Über Sunny

Neu-Bloggerin, aber voller Tatendrang :)

Große Veränderungen

Sometimes good things fall apart, so better things can fall together.
Marilyn Monroe

Ihr Lieben,

dieser Satz steht, geschrieben auf einer Postkarte, auf meinem Schreibtisch. Ich habe diese Postkarte im Jahr 2014 von einer meiner liebsten Freundinnen geschenkt bekommen, und zwar ganz genau ein Jahr, bevor mein Leben… auseinanderfiel. Um dann wieder… zusammenzufallen.

Ich kann noch gar nicht so richtig glauben, dass es schon wieder Mai ist. Vor ein paar Tagen war die Taufe vom Herzenskind ein Jahr her. Und in wiederum einigen Tagen mehr wird es ein Jahr her sein, dass ich mit ihr nach Ostfriesland gefahren bin, zum ersten Mal. Zeit ist wirklich relativ, das merke ich überdeutlich, seit ich Mama bin. Auch vorher schon gab es Zeiten, die gefühlt „verflogen“ sind, aber nun rinnen mir die Tage, Wochen, Monate dahin.
Doch es fühlt sich anders an. Ich habe mal einem Freund gegenüber geäußert, dass ich mich um manche Zeiten betrogen fühle. Weil sie vergangen sind, und nichts von dem, was in dieser Zeit passiert ist oder ich getan habe, scheint zu bleiben oder von Wert gewesen zu sein. Das ist nun komplett anders. Ja, die Zeit rennt. Aber nicht sinnlos. Ich begleite einen kleinen Menschen auf dem Weg durch’s Leben. Das ist manchmal unfassbar viel Verantwortung, aber eben auch unfassbar viel Glück. Jedenfalls empfinde ich es so.
Ich hatte soviele Fragen, als ich schwanger geworden bin, und als meine bisher gekannte Welt, meine geglaubte Welt, dann auseinanderfiel, noch während ich das Mädchen erwartungsvoll strampelnd im Bauch trug, sind diese Fragen in nackte Angst umgeschlagen. Und ich habe weiß Gott in meinem Leben schon Angst gehabt, die ich, obwohl ich das Meer so liebe, immer als Wellen beschrieben habe, die mich umwerfen, aber das? Das fühlte sich in manchen Momenten an wie ein gewaltiger Stein, unter dem ich zermalmen, zerbrechen, ersticken würde, und Angst vor’m Zerbrechen, die kannte ich bis dahin noch nicht. Ich würde ein Menschenkind auf die Welt bringen, in der ich meinen bis dahin sicher geglaubten Platz verloren hatte, und trotz aller lieber Menschen, die ja zum Glück an meiner Seite waren, kann ich mich nicht erinnern, mich je so hilflos gefühlt zu haben.

Ich habe euch in einigen Posts hier zumindest ein wenig davon erzählt, wie ich mich selbst damit überrascht habe, dass ich nicht nur nicht zerbrochen bin, sondern viel stärker war, als ich mir zugetraut hätte. Und jetzt fühle ich mich wieder so: nicht nur ist mein auseinander gefallenes Leben wieder „zusammen“. Es ist besser, viel besser als ich geahnt hätte. Als ich überhaupt bereit war, zu glauben, denn wer richtig tief fällt, hat bekanntlich erstmal Schiss vor’m Fliegen, und Veränderungen in einem eh schon in vielen Teilen neuen Leben fühlen sich an wie ein Düsenjet. Aber wer hätte das gedacht? Ich liebe das Fliegen ❤

Meine Arbeit hat sich verändert, ich bin innnerhalb der Firma an eine Stelle gerutscht, an der ich mich nie gesehen hätte und bin meinem Chef so dankbar, dass er mich voller Zuversicht dorthin gesetzt und gesagt hat "Das machst du schon!" Ja, tue ich tatsächlich, und es ist toll.
Und ich habe so viele Ideen, was ich noch tun will. Mit dem Herzenskind, dem Herzensmann, Familie, Freunden, aber auch für mich. Ich habe ganz konkrete Ideen für diesen Blog, für neue Puzzleteilchen meines Lebens.
Aber das wird auch wieder Zeit brauchen, auf jeden Fall noch, bis eine weitere, große Veränderung über die Bühne meines Lebens gebracht worden ist. Ich verlasse den Ruhrpott nach über 35 Jahren und lasse mich dort nieder, wohin mich meine Ausflüge und meine Kindheit sowieso schon oft geführt haben und ich mein gefühltes zweites Zuhause habe: am wunderschönen Niederrhein, genauer, am nördlichen Niederrhein. Ende Juli wird es soweit sein, und ich freue mich so sehr, aber es ist auch noch sooo viel zu tun.
Deswegen denkt nicht, dass ich euch keine neuen Puzzleteilchen mehr kredenzen möchte, doch, ich will! Und wie! Aber etwas dauern wird es noch.
Bis dahin wünsche ich euch eine wunderbare, ausgefüllte, und deswegen verfliegende, aber nicht verschwendete Zeit!

Herzlichst, SunnyWaldfrühling

Von Rückkehr und Einkehr

Ihr Lieben,

ich bin verliebt. Und zwar in vielerlei Hinsicht.
In das Leben, denn es zeigt sich mir immer wieder auf so liebenswerte Weise mit seinen kleinen und großen Ereignissen, Schönheiten, Begegnungen…
In mein Kind, denn sie ist das größte Wunder und Glück, dessen Ausmaß ich mir (obwohl mit wirklich viel Fantasie gesegnet) nicht mal ansatzweise vorstellen konnte.
Und in einen Mann. Und das war letztes Jahr für einige Zeit undenkbar.

Aber ich greife vor. Das neue Jahr ist schon wieder zwei Monate alt, und ich möchte endlich mein Versprechen halten und euch von meiner Rückker zum Hof Upwarf Ende September letzten Jahres erzählen.

Hier habe ich euch berichtet, was für eine wunderbare Erfahrung der erste Besuch dort war. Und es war völlig klar für mich, dass ich nochmal wieder kommen wollte, allein schon, um Oma Helga zu zeigen, wie groß das kleine Mädchen in der Zwischenzeit geworden war. Jetzt begab es sich aber, dass es zum geplanten Zeitpunkt des Besuchs im herrlichen Ostfriesland bereits jemand in unser Leben getreten war, der das Meer ebenso liebt wie das Mausekind und ich: der Nordmann. Und deswegen traten wir die Reise zu dritt an.
Und kommt es überraschend, dass Ostfriesland im Herbst ebenso bezaubernd ist wie im Frühsommer? Nicht wirklich, oder? Hier ist eine kleine Galerie für euch:

Es waren diesmal nur vier Tage, aber die heilende und befreiende Wirkung von Luft, Wasser und geliebten Menschen setzte trotzdem sofort ein. Die kleine Maus hatte ihre erste Erkältung mit in diesen Kurzurlaub genommen, und nach nur zwei Tagen Rotznäschen ging es ihr wieder gut. Ob auf dem Arm, im Tragetuch oder im Buggy, sie saugte die Bilder und Eindrücke genauso auf wie bei unserem ersten Besuch. Und der Nordmann händelte das kränkelnde, neugierige Baby, als hätte er nie etwas anderes getan. Setzte sie ins Tragetuch, damit sie mehr sehen konnte, ging mit ihr bis an die auslaufenden Wellen heran, um sie ihr zu zeigen und holte nachts das wuselige und nicht schlafen könnende Mädchen aus ihrem Reisebettchen zu uns ins Doppelbett, wo sie, eine Hand von mir, eine Hand von ihm festhaltend, schließlich selig einschlummerte. Wie hätte ich diese Tage mit diesen Beiden nicht genießen können?

Wir haben unfassbar gut gegessen, ob nun in Norden im Speicher No.77 oder in Greetsiel im Fischerhus, und morgens bei Oma Helga ein köstliches Frühstück bekommen.
Wir setzten einmal auf meine Herzensinsel Juist über, wenn auch nur für wenige, viel zu kurze Stunden, die wir drei fast komplett am Strand verbrachten, wir haben eine Minikreuzfahrt zu den Robbenbänken gemacht, wir waren in Norden und Greetsiel spazieren und sind am letzten Tag, um dem Meer quasi Lebewohl zu sagen, noch nach Bensersiel gefahren, um dort den Strand genießen zu können. Der Abschied fiel uns denkbar schwer, auch wenn wir wieder die Gewissheit hatten, dass wir wiederkommen werden.

Was soll ich anderes sagen als „ich bin verliebt“? Das Leben ist so gut zu mir gerade…

Nordmann und Mausekind

Es stehen noch einige Veränderungen an, ihr Lieben. Aber dazu dann mehr beim nächsten Mal.
Genießt die schönen Stunden, bis bald!

Herzlichst, Sunny

Erstens kommt es anders…

… und zweitens, als man denkt. Manchmal aber auch nicht.

Ihr Lieben,

das Jahr neigt sich dem Ende zu. Und wie komplett anders ist es doch verlaufen, als ich mir das vorgestellt hatte!
Beim letzten Mal hatte ich euch versprochen, mehr von meinem zweiten Besuch auf dem Ferienhof Upwarf zu erzählen. Aber das muss noch warten. Ich möchte einen Abschieds-Brief an 2016 schreiben. Das habe ich früher (also richtig „früher“, als Kind und Teenager) in meinem Tagebuch immer getan, und es war jedes Mal gut und wichtig für mich. Über die letzten Jahre habe ich wieder angefangen, Tagebuch zu schreiben, aber der Abschied vom alten Jahr kam nicht mehr vor. Das will ich nun ändern und euch an meinen Gedanken teilhaben lassen. Vielleicht kennt ihr einiges davon, vielleicht könnt ihr nichts davon nachvollziehen. Aber nachdenken lohnt sich immer; was man dann daraus macht, ist ja jedem selbst überlassen.

2016.
Du warst ein Jahr der Extreme für mich. Du hast mir den größten Herzschmerz und das größte Glück meines bisherigen Lebens beschert. Ich habe dich mehr als einmal verflucht, aber noch viel öfter habe ich „Danke“ gesagt. Du hast mir die Augen geöffnet für den wahren Wert von Worten wie Freundschaft, Vertrauen, Unterstützung und Liebe. Du hast Menschen aus meinem Leben entfernt (ob sie nun selbst gegangen sind oder von mir gegangen wurden), aber auch neue hinzugefügt. Du hast mir mehr als einmal gezeigt, dass ich mich auf mein Bauchgefühl meistens verlassen kann. Du hast mir unzählige, neue Erinnerungen beschert, und es sind nur wenige dabei, die ich nicht als in irgendeiner Weise wertvoll betrachte.
Du hast mich viel Neues gelehrt. Augen öffnen, loslassen, aber vor allem im Hier und jetzt zu sein. Du hast mir wie kein anderes Jahr gezeigt, dass weder in der Vergangenheit zu verweilen, noch ständig in die Zukunft zu träumen etwas ist, das mir auf Dauer gut tut. Das war eine schwere Lektion für mich, vielleicht die Schwierigste von allen. Aber ich habe sie gelernt, mit vielen Tränen und Kummer, aber auch mit viel Lachen und Glücksgefühl.
Du hast mich verändert, 2016. Und zwar so nachhaltig, dass ich nie mehr „zurück“ kann. Ich bin Mutter geworden, eine Veränderung, die für immer ist, solange ich lebe. Du hast mir ein ganz neues Verständnis für meine Eltern, für alle Eltern, gegeben. Du hast mir gezeigt, was wahre Verantwortung ist, was es heißt, zurückzustecken und mich selbst nicht so entsetzlich wichtig zu nehmen. Du hast mir mit mehr Nachdruck, als ich mir vorstellen konnte, vermittelt, dass man noch so händeringend versuchen kann, Menschen zu ändern; es wird niemals funktionieren. Die einzige Veränderung kann man selbst erschaffen, und das ist harte, manchmal sehr langwierige Arbeit.
Du hast mein Herz gebrochen, 2016. Du hast mich enttäuscht, du hast mich verraten.
Du hast mich geheilt, 2016. Du hast mich versöhnt, du hast mich gestärkt.
Und du hast mir Liebe beschert. Von meinen Eltern, mehr als ich sie je zuvor gespürt habe. Von meinen Freunden, die in jeder Lage für mich da waren. Von einem Mann, der an einem Sonnentag das erste Mal in meine Augen und mich gesehen hat. Und von meiner Tochter, meinem Kind, das mir eng sein Köpfchen auf die Schulter schmiegt und mir damit mehr Liebe vermittelt, als ich jemals gefühlt habe. Tatsächlich will ich dir danken, 2016. Du warst eine harte Schule, aber jede Lektion war es wert. Mein Vorsatz für dich war „glücklich sein“. Das bin ich. Ich habe einen Frieden gefunden, den ich vorher nicht kannte. Die Gewissheit, dass ich es schon schaffe, wieder aufzustehen. Und weiter zu gehen.
Und das tue ich auch heute Nacht, ins Jahr 2017. Leb wohl.

Bis nächstes Jahr, ihr Lieben. Wir lesen uns.

Herzlichst, Sunny

Von einer die auszog, sich selbst zu finden

Ihr Lieben,

hier habe ich euch vor kurzem erzählt, was das letzte Dreivierteljahr so bei mir los war. Unter anderem habe ich ganz zu Anfang eine „Autofahrt in Ostfriesland im Mai“ erwähnt. Darauf möchte ich jetzt noch etwas eingehen, denn diese Tage im Mai habe ich mir selbst verordnet, um zu denken. Keine Ablenkung, nur meine Kleine und ich. Und meine Gedanken.

Nachdem ich die ersten knapp drei Monate nach der Geburt meiner Tochter in einer Wolke aus Trauer und Unverständnis und Verzweiflung verbacht hatte, und klar war, dass die beantragte Mutter-Kind-Kur zwar genehmigt würde, aber erst später im Jahr, war es für mich beschlossene Sache: Ich muss mal raus hier! Durch den Tipp meiner Hebamme schaute ich im Internet nach „Urlaub auf dem Bauernhof“ an der Nordseeküste in Deutschland. Und stieß bereits nach kurzer Zeit auf den Ferienhof Upwarf in Norden-Norddeich. Durch sehr netten e-mail Kontakt fand ich schnell heraus, dass mein Mädchen und ich in einem „Gästezimmer mit Familienanschluss“ unterkommen könnten: wir hätten kein eigenes Badezimmer, dafür Frühstück und Mittagessen (oder bei Bedarf, auch mal Abendessen) mit der dort lebenden Familie. Das gefiel mir gut und der Preis war mehr als erschwinglich, also buchte ich zehn Tage und fuhr Anfang Mai mit der Kleinen los. Während wir gen Ostfriesland eilten, schoss mir mehrfach der Gedanke durch den Kopf „wenn mir das vor einigen Monaten jemand erzählt hätte, dass ich allein mit einem knapp drei Monate alten Säugling in den Urlaub fahre…“ Aber ich hatte gar nicht lange überlegt. Ich wusste nur, dass ich irgendwo sein wollte, wo ich mich wohlfühle und wo ich zur Ruhe kommen und einfach mal klar denken kann. Hier habe ich euch erzählt, wie ich mit meiner lieben Freundin Anny mal auf Meeressuche in Greetsiel gegangen bin, und da der Ferienhof genau zwischen den Orten Norden, Norddeich und Greetsiel lag, wusste ich schonmal, dass ich es landschaftlich toll finden würde. Und was soll ich sagen… Oma Helga und ihre Familie haben es mir und meiner Tochter auf dem Hof so leicht gemacht, mich wohl und willkommen zu fühlen, mit heißem Ostfriesentee, frischen Brötchen und immer einem offenen Ohr und gerne auch offenen Armen. Unser Zimmer lag unter’m Dach, mit Balken an der Decke und rundum kleinen Fenstern mit Blick auf die umliegenden Felder und den Deich. Morgens lag ich mit dem Mädchen kuschelnd im Bett und lauschte den Vögeln vor dem offenen Fenster, und konnte, da wir fast durchgehend traumhaftes Wetter hatten, die Sonne aufgehen und es draußen heller werden sehen.

Und in mir wurde es auch heller. Ich war jeden Tag mit der Kleinen quer durch Ostfriesland unterwegs (in Norden und Greetsiel waren wir mehrfach, weil es dort einfach wirklich hübsch ist), das zu dem Zeitpunkt gerade erschienene Album „Mr. Lee“ von Reinhard Mey war mein Soundtrack, und ich habe kreuz und quer (und ja, manchmal auch im Kreis) gedacht… bin bei Spaziergängen auf dem Deich in Tränen ausgebrochen, habe laut über die Kleine gelacht bei ihren Begegnungen mit Gänseblümchen und Schmetterlingen und konnte plötzlich wieder ein- und noch wichtiger, durchschlafen. So esoterisch das auch klingen mag, ich konnte spüren, wie ich heile. Ich bin nicht vor meinen Gedanken davongelaufen (oder vielmehr, gefahren), ich habe sie mitgenommen und sie endlich mal zu Ende gedacht. Und alles, was ich wirklich nicht gebrauchen konnte, was mir weh getan und mich nicht weiter gebracht hat, habe ich in Gedanken auf eine Wolke gesetzt und über’s Meer geschickt. Und alle schönen Erinnerungen, die ich nicht verdrängen wollte (oder kann, denn im Verdrängen von Geschehenissen und Bildern im Kopf war ich noch nie besonders gut), aber auch in dem Moment einfach nicht ertragen konnte, weil auch sie zu weh getan haben, habe ich in Gedanken in eine wunderhübsche kleine Holzkiste in meinem Innern gesteckt. Da wusste ich, wo sie sind, und bei Bedarf kann ich sie irgendwann rausholen und liebevoll betrachten. Aber jetzt nicht, und damals erst recht nicht. So habe ich die Zeit im wunderschönen Ostfriesland verbracht, begleitet von den herrlichen Eindrücken, dem Duft der Rapsfelder und dem friedlichen Schnorcheln des kleinen Kindes neben mir.

Hier habe ich noch eine kleine Galerie für euch von den Orten, die meine Maus und ich besucht haben:

Ich will nicht so tun, als wäre ich nach diesen 10 Tagen quietschvergnügt und mit einer Lösung für alle Probleme in der Tasche nach Hause gekommen. Aber es ging mir so viel besser. Rückblickend sage ich gern: „Zu dieser Zeit fing ich an, endlich zu mir selbst zu finden.“ Ich kann nicht schreiben „wieder zu mir selbst“, denn bei den vielen Erkenntnissen, die mir inzwischen über mich, mein bisheriges Leben und das, was ich in Zukunft will, gekommen sind, bezweifle ich, dass ich vor dieser großen Krise schon bei mir angekommen war.

Upwarf ist für mich jetzt ein Ort der Heilung, ein Ort der Freude… ein Herzensort. Und vor ein paar Wochen bin ich nochmal dorthin zurück gekehrt, mit zwei Herzensmenschen: dem Mausemädchen und meinem Nordmann. Aber davon erzähle ich euch beim nächsten Mal.

Alles Liebe,

Sunny

 

Denn nichts bleibt…

…nichts bleibt, nichts bleibt… Kein Ring, kein Gold, kein Leid. Es wird Zeit zu leben, endlich Zeit…

neubeginn
Oben genanntes Zitat stammt aus dem Lied „Zeit zu leben“ von Reinhard Mey. Und auf einer Autofahrt in Ostfriesland im Mai diesen Jahres hörte ich es das erste Mal, und es hat mir die Tränen in die Augen getrieben und ich dachte „Ja verdammt! Das wird es!“

 

Ihr Lieben,

wir lesen uns jetzt schon eine Weile (der zweite Bloggeburtstag im Juni ist, wie so vieles, an mir vorbei geflogen), und ich habe lange gebraucht, um in Worte fassen zu können, was ich heute sagen will. Aber es wird Zeit für dieses wichtige Puzzleteilchen.
Vielleicht hat es der ein oder andere von euch schon etwas heraus gelesen aus meinen Einträgen seit letztem Silvester: in meinem Leben hat sich einiges grundlegend verändert.
Zum einen bin ich im Februar Mami geworden, das wisst ihr. Und mein kleines Mädchen ist das größte Geschenk, das mir je zu Teil wurde. Doch bevor meine Tochter geboren wurde, musste ich einen anderen Menschen gehen lassen. Den Mann, von dem ich so oft geschrieben habe, das „wir“, das so oft in einem meiner Einträge auftauchte, gibt es nicht mehr. Es gibt den Vater des bezaubernden Kindes, und er ist ein wirklich guter Vater. Aber von dem Mann musste ich Abschied nehmen. Von dem Zuhause, das ich geglaubt hatte, zu haben, und ich meine nicht nur die vier Wände.
Ich habe mir ein neues Nest geschaffen, bevor die Kleine zur Welt kam, denn das war sehr wichtig für mich. Und es ist eines, in dem ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt habe, erst allein und dann mit dem Mädchen. Aber der Prozess des Loslassens war ein langer, schwieriger.
Man sagt doch, dass sich erst in wirklich schweren Zeiten zeigt, wer deine wahren Freunde sind. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich einfach nur „danke“ gesagt, gedacht, geheult und gelacht habe seit Beginn des Jahres für die besten Freunde, die man sich nur wünschen kann. Die angerufen, geschrieben, angeklingelt haben, mit angepackt oder auch alleine zugepackt haben. Zugehört, in den Arm genommen, Rat gegeben haben. Eigene Sorgen hinten angestellt haben mit den Worten „Du bist jetzt wichtiger!“ Einfach DA waren. Das war der erste Schritt auf dem Weg des Loslassens: begreifen, dass ich vielleicht einsam, aber auf keinen Fall allein war. Die vielen Stunden, in denen ich die Wände angeheult und den Sinn von dem ganzen Scheiß angezweifelt habe, die leeren Momente, die Verzweiflung… ich musste da nicht alleine durch.
Dann kam das Abstand nehmen. Das anders betrachten. Das alte Wahrheiten anzweifeln. Und damit kam auch Wut. Das ist zwar ein Gefühl, das mehr Bewegungsfreiheit lässt als Trauer, aber sie hat mir nicht gut getan. Trotzdem gab es auch hier wieder die Menschen an meiner Seite, die gesagt haben „Du darfst wütend sein! Schrei einfach mal rum, tritt irgendwo gegen!“ Habe ich gemacht. Hat gut getan, aber nichts geändert.
Die größte Veränderung in meinem Leben ist in mir selbst geschehen. Und da komme ich wieder zu dem Zitat aus dem Lied oben: ich kam an den Punkt, an dem ich das lachende Mädchen auf meinem Schoß angesehen und gedacht habe: „Das kriegst du nie wieder! All diese Momente mit deiner Tochter sind einzigartig, und du lässt sie vorbeiziehen in diesem Wirrwarr aus Schmerz und Wut und Trauer. Hör AUF damit!“ Und dann habe ich aufgehört. Nicht von heute auf morgen. Aber ich habe angefangen zu leben, wieder.
Und jetzt bin ich an dem Punkt, von dem man im Grunde weiß, dass er kommen wird, ihn aber beim besten Willen nicht sehen kann, wenn man gerade abgestürzt ist: ich schaue zurück und sage „Ach so. Deswegen.“
Ich habe unfassbar viel gelernt über mich und die Menschen um mich herum. Und ich hatte ernsthaft gedacht, dass es da sooo viel gar nicht mehr zu lernen gäbe. Ich habe geglaubt, mich zu kennen. Ich habe geglaubt, die Menschen um mich herum zu kennen. In beidem habe ich mich geirrt, und nicht jede Erkenntnis war eine positive. Andere kritisch zu betrachten ist ja so wunderbar leicht… aber stell dich mal vor einen Spiegel, genau so, wie du bist. Nackt, quasi. Und sieh nicht weg, auch nicht, ERST RECHT nicht bei den Dingen, die dir nicht gefallen. Sieh hin bei den Stellen, die andere dir zeigen und sagen „Das ist nicht ok so.“ Und dann frag dich ganz ehrlich: „Wollen die mich nur ärgern? Oder haben die am Ende recht?“
Ich sage ganz ehrlich: ich habe mich noch nie in meinem Leben so beschissen gefühlt wie dieses Jahr. Aber ich war auch noch nie so glücklich wie dieses Jahr.
Mein Weg war ein langer. Ich musste auch mal zurück blicken, und auch das hat manchmal weh getan. Ich habe das kleine Mädchen, das ich mal war, in seinem gelben Plastikzelt auf der Wiese in unserem alten Garten besucht und ihr gesagt, dass sie ok ist, wie sie ist. Ich musste verstehen, dass ich nicht Kraft aus anderen schöpfen kann, wenn ich sie nicht auch in mir habe. Dass ich kein Glück verschenken kann, wenn ich nicht selbst glücklich bin. Und dass ich nicht lieben kann, wenn ich mich nicht selbst liebe.
Wie es ist, den Satz „Ich würde alles für dich tun“ wirklich ernst zu meinen, weiß ich erst, seit ich Mutter bin. Ich würde mich vor ein Auto schmeißen, damit meine Tochter nicht überfahren wird. Es gab Anfang diesen Jahres Tage, an denen ich nur aufgestanden bin, weil sie mich gebraucht hat. Aber jetzt wache ich morgens auf und bin glücklich. In meinem Nest, mit dem süßen kleinen Nestbewohner, und mit mir. Das ist die größte Veränderung in meinem Leben. Das größte neue Puzzleteilchen.

Es gibt noch so einiges. Aber davon demnächst mehr.

Alles Liebe für euch,

Sunny

Kleines Mädchen

Die Ereignisse in meinem Leben, die Gedanken in meinem Kopf, die Gefühle in meinem Herzen… alles ist gerade so viel und so schwer in Worte zu fassen. In solchen Momenten will ich dem Menschen besonders danken, der es wie kein anderer schafft, aus meiner Seele zu sprechen.
Danke, Herr Mey.

kleines Mädchen

Das kleine Mädchen auf meinem Schoß
Plaudert und lacht und erzählt atemlos,
Singt und hält inne und spielt mit mir
Mit einem Finger auf dem Klavier.
Und Gedanken und Bilder, Erinn‘rungen zieh‘n
Durch meinen Sinn mit den holprigen Melodien.
Mir doch grad erst geschenkt, gestern kaum erst ein Jahr
Und heut Spangen und Schleifen und Bänder im Haar.
Kleines Mädchen auf meinem Schoß
Schmieg dich an, wieg dich, ich lass‘ dich nicht los.

 

Die Hand, die da über die Tasten spaziert,
Erlaubt mir heut noch, daß die meine sie führt.
Heute noch ist der Platz auf meinen Knien
Ein guter Hort, vor allem Kummer zu flieh‘n.
Heute seh‘ ich dich noch fragend zu mir aufschau‘n,
Doch voll Ungeduld schon und voller Selbstvertrau‘n
Beginnst du dich Schritt für Schritt zu befrei‘n,
Und den nächsten, den gehst du dann schon ganz allein.
Bald, kleines Mädchen auf meinem Schoß,
Bald, kleines Mädchen, so bald bist du groß.

 

Die Jahre vergeh‘n, unsre Zeit fliegt dahin.
Wir dreh‘n uns im Kreise, und das ist der Sinn:
Alles muß enden und Neues beginnt.
Du bist der Morgen und frei wie der Wind.
Kinder sind uns ja nur für kurze Zeit gelieh‘n,
Und sie sind ja gekommen, um weiterzuzieh‘n.
Doch sie gehen zu lassen, ist die schwerste Lektion.
Geduld, kleines Mädchen, ich lern‘ sie ja schon.
Kleines Mädchen auf meinem Schoß
Spring in den Reigen, ich lasse dich los.

 

Das größte Glück

So plötzlich…

Völlig unvorbereitet.
Du dachtest, du hättest bereits gefühlt. Du dachtest, dein Leben hätte auch schon vorher einen Sinn gehabt. Du dachtest, du kennst deinen Platz in dieser Welt.
Und dann passiert es.
Einen Vorgeschmack hast du schon bekommen.
Das Warten, sitzend auf einem Balkon im Urlaub, die Hand auf dem Bauch, ein stummes Zwiegespräch „Bist du da?“
Zwei blaue Streifen auf einem Test, deren Anblick dir die Tränen in die Augen treibt.
Ein flackerndes, weißes Licht in deinem Bauch und dazu der Satz „Das ist das schlagende Herzchen.“ Sprachlosigkeit.
Die erste Bewegung, ein Stupsen, eine sanfte Meldung, die dir sagt „Ich bin da!“
Die ersten Töne, ein Rauschen und dann, schnell wie ein Rennpferd, Herzklopfen.
Warten. Fragen, Ängste, Vorfreude.
Dann der Schmerz. Erst vorsichtig, wie zur Vorbereitung, ein Ziehen. Mit langen Pausen. Später der Nachdruck, das Zeichen, dass es passieren wird, bald. Und dann die Gewalt, das Überwältigende, der Gedanke „Ich kann nicht mehr!“, aber es geht doch noch, es geht, es muss einfach…
Und dann ist sie da. Deine einzig wahre, große Liebe. So überwältigend, dass du vergisst zu atmen. Du weißt einfach, ohne es denken zu müssen, dass du alles, alles geben würdest für dieses Menschlein, diesen Teil von dir, der nun auch ein Teil dieser Welt ist.
Die großen Augen, die alles zum ersten Mal sehen. Die kleinen Hände, die alles zum ersten Mal berühren. Das Herz, das alles zum ersten Mal fühlt. Du willst bei allem dabei sein, du willst alles teilen, du willst… alles, ALLES geben, damit dieses Kind, dein Kind, glücklich ist und bleibt. Denn dein größtes Glück hat es dir geschenkt. Und das willst du wiedergeben. Mit allem, was du hast und bist.

<3

Gefunden obwohl nicht gesucht – ein Schlaflied

Ihr Lieben,

bald ist es soweit. Das vermutlich größte und wichtigste Ereignis in meinem bisherigen Leben steht bevor, und jeder Tag, an dem ich die Hand auf meinen (inzwischen kugelrunden) Bauch lege und meine Kleine mir einen Stubser verpasst, bringt mich dieser besonderen Zeit näher. Ich habe keine Angst mehr vor der Geburt. Ich weiß einfach, dass alles gut gehen wird, und ich freue mich wie verrückt, dieses neue Leben noch besser kennenzulernen, außerhalb der Verbindung die wir jetzt schon so lange haben.

Wie ihr wisst, ist Musik sehr, sehr wichtig für mich. Und es ist sowieso schon klar, dass meine Tochter viel von mir besungen und bespielt werden wird. Ich habe das schon bei meiner lieben Freundin Jasmin mitbekommen (Wisst ihr noch? Hier habe ich euch erzählt, dass sie auch dieses Glück erfahren wird, und im Sommer letztes Jahr war es soweit), und es gibt auch ein Lied, das sie ihrem Kind jedes Mal vorsingt, bevor es schlafen geht. Ohne dass es mir so richtig bewusst war habe ich mir auch ein Lied gewünscht, an das ich mich erinnere und einfach spüre, dass ich es meinem Kind zum Schlafen vorsingen möchte. Und heute habe ich es gefunden. Auf einer CD, die schon eine Weile im Regal geschlummert hatte und die ich nun rausgekramt habe. Den Text möchte ich gerne mit euch teilen… denn er hat mich mitten ins (Mutter)Herz getroffen.

 

Sorge Dich nicht – Wise Guys

Hey, schau nach vorn.
Schau nicht zurück.
Du weißt: Es geht weiter.
Hey, schau nach vorn.
Trauer und Glück
sind so oft ein Paar.
Bei allem was war
und wird,
will ich bei dir sein.

Ich bin da noch bevor dich der Mut verlässt.
Ich bin bei dir und halte dich fest.
Ich bin da und zwar sofort.
Komm und sag nur ein Wort.
Sorge dich nicht,
wenn die Nacht anbricht.

Ruh dich aus, denn du brauchst jetzt viel Kraft und Zeit.
Ruh dich aus, denn der Weg ist noch weit.
Es wird dunkel, es wird kalt,
doch wir geben uns Halt.
Sorge dich nicht,
wenn die Nacht anbricht.

Ich bin da noch bevor dich der Mut verlässt.
Ich bin bei dir und halte dich fest.
Ich bin da und zwar sofort.
Komm und sag nur ein Wort.
Sorge dich nicht,
wenn die Nacht anbricht.

<3

 

Verliert euer Glück nie aus den Augen!

Herzlichst, Sunny

The Soundtrack of my life – Part 4

Ihr Lieben,

es gibt da noch so ein paar Songs… meine letzten Jahre, die ich liedermäßig noch nicht mit euch geteilt habe, 2011 bis heute.
Wie meine musikalische Entwicklung bisher aussah, habe ich euch hier, hier und hier erzählt, und das ist schon eine Weile her. Da wir nun aber bereits in ein neues Jahr gestartet sind, fand ich, dass es Zeit wird für den „Rest“… so far. Denn es geht ja immer weiter mit wunderbarer Musik.

  1. Pictures of you – The Cure

Dieses Lied trat Anfang 2011 in mein Leben, obwohl ich The Cure natürlich schon länger kannte… aber eben nur die Lieder, die im Radio oder im Club liefen wie „Friday I’m in love“ oder „A Forest“. Pictures of you begleitete mich damals auf vielen, vielen Spaziergängen in meinen Ohren oder auch zum Einschlafen (mit allen anderen Liedern des großartigen Albums „Disintegration“) und ist heute aus meiner LiederfürdieEwigkeit-Liste nicht wegzudenken..

Lecker Kaffee im November 2011 in London

Lecker Kaffee im November 2011 in London

2.  Shape of my heart – Sting

Dass ich diesen Künstler verehre, ist nicht neu. Und im März 2012 durfte ich ihn live erleben, in Berlin in einem verhältnismäßig kleinen Club auf seiner „Back to Bass“-Tour. Es war groß-ar-tig. Der Mann stand mit seinem Bass ganz am Bühnenrand, quasi zum Greifen nah (auch wenn ich nicht ganz vorne stand) und hatte eine Ausstrahlung, die die gesamte restliche Band in den Hintergrund treten ließ. Shape of my heart ist ein Lied, das ich schon länger kenne und wirklich toll fand, aber nach diesem Konzert war die Liebe ganz neu entfacht.

3. Black Celebration – Depeche Mode

Bereits das zweite Mal, dass diese Band in meinem Soundtrack auftaucht, aber eben völlig zu Recht. Im Sommer 2013 erfüllte sich ein von mir lang gehegter Traum: ich habe Dave, Martin und Andrew in der Esprit-Arena in Düsseldorf auf einem Konzert gesehen, zusammen mit rund 45.000 anderen Fans, und das war ein ganz besonderer Abend… Eine Veranstaltung von dieser Größenordnung hatte ich noch nicht erlebt, und ich muss ehrlich gestehen, dass ich im Vorfeld ganz schön Bammel hatte. Aber ernsthaft, ich bin so froh, dass ich es doch gewagt habe, denn es war einmalig. Und Black Celebration war besonders eindrucksvoll inszeniert und soll deswegen stellvertretend für alle Songs auf der Playlist des Konzertes stehen.

Me and my Guitar im Sommer 2013 - kurz nach dem grandiosen DM-Konzert

Me and my Guitar im Sommer 2013 – kurz nach dem grandiosen DM-Konzert

4.Walzer für Niemand – Sophie Hunger

Zwar schon im Dezember 2013 sang Emily Intsiful diesen Song in der Sendung „The Voice of Germany“ (und ich fand ihn ergreifend schön), aber für mich gehört er trotzdem zum Jahr 2014, denn da kaufte ich das Album Monday’s Ghost von Sophie Hunger, die das Lied im Original singt. Und seit dem ist es in meiner meistgehörten Liste, weil es mich an viele Stunden in der damals neuen Wohnung erinnert. Beim Tippen am Schreibtisch, beim Baden, einfach bei einem gemütlichen Kaffee auf der Couch.

5. Hey – Andreas Bourani/ Yvonne Catterfeld

Die Interpreten sind für mich an dieser Stelle besonders wichtig. Denn ich mochte das Lied in der Andreas Bourani-Version, weil ich seine Stimme so wunderbar finde (auch wenn er mir als Mensch, aus diversen Formaten jetzt etwas besser bekannt, nicht sooo übermäßig sympathisch ist), und ich mochte es in der Yvonne Catterfeld-Version bei „Sing meinen Song 2015“, weil der Uptempo-Beat mir viel besser gefällt als die getragene Originalfassung… und dann gab es den Song als Duett in der Abschluss-Sendung von „Sing meinen Song“ und es war perfekt: die Stimme von Andreas (die hervorragend mit der von Yvonne harmoniert) und der Uptempo-Beat. Ich bin mir tatsächlich nicht sicher, ob dieser Song für immer bei mir bleiben wird, denn Popsongs haben sich bisher als nicht sonderlich langlebig auf meiner Herzensmusik-Playlist gezeigt, aber im Moment jedenfalls ist er es und bleibt noch.

kurz vor der Abfahrt von meiner Herzensinsel Juist im September 2015

kurz vor der Abfahrt von meiner Herzensinsel Juist im September 2015

Das war es. Erstmal.
Ich bin sehr, sehr gespannt, was das neue Jahr an neuer Musik für mich bereit hält. Aber ich bin mir fast sicher, dass es wieder Lieder geben wird, die sich in meinem Soundtrack des Lebens fest verankern. Denn Musik ist und bleibt nunmal einer der wichtigsten Bestandteile meines Lebens.

Ich hoffe, meine musikalischen Ausflüge haben euch Spaß gemacht, und vielleicht habt ihr ja sogar das ein oder andere Lied für euch entdeckt. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen.

Herzlichst, Sunny

Erkenntnisse an einem kalten Samstagmorgen

Ihr Lieben,

zweimal hintereinander an verschiedenen Orten aufzuwachen, die nicht „zuhause“ sind, ist seltsam. Auch wenn beide Orte nicht völlig fremd sind.

Schnee in NiedersachsenEs erzeugt eine Mischung aus „sich verloren fühlen“ und „alles ist möglich“, zumindest bei mir. Das Gefühl, gerade nirgendwo hinzugehören potentiert sich mit einem kleinen, ja noch völlig hilflosen Menschlein im Bauch, denn gerade dann will man, dass alles möglichst gut ist. Geordnet, in stabilen Bahnen.
Was aber ist mit „alles ist möglich“? Auch dieses Gefühl steigert sich tatsächlich mit Blick auf den gerundeten Bauch. Da wird man gebraucht, gefordert, ist gefragt.
Es ist eben einfach nicht so, dass man sich hinsetzen und darauf warten kann, dass die Welt zu einem kommt und sagt „Ach, haste was? Sach ma, gib ma her, ich mach schon!“ So funktioniert das nicht.
Natürlich hat man im besten Fall Menschen, die für einen da sind und unterstützen. Familie, Freunde, Partner. Aber dafür sorgen, dass alles „läuft“, das muss man schon selbst.
Es ist so herrlich einfach, entweder wegzuignorieren, dass es gerade ein Problem gibt, oder, falls man es denn erkennt, mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu sagen „Da! Nur deswegen krieg ich das gerade nicht hin!“ Das soll nicht heißen, dass man grundsätzlich an allem Schlechten selbst Schuld ist, das einem widerfährt. Aber wie man damit umgeht und was man daraus macht, das liegt allein in jedes Einzelnen Hand. Auch das „SCH***!“ schreien, irgendwo gegen treten oder laut zu heulen ist sicherlich etwas, das erleichtert und allein dadurch hilft. Nur lösen tut es nichts.
Es gibt nicht umsonst den weisen Spruch „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“. Wenn es etwas gibt, das Dich stört, sag es. Wenn es etwas gibt, das dich runterzieht, stoß dich ab und steig wieder auf. Wenn es etwas gibt, das besser sein könnte, arbeite daran. Wenn Du glücklich sein willst, tu etwas dafür und erwarte nicht, dass das Glück zu Dir kommt.

Als ich heute morgen alleine mit dem Möter meiner Besten über die gefrorenen Felder von Niedersachsen gestapft bin, sind mir diese Gedanken durch den Kopf geschossen. Ich fand sie teilenswert. Und ich wünsche euch ein wunderbares Wochenende!

Herzlichst, Sunny