Ich bin ein Küstenmädel! – Langes Wochenende (mit Beuteldrachen!) in Lübeck Mai 2015

Ihr Lieben,

dass ich das Meer ehelichen würde, wenn ich könnte, wisst ihr ja bereits. Und dass ich, wenn ich nicht so voller Pottliebe stecken würde, sofort in eine Hansestadt zöge, auch.
Am 01. Mai-Wochenende durfte ich eine (für mich) neue Hansestadt erkunden, und auch wenn die an meiner nicht so guten Freundin, der Ostsee liegt, ist die Begeisterung doch sehr groß… also kommt mit und wandelt mit mir an schickimicki Stränden und durch schmale Gassen, und entdeckt ein brägenklöteriges Fischbrötchen und den entzückendsten Beuteldrachen der Welt.

Holstentor LübeckNachdem wir Ende Januar, Anfang Februar gemeinsam Worms und Weinheim erobert hatten, zog es Thomas, Jasmin, den Liebsten und mich also nach Lübeck. Da wir das relativ kurzfristig beschlossen und der 1. Mai so günstig auf einem Freitag lag, mussten wir schnell feststellen, dass wir nicht die Einzigen waren, die an einen Städtetrip gedacht hatten. Aber nach einiger Suche fanden wir dann doch noch eine schöne Unterkunft, nämlich das Hotel Freesenholm in Timmendorf. Dort mieteten wir uns ein Appartement und hatten einen kurzen Weg (ca 20 Minuten) nach Lübeck und einen noch kürzeren (ca 8 Minuten) zum Timmendorfer Strand. Da zog es uns denn auch am Ankunftstag, nachdem wir fast staufrei durchgekommen waren, zum Abendessen und Meer hallo sagen hin.
Nun ja. Wie eingangs bereits erwähnt, ist die Ostsee meine nicht so gute Freundin. Denn ich bin seit Jahrzehnten die Nordsee gewohnt, mit ihren endlos weiten und breiten (!!!) Sandstränden, ihrem rauen Wind und den Wellen. DAS ist für mich, wenn ich „Meer“ sage. Die Ostsee ist da… öhm. Berechenbarer. Um nicht zu sagen, langweilig. Mag ich nicht so. Und Jasmin, die zum ersten Mal an der Ostsee war, stimmte mir zu, dass etwas fehlte. Mein Liebster und Thomas hingegen ergingen sich in Kindheitserinnerungen, denn die beiden waren wiederum immer an der Ostsee gewesen und finden