quadratmeter in Ordnung zu halten… ob das der Grund ist, warum erste eigene Wohnungen oft auch nicht mehr als ein, zwei Zimmer haben?), schmunzelte über die Lieder und die Ansagen dazwischen… und dann begann „Ein und Alles“. Es würde den Rahmen dieses Posts sprengen, wenn ich jetzt versuchte, alles aufzuzählen, was ich seit dem zu diesem Lied gedacht und gefühlt habe. Zumal das für so einige Mey-Lieder gilt, die nach und nach dazu kamen. Deswegen soll dieses eine für viele andere stehen, die zu einer großen Liebe geführt haben, die nie weniger wurde, sondern immer mehr wächst.

3. All out of love – Air Supply

Gemeindefest im Sommer ’97. Gruppenbildung zum gemeinsamen Musizieren ist gefragt, denn abends soll es eine kleine Aufführung geben, wo das Einstudierte in die geneigten Zuhörerohren geträufelt werden soll. Der Zufall will es, dass ich mich mit einem Mädel zusammen tue, die ich vom sehen bereits kenne und die eine Gitarre dabei hat. Wir sitzen in der winzigen Teestube des Kindergartens, probieren ein bisschen, lachen uns kaputt und singen am Abend schließlich oben genanntes Lied. Und nein, das war nicht (nur) die Geschichte zu dem Song. Der Song ist der Anfang einer Geschichte. Nämlich meiner Besten und mir, die ich somit dieses Jahr im Sommer seit 18 Jahren kenne und die mein Leben in vielerlei Hinsicht bereichert hat (und es noch tut), nicht nur musikalisch. Aber bei diesem Lied bin ich wieder 15 und singe mit ihr zum ersten Mal. Hach.

1997, in unserem Garten. Ich hüpfe neckisch aus dem Bild. Warum auch immer.

1998, in unserem Garten. Ich hüpfe neckisch aus dem Bild. Warum auch immer.

4. Infected – Bad Religion

Im Jahr danach war das unglückliche Verliebtsein endgültig vorerst vorbei, denn das „un“ wurde gestrichen durch einen jungen Mann, der bis heute einen nicht geringen Einfluss auf meinen musikalischen Werdegang hat (auch wenn ein paar Jahre Funkstille dazwischen lagen). Damals jedenfalls waren wir zusammen und verbrachten große Teile unserer Zeit mit Nintendospielen (hauptsächlich er, während ich zusah), Kinogängen (ca einmal die Woche. Was haben wir uns nicht alles angeguckt!) und Musik. Er versorgte mich mit Tapes (die damals bereits schwer am Aussterben waren. Leider!) und eins davon war vollgepackt mit Bad Religion. Ich war sechszehn, ich war aus (Pubertäts – und ähnlichen) Gründen manchmal stinksauer und diese Musik war genau richtig dafür.

5. Somebody – Depeche Mode

1998 war auch das Jahr des Gesangs mit meiner besten Annie. Aus unserem Auftritt beim Gemeindefest war nicht nur eine Freundschaft entstanden, sondern auch eine Zwei-Mädchen-Band names „The Spells“ und wir trafen uns mindestens einmal die Woche zum proben, und wannimmer wir durften, fand diese Probe in der Kirche statt. Denn die Akustik dort war erstens der Wahnsinn, und zweitens stand dort ein (genau richtig um melancholisch zu klingen, leicht verstimmtes) Klavier. Ich konnte einige Tasten drücken, die dann hörbaren Klang ergaben, aber für die Begleitung unserer Lieder war Annie zuständig, die damals schon einfach vom Zuhören Musik nachspielen konnte. Einige der Lieder, die wir zusammen sangen, ließen sich mit einem Klavier einfach besser begleiten als mit der Gitarre, wie Somebody eben. Es gibt einige Songs, die mich an unsere Proben dort erinnern, aber dieses ist bis heute bei mir (und in meiner meistgehörten Playlist) geblieben.

6.  Rosanna – TOTO

Unsere musikalische Aktivität blieb (in unserem Stadtteil. Weil der klein war. Hust.)  nicht ungehört, und so trat 1999 eine Band auf uns zu, die es zu diesem Zeitpunkt bereits schon länger gab, ob wir nicht bei ihnen mitmischen wollten. Wollten wir allerdings, und obwohl es auch hier zahlreiche Lieder gibt, die wir zusammen gespielt haben, ist Rosanna doch besonders wichtig für mich. Zum einen hatten Annie und ich jedesmal einen Heidenspaß mit der „Choreographie“, die wir uns dazu ausgedacht hatten, und zum anderen war dieses Lied auch auf einer Kassette (ja doch! Fortschritt und so, aber ich hab es ja schonmal gesagt, ich liebe Tapes!), die wir in diesem (und dem Sommer danach) immer und immer wieder hörten und lauthals mitsangen.

7. Josephine – Reamonn

Im Sommer 2000 trat ich meinen allerersten Nebenjob an: bei McDonald’s im CentrO. Ich weiß, Klischee und so, und ja, natürlich hätte ich mir auch besseres vorstellen können, aaaber: zum einen gingen Annie und ich zusammen hin (was zu einigen Tanzeinlagen hinter der Theke führte, wenn das immerfort laufende Programm in der Cola-Oase einen guten Song zu spielen beliebte) und zum anderen traf ich dort einen Menschen, der für die nächsten Jahre ebenfalls sehr wichtig für mich werden sollte (auch wenn betreffende Dame nun nicht mehr in meinem Leben ist, in meinen Gedanken schon) und dieses Lied erinnert mich an beides. Und an einen Urlaub am Meer. Und daran, dass in diesem Sommer mein Leben noch eine andere Wende nahm, ich wurde nämlich vom „wenn es der Zufall will, verirre ich mich mal in eine Disco“ zum „wann ist endlich wieder Wochenende, ich will TANZEN!!“-Mädchen. Und das hat die nächsten Jahre mehr beeinflusst, als man zunächst denken würde.

8. Lakini’s Juice – Live

Als das Jahr 2000 sich dem Ende zuneigte, ging es stramm auf mein ABI zu (mehr schlecht als recht), ich hatte mein erstes eigenes Auto (gebraucht und bereits abgeliebt, aber sooo toll) und meine Wochenenden gestalteten sich recht ähnlich: arbeiten bei McD, abends mit Annie den herrlichen Film „Mystery Sience Theatre 3000“ gucken, auswendig mitsprechen, uns dabei ausgehfertig machen und dann in den „Delta Musik Park“ in Duisburg, ins Rockzelt. Damals war es noch das große Zelt mit den Balken, und wir hatten unseren Platz links vor der Theke, damit wir nach einer seltenen Trinkpause (ich Wasser, Annie nicht) wieder auf die Tanzfläche stürmen konnten. Durch unsere gemeinsame Musik konnten wir irgendwie nicht anders als uns ständig anzusingen, und auch wenn es noch viel mehr Lieder gibt, die ich bei dieser Gelegenheit im Kopf habe (Take a look around, Nobodys Wife, Wie es geht…) kann Lakini’s Juice stellvertretend für diese alle stehen, denn auch das gehört zu den Liedern, die sich seit damals in meiner (Herzens-) Playlist festgesetzt haben.

2001 in meinem ersten Auto, ein Ford Fiesta genannt Maxi. Groooße Liebe damals.

2001 in meinem ersten Auto, ein Ford Fiesta genannt Maxi. Groooße Liebe damals.

9. My mind is dangerous – Life of Agony

2001 ist das Jahr meines Schulabschlusses und das Jahr vom Abschied bei McD. Und es ist ein Jahr der Liebe. Leider nicht nur im positiven Sinne. Es würde zu weit führen, das detailiert auszuführen, aber ich formuliere es mal so:
Hideous devastations, lifeless serenity
My abstract emotions, somehow get the best of me
Lord take away my sorrow, Lord take away my pain
Erasing life tomorrow, ain’t the motive to the game
My mind is dangerous, that’s who I’ll always be

10. OK – Farin Urlaub

Anfang 2002 fand das Elend dann ein Ende. Nein, nicht wirklich. Die Beziehung, die dazu geführt hatte, fand ein Ende, das Elend hielt mit seinen ekelhaften Widerhaken-Krallen kreischend an mir fest. Meine Beste war (der Liebe wegen) weggezogen ins nicht so ferne, aber so unerreichbare Niedersachsen. Ich machte mein „Freiwilliges Soziales Jahr“ im evangelischen Krankenhaus in Mülheim an der Ruhr, hatte keine Ahnung, wie es danach mit mir weiter gehen sollte (studieren? Ausbildung? Rumhängen?!) und war inzwischen nicht nur am Wochenende in einer Disco anzutreffen, sondern enterte auch mittwochs mit zwei Freundinnen das „Delta“ zur Ladys-Night. Die beiden teilten sich meinen Sekt und dann ging es wieder auf die Tanzfläche, die Ahnungslosigkeit, die Traurigkeit und die Wut wegtanzen. Freundlicherweise stellte der Herr Urlaub (und der DJ im Rockzelt, der unsere Vorlieben kannte) mir „OK“ zur Verfügung, um mich heiser zu brüllen. Danke dafür.

 

Hm. Kein besonders positives Ende, fällt mir auf. Ist aber ja erstens kein Ende, sondern nur ein Abschnitt, und zweitens liegt es nur daran, dass die zehn Titel hier aufgebraucht sind. Denn beim nächsten Mal nehme ich euch mit in musikalisch veränderte und verändernde Jahre, die einen besseren Nachgeschmack hinterlassen werden. Versprochen.

Herzlichst, Sunny

The Soundtrack of my Life – Part 1

Ihr Lieben,

dass Musik immer ein Thema für mich ist, wisst ihr bereits.
Und sowohl Nikes wunderbare Reihe „my favorite ten“ als auch der Abend mit einem lieben Mädel vor einiger Zeit, die mich auf das Folgende ansprach, waren ausschlaggebend für diese Reihe, die ich hier beginnen möchte:
Musik, die mich in unterschiedlichen Abschnitten meines Lebens begleitet hat, wichtig war, mein Motor, mein Rückzug, meine Freude.

The Soundtrack of my life

am Strand, 1984

am Strand, 1984

Als ich damit begonnen habe, die Lieder aufzuschreiben, die mir in den Sinn kamen, war mir schnell klar, dass dies eine Reihe werden würde, denn ich war bei meinem 14. Lebensjahr angekommen, als ich bereits die ersten zehn voll hatte.
Demnächst geht es also weiter. Hier aber zunächst der erste Teil.

1. Hold on

Warum kein Künstler, direkt bei meinem Einstiegssong, fragt ihr euch? Nicht zu Unrecht, aber der Grund ist folgender: ich weiß es nicht mehr! Ich weiß nicht mal mehr, ob es wirklich nur „Hold on“ oder etwas mit noch mehr Wörtern im Titel heißt. Ich habe dieses Lied auch nicht mehr, dabei war es mir 1993 so wichtig, dass ich es auf einer Kassettenseite mit 45 Minuten immer wieder nacheinander aufgenommen hatte, um nur dieses eine Lied zu hören. Vielleicht finde ich es ja mit eurer Hilfe wieder? Es kann in den 90ern oder früher erschienen sein, wird von einer Frau gesungen, beginnt mit einer akustischen Gitarre und die einzige Zeile, an die ich mich zu erinnern glaube, denn mein Englisch war mit elf noch nicht sehr fortgeschritten, geht so und ist der Anfang des Refrains: „You’ve got to hold on to your heart, my friend…!“ Kennt es jemand? Ich habe es weder über google, noch youtube finden können, deswegen glaube ich, dass es nicht soooo bekannt ist. Hach. Hilfe!

2. The name of the game – ABBA

Mit diesem Lied im Ohr bin ich mit meinen Eltern mit knapp elf in den Urlaub nach Holland gefahren. Ja genau, nach Egmond. Ich saß hinten mit Walkman und Kopfkissen, hab aus dem Fenster geguckt und hatte dieses Lied im Ohr. Wenn beim zweiten Refrain die Gitarren wieder einsetzen, stellt sich zuverlässig meine Gänsehaut ein. Und nein, es gibt kein anderes Lied von ABBA, das ich toller finde. So.

in Holland, 1992

in Holland, 1992

3. Total eclipse of the heart – Bonnie Tyler

Das war nicht nur der Soundtrack meines Lebens mit knapp zwölf, sondern auch der Titelsong zu einem Buch, das ich schreiben wollte. Über das Leben einer Comicfigur, die ich damals toll fand. Ok, finde. Denn heute gibt es ihn auch als Realverfilmung. Und das mit dem Buch über sein Leben hat sich erledigt, da es jetzt genug Filme gibt, die sich damit beschäftigen. Hätte ich das Buch mal zu Ende geschrieben und veröffentlicht.

4. Gone too soon – Michael Jackson

Uuund noch ein Soundtrack zu einer Geschichte, die ich geschrieben habe, diesmal auch mit Ende. Eine Kurzgeschichte über ein Mädchen, das nach einem Bootsunglück auf einer einsamen Insel in einem erloschenen Vulkan ein Volk von geflügelten, sprechenden Pferden findet. Jaja. Ich war zwölf!

5. Fade to Black – Metallica

Mit dreizehn holte mich der große Weltschmerz fern von geflügelten Pferden so langsam ein. Ein Freund nahm mir ein Tape auf mit Musik, von der er meinte, dass ich sie kennen sollte. Und darunter befand sich auch dieser Song. Was habe ich dazu vor mich hin brütend während der Busfahrt zur Schule aus dem Fenster gestarrt. Hachja.

6. Ordinary World – Duran Duran

Was soll ich sagen? Entdeckt auf einer Kuschelrock, geliebt bis heute. Dieses Lied hat unzählige Erinnerungen gesammelt, aber eine der ersten ist, dass ich auf meinem Teppich im Dachzimmer liege und aus dem Fenster gucke. Ich bin ein Fenstergucker, offensichtlich.

auf der Kirmes, 1994

auf der Kirmes, 1994

7. Black hole Sun – Soundgarden

Im Sommer 1994, bevor ich dreizehn wurde, liefen zwei Lieder in Endlosschleife auf MTV, dem einzigen Sender, den ich in unserer Ferienwohnung in Egmond für beachtenswert hielt, wenn ich nicht holländische Schlümpfe gucken wollte. Eins davon war dieses. Ich war entsetzt über das Video und konnte doch nicht weggucken. Wenn das Lied heute irgendwo läuft, drehe ich voll auf. Es ist Egmond, es ist Sommer, es ist mein pubertierendes, verunsichertes ich. Genau wie…

8. Inside – Stiltsken

…dieser Song. Bekannt aus der Levis-Werbung (eine Hose, die man damals einfach tragen musste. Kein kleines rotes Schild dran, Jeans nix wert. So einfach war das.) und von mir ebenfalls bis heute geliebt.

9. If I never knew you – John Secada & Shanice

Zurück zur Romantik. Kurz nach meinem 14. Geburtstag kam 1995 ein neuer Disneyfilm ins Kino, „Pocahontas“. Ich war, bin und bleibe bekennender Disney-Trickfilm-Fan, und auch wenn ich die neueren durchaus gerne gucke, sind doch die Älteren, angefangen in den späten 80ern von „Arielle, die Meerjungfrau“ über den „König der Löwen“ (tiefe 90er) bis „Fantasia 2000“ meine Liebsten. Das oben genannte Lied lief im Abspann, mir direkt ins Ohr und ins Herz und ist dort geblieben bis heute.

10. Losing my Religion – REM

Auch wenn es einige Jahre zuvor bereits veröffentlicht war, dauerte es bis Anfang 1996, dass dieses Lied den Weg in mein Leben fand. Mehr als im Hintergrund zufällig gespielt zu werden, meine ich. Es war die Zeit, in der ich den Konfirmandenunterricht besuchte, kurz bevor es dann im Mai ’96 soweit war. Der Song begegnete mir bei der im Unterricht gestellten Frage „Was bedeutet Religion eigentlich für mich?“ (dass es in dem Lied nicht im eigentlichen Sinne um Religion geht, erschloss sich mir erst später, hat der Liebe aber keinen Abbruch getan) und blieb dann bei mir. Zusammen mit vielen anderen Liedern von REM, aber das würde den Rahmen sprengen.

So. Dieses war der erste Streich, und der zweite folgt… nicht sogleich, aber bald. Dann geht die Reise mit mir und der Musik weiter. Bis dahin haltet die Ohren weit offen, der Soundtrack des Lebens findet jeden Tag statt!

Herzlichst, Sunny

 

10 Bücher, ohne die manches Puzzleteilchen fehlen würde

Ja, ich weiß. Solche Listen sind gerade überall unterwegs. Aber ich mag sie. Sehr sogar. Und als die liebe Sabine von „Text, Mags, Rock’N’Roll“ hier ihre Liste postete, war mir endgültig klar, dass ich das auch machen möchte.

So. Und nimmt man da besonders „schlau“ wirkende Bücher, weil man nicht wie der letzte (im Grunde unbelesene) Depp dastehen will? Hab ich kurz überlegt, aber dann müsste ich die Liste ehrlicherweise in „10 Bücher, durch die ich mich etws gebildeter gefühlt habe“ umbenennen. Hier aber kommt eine 100%ige Herzensliste. Bücher, die ich (teilweise seit meiner Kindheit) liebe und bis heute immer wieder lese. Bitteschön.

10 Bücher(Die Reihenfolge ist zufällig. Beim besten Willen könnte ich da keinen absoluten Liebling herausfischen.)

1. Das Glück der Elli G. – Nortrud Boge-Erli
Ein Mädchen Anfang des 20. Jahrhunderts, das sich nicht damit abfinden will, dass nur Jungen etwas lernen dürfen, während sie Aussteuer nähen soll. Das Buch führt durch ihr bewegtes Leben, und mein zwölfjähriges Ich wollte auf der Stelle auch so etwas erleben. Aber das war 1994, und da war Lernen als Mädchen durchaus möglich, also gar kein Ausbruch nötig. Tja. Die Liebe zum Reisen hat dieses Buch trotzdem deutlich mitgeprägt.

2. Die „Harry Potter“ Reihe – J.K. Rowling
Hab ich das erste Mal erst mit knapp 24 gelesen. Und zwar alle (bis dahin erschienenen) sechs Teile in 12 Tagen. Ich hatte Urlaub und nach dem ersten Band beschlossen, dass es auch sonst nichts weiter zu tun gab. Der Grund, warum ich diese Reihe sowohl in deutsch als auch auf englisch jeweils mindestens fünf Mal gelesen habe (die Hörbücher nicht mitgezählt), ist ein ganz einfacher: ich bin dann einfach weg. Ich bin in Hogwarts, mit Harry und allen anderen, und das jedes Mal aufs Neue.

3. Zum Beispiel Colleen – Sigrid Heuck
Ich hab ja hier schonmal geschrieben, warum dieses Buch etwas Besonderes für mich ist. Es ist nicht die aufregenste Geschichte aller Zeiten, aber authentisch. Und ist Schuld an meiner groooßen Irlandliebe.

4. High Fidelity – Nick Hornby
Ich weiß wirklich nicht mehr, wann ich dieses Buch zum ersten Mal gelesen habe. Ich glaube, vor ca. 10 Jahren. Und ich habe Tränen gelacht und den Soundtrack in vollsten Zügen genossen. Und mir vermutlich meine Leidenschaft für Listen dort abgeschaut…

5. Ronja Räubertochter – Astrid Lindgren
Hach. Meine geliebten Großeltern haben mich, sobald ich lesen konnte und deutlich gemacht hatte, dass ich das auch sehr, sehr gerne wollte, mit vielen Büchern von Frau Lindgren versorgt. Ich habe sie alle verschlungen, aber Ronja hat mich im Sturm erobert. Und sie tut es immer noch, auch wenn ich das Buch jetzt anders lese als mit zehn. Damals wollte ich auch auf einer Burg leben, und im Sommer in einer Höhle im Wald. Ich wollte in einem Waschzuber baden und abends an einem riesigen Lagerfeuer sitzen. Heute lese ich das Buch mit einem liebevollen Lächeln. Über Ronja, aber auch über mich. Dieses Buch ist für mich Nostalgie pur.

6. Das Superweib – Hera Lind
Jawohl. Auch dieses Buch ist wichtig für mich. Der von uns Schülern damals gleichermaßen bewunderte wie auch schief beäugte Lehrer Herr Dellen kam in der… ich glaube, 8. Klasse darauf, dass wir einfach mal das lesen sollen, wo wir drauf Lust haben. Das war das Ergebnis. Und ich habe das Buch schon so oft gelesen… und zwar immer dann, wenn selbst Harry mir zu schwere Kost war. Wenn ich krank mit Husten , Rotz und Kopf im Bett lag, wenn der Kopf mit wirbelnden Gedanken nicht zur Ruhe kommen wollte, wenn ich nicht schlafen konnte. Und ich finde, auch das ist einen Platz auf der Liste wert.

7. Die „Osten Ard“-Saga – Tad Williams
Vielleicht auch dem ein oder anderen Fantasy-Fan als „Das Geheimnis der drei Schwerter“ bekannt. Mit 14 begann meine Freundin Sarah, mir das erste Buch von insgesamt vieren (à ca 900 Seiten) vorzulesen. Aber nachdem wir für den ersten Teil zwei Monate gebraucht hatten, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit Simon und Miriamel weiter ging und habe den Rest selbst gelesen. Verschlungen. Und ich gestehe hiermit ganz offiziell: ich bewundere diese Serie mehr als den Herrn der Ringe. So. Es ist mein Traum, einmal so eine komplexe, wunderschön ausgearbeitete Geschichte zu erzählen. Und wenn es nur ein Traum bleibt, war es aber ein besonders schöner.

8. Ansichten eines Clowns – Heinrich Böll
Dieses Buch hat in mir den Wunsch geweckt, mehr über Menschen zu erfahren. Über ihre Beweggründe, Hintergründe, Gedanken. Und auch über das Thema Religion. Ich glaube, die melancholischen Gedanken von Hans Schnier über das Leben und die Menschen haben dazu geführt, dass ich mir gewünscht habe, selbst neugieriger zu sein, mehr zu hinterfragen. Und wenn ich mir mich so anschaue, ist dieser Wunsch wohl in Erfüllung gegangen. Danke Ben, dass Du mir dieses Buch gezeigt hast.

9. Momo – Michael Ende
Was soll ich sagen? Ich finde, wer dieses Buch nicht gelesen hat, hat etwas verpasst. Etwas wunderbares. Punkt.

10. Mondscheintarif – Ildikó von Kürthy
Als ich das erste Mal mit der Fibro zu kämpfen hatte bzw. mit den Angstattacken, die später zu den Symptomen gezählt wurden (das war 2003), konnte ich eine ganze Weile nichts anderes als belanglose Frauenliteratur lesen. Aber Ildikó ist die einzige aus der langen Reihe rosafarbener Buchrücken, die mein Bücherregal zieren, die so bleibenden Eindruck hinterlassen hat, dass ich ihre Bücher bis heute immer wieder lese. Eigentlich ist ihr zweites Buch „Herzsprung“ mein absolutes Liebchen, aber Mondscheintarif war das erste Buch von ihr, das ich gelesen habe. Ich danke für die wirklich gute Unterhaltung, auch in dunklen Stunden.

So. Was sagt ihr? Ist was für euch dabei? Lust auf eine eigene Liste? Her damit!

Herzlichst, Sunny

reingehört: von Depeche Mode bis Reinhard Mey – eine Favoritenliste

Favoriten

(Ich warne an dieser Stelle schonmal vor: es wird ein laaanger Blogpost. Mit viiiiel Musik.)

Es überkam mich beim bahnfahren. Da hab ich meistens Musik auf den Ohren und gerne mal eine Playlist. Und ich erwischte mich bei bestimmten Liedern, wie ich das Buch aus der Hand legte und die Lautstärke hochstellte, obwohl ich das Lied in- und auswendig kannte. Und die sind es einfach mal wert, an euch heran getragen zu werden. Vielleicht sind ja ein paar Überraschungen dabei.

Manche begleiten mich seit Jahren, einige sind noch relativ „neu“… für mich. Ich habe festgestellt, dass fast alle Lieder, die ich schließlich zu meiner derzeitigen (und hier veröffentlichten) „Musik, die mich berührt und bewegt“-Liste hinzugefügt habe, nicht aus den letzten paar Jahren stammen. Außer zweien. Immerhin.

(die Reihenfolge hier hat nichts mit der „für mich am Wichtigsten“-Reihenfolge zu tun, denn das kann nach Tagesstimmung wechseln)

 

Peter Gabriel – The Book of Love (2010)

Ich kenne es aus der US-Serie „Scrubs“. Da hat es mir schon mit seinem Klangteppich aus schmachtenden Streichern eine Gänsehaut verpasst. Aber letztes Jahr zu meiner Hochzeit war es dann auch noch das Lied, das den Liebsten und mich auf dem Weg zu unserer Trauung begleitete. Und jetzt hat es für immer einen Platz auf meiner ❤ Liste.

The book of love has music in it, in fact that’s where music comes from
Some of it is just transcendental, some of it is just really dumb
But I, I love it when you sing to me
And you, you can sing me anything

 

Depeche Mode – Home (1997)

Gesungen habe ich es schon mit 16 (1998. Pchuuu.), in einer Unplugged-Version mit meiner Besten, Jugendkeller-Proberaum, zweistimmig. War damals schon verzaubert. Und dann tauchte es plötzlich auf einer Playliste vom Liebsten auf, als wir gerade frisch zusammen waren. Nach einem wunderbaren Abend hatten wir uns ins Bett gekuschelt, und da war es mit einem Mal von den Boxen neben dem Bett wieder in meinen Ohren.

Feels like home… I should have known… from my first breath

 

The Smiths – There’s a light that never goes out (1986)

Die großartigen Smiths kenne ich erst seit 2001, als beim Tanzen am Samstagabend das erste mal „Bigmouth strikes again“ an mein Ohr drang und ich es sofort adoptierte. Dass ich „There’s a light…“ wirklich kennen lernen sollte (also nicht nur so im Hintergrund hören, während man etwas anderes tut), hat aber noch bis 2006 gedauert. Da nahm mir ein guter Freund ein Tape auf (ja-haaa, sooo 1990… aber ich hatte zu der Zeit noch ein Auto mit Kassettendeck UND ich mag Mixtapes. So.), wo dieses Lied, eingebettet in andere, tolle, darauf wartete, von mir gehört und geliebt zu werden. Tue ich, bis heute. Und kein Ende in Sicht.

Take me out tonight, oh take me anywhere, I don’t care
(…) And if a ten ton truck kills the both of us
To die by your side, well, the pleasure, the privilege is mine

 

Sting – The Hounds of Winter (2009)

An Weihnachten 2009 saß ich bei meinen Eltern auf der Couch und meine Mam legte eine CD ein „die wird dir gefallen, ist ein Winter-Album von Sting“. Was soll ich sagen? Jedes Lied schon so oft gehört, dass zählen überflüssig wäre, die ganze Platte „If on a winters night“ ist unfassbar schön, aber dieses oben genannte Lied kriegt mich immer wieder… besonders starke Erinnerung an meinen ersten (!) Winterurlaub 2013, als ich nach einer Schneewanderung mit diesem Lied auf den Ohren vor einer Hüttn saß… Hach.

I can’t make up the fire the way that she could
I spend all my days in the search for dry wood

Board all the windows and close the front door
I can’t believe she won’t be here anymore…

 

Joni Mitchell – Both sides, now (1969 + 2000)

Was für eine Sängerin… Ich kann mich nur deswegen für den genannten Titel entscheiden, weil er mich als allererstes bezaubert hat. Es ist wirklich schade, wenn ich bedenke, wie lange es schon Musik von Frau Mitchell gibt und ich erst 2003 auf sie aufmerksam wurde… da ist nämlich der Film „Tatsächlich…Liebe“ erschienen, und in einer Szene läuft dieser Song (wen’s interessiert: als Karen zu Weihnachten die CD von Harry bekommt und nicht die von ihr erwartete Halskette). Sofort danach musste ich dieses Lied haben. Die Version von ’69 ist etwas schwungvoller, die von 2000 sehr getragen, aber ich mag liebe sie beide.

Moons and Junes and Ferris wheels, the dizzy dancing way that you feel
As every fairy tale comes real, I’ve looked at love that way
But now it’s just another show, you leave ‚em laughing when you go
And if you care, don’t let them know,  don’t give yourself away

I’ve looked at love from both sides now, from give and take and still somehow
it’s love’s illusions I recall… I really don’t know love at all

 

Tori Amos – Winter (1991)

Auch dieses Lied ist mir eigentlich zu spät begegnet, wenn ich mir vorstelle, wieviele melancholische Jahre wir noch hätten miteinander verbringen können… So aber war es bereits das Jahr 2009, als der Liebste (der damals noch ein Freund war) mir eine CD zum Geburtstag schenkte, auf der sich dieses Glanzstück befand. Wannimmer ich es höre, stellt sich eine Gänsehaut ein, allein wegen der starken und doch zerbrechlichen Stimme von Frau Amos. So ein wundervolles Stück Musik.

Mirror mirror where’s the crystal palace? But I only can see myself
Skating around the truth who I am, but I know dad, the ice is getting thin

 

Gregor Meyle – Keine ist wie Du (2012)

Dieses Lied ist eines der neuesten für mich, weil ich es erst diesen Sommer im Juni 2014 kennenlernte, durch das Fernsehformat „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“. An diesem Abend, der sich um den in Deutschland noch nicht sooo bekannten Singer und Songwriter Gregor Meyle drehte, interpretierte Sarah Connor diesen Song. Und bekam damit 14.000 Likes auf facebook innerhalb von fünf Minuten. Und womit? Mit Recht!! Mir persönlich gefällt aber das Original von Gregor noch etwas besser, denn er leidet bei diesem Lied so sehr, wie es bisher nur Jan Plewka bei „Ohne Dich“ konnte. Zugegebenermaßen hätte ich das Lied 2006 eher gebrauchen können… aber so geht es mir eben heute unter die Haut und straight in den Tränenkanal.

Ich will nie wieder alleine bleib’n, ich will nie wieder so einsam sein
nie wieder so furchtbar leiden, wegen dir
doch keine ist wie du…

 

London Grammar – Nightcall (2013)

Da ich den Film „Drive“ nicht gesehen habe, war mir zunächst nicht bekannt, dass Nightcall ein Cover ist. Es ist ursprünglich 2010 erschienen, von dem französischen Electro-House Künstler Kavinsky, und London Grammar haben es für ihr Debüt-Album „If you wait“ neu aufgenommen. Das ganze Album ist absolut hörenswert, aber keins der Lieder packt mich so sehr wie Nightcall. Die Steigerung, sowohl in Hannahs Stimme als auch musikalisch, ist perfekt inszeniert und wird mit Sicherheit dafür sorgen, dass dieses Lied noch lange auf meiner Favoritenliste bleibt.

I’m giving you a night call to tell you how I feel
I’m gonna drive you through the night down the hills
I’m gonna tell you something you don’t want to hear

 

Das war es schon beinahe… Der aufmerksame Leser wird sich vielleicht fragen, warum neun Lieder und nicht eine TopTen? Weil es so besser passte, ganz einfach. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Einen hab ich aber noch. Und danach wünsche ich euch ein wunderschönes Wochenende!

 

Reinhard Mey – Viertel vor sieben (1998)

Der Herr Mey begleitet mich seit 1997. Damals bekam ich von einer Freundin ein Livealbum von ihm geschenkt, Lebenszeichen. Das hatte so gar nichts mit der nervigen Interpretation von „Über den Wolken“ zu tun, die ich bis dato immer versucht hatte, wegzuignorieren. Über Herrn Meys Art, mich mit seinen Liedern auf eine Reise mitzunehmen könnte ich einen eigenen Blogpost schreiben (vielleicht tue ich das sogar irgendwann…), aber ich habe dieses Lied auf meiner Liste, weil es mich ungelogen immer zum weinen bringt. Egal, ob im Zug, im Auto, zuhause. Es weckt eine Sehnsucht nach… irgendwas, eine Wehmut nach Zeiten, die länger her sind als meine eigene Kindheit. Es ist schwierig zu erklären. Aber wer sich drauf einlässt, der versteht dann schon.

Nur einen Augenblick noch mal das Bündel ablegen und mit argslosem Übermut
durch dunkle Wege, der Zuflucht entgegen und glauben können: Alles wird gut!
Manchmal wünscht‘ ich, die Dinge wär‘n so einfach geblieben
und die Wege gingen nur gradeaus…
Manchmal wünscht‘ ich, es wär‘ noch mal viertel vor sieben
und ich wünschte, ich käme nach Haus

Ich wünschte, ich käme nach Haus…

 

Im Land der Leprechauns – sunny spells and occasional showers

Cliffs of Moher

Cliffs of Moher

Diesen September ist es fünf Jahre her. Da habe ich mein Herz an eine grüne Insel verloren.

Vor einigen Tagen schrieb ich mit einem Bekannten zum Thema Fotografie über die Schönheit von „wilden, ungezähmten“ Orten. Und da fielen mir unweigerlich drei Momente ein: der Ausblick von den Cliffs of Moher, die Stille am Poulnaborne Dolmen und der Anblick der Berge am Lady’s View. Kann ja kein Zufall sein, dass diese Orte alle in Irland sind. Eigentlich ist das ganze Land eine einzige, ungezähmte Schönheit.

Ich wollte schon lange nach Irland. Es war ein Buch, das zum ersten Mal die Sehnsucht nach dieser Insel geweckt hat, und zwar dieses hier. Ich glaube, damals war ich zwölf. Es ist die wahre Geschichte einer Autorin für Pferdebücher, wie sie an ihre erste (und unvergessene) Connemara-Stute Colleen gekommen ist. Dafür musste Frau Heuck damals nach Irland reisen, und einige Kapitel ihres Buches spielen dort. Sie beschreibt Land und Leute (und das Wetter) so eindringlich, dass ich mich unweigerlich dorthin versetzt gefühlt habe. Es war mir sofort klar, dass ich einmal dorthin reisen würde musste.

2009 war es dann endlich so weit. Da ich ja bekanntlich fliegen nicht soooo sonderlich gern mag, trat ich die Reise mit einem Schiff an, der Oscar Wilde. Diese Fähre ist zwischen Roscoff, einem kleinen französischen Hafen, und Rosslare, einem irischen Hafen im Süd-Osten, nonstop unterwegs, also ohne in England Halt zu machen. 18 Stunden dauerte die Überfahrt und es war herrlich. Meerliebe + Schiffliebe = seehr glückliche Sunny. Aber das war nichts im Vergleich zu den 18 Tagen auf der Insel. Eine gute Woche in einem Cottage im Westen, 10 Tage im Südwesten, drei davon in einem Hotel. Was soll ich sagen? Ja, die Iren sind wirklich so gastfreundlich und musikalisch, wie man immer hört. Ja, die Insel trägt ihren Beinamen „Die Grüne“ mehr als zurecht. Ja, das Wetter ist tatsächlich so unbeständig und gewaltig und wunderbar. Und ja, ich muss auf jeden Fall nochmal hin! Aber was erzähle ich so viel? Ich lasse lieber Bilder sprechen.

Im Westen (Lahinch, Galway, Burren, Dolmen, Ennis):

 

Im Südwesten (Lady’s View, Kenmare, Bantry, Sheep’s Head, Ring of Kerry, Killarney):

 

Wer jetzt ganz große Lust bekommen hat, Irland besser kennenzulernen, dem möchte ich noch dieses Buch ans Herz legen: Sunny Spells – Occasional Showers von Christoph Fechler.Selten habe ich etwas gelesen, das Irland und seine Menschen treffender beschreibt. Humorvoll und mit einem großen Augenzwinkern geschrieben ist jedes einzelne Kapitel lesenswert. Und was war es für ein schönes Detail, zu entdecken, dass das Haus von Herrn Fechler in Kenmare steht – in dem Ort, wo ich als zweites gewohnt habe. Hach.

Wenn ich die Bilder so betrachte, hab ich tatsächlich wieder den Wind im Gesicht und den… wirklich grünen Geruch in der Nase. Die Gänsehaut, die sich bei mir eingestellt hat, als ich an dem über 5000 (!) Jahre altem Dolmen stand, ebenso wie das Gefühl, stundenlang an den Cliffs of Moher sitzen zu können und auf’s Meer zu schauen und das reiche für’s Glücklichsein… alles ist unvergessen. Am Abreisetag, bevor es auf die Fähre ging, waren einige Menschen von Tourism Ireland an der Autoschlange mit Clipboards unterwegs, um die Insassen zu befragen, wie ihnen der Aufenthalt gefallen habe. Und auf die Frage, was ich denn nun von „ihrem“ Irland halte, konnte ich der Dame im Regenmantel nur antworten: „It’s just… stunning. Breathtaking.“ Und das war nichts als die Wahrheit.

Die Sehnsucht nach Irland ist ungebrochen groß, und nach diesem Blogpost erst recht. ❤ Ich komme wieder!

Sunny Spells

Sunny Spells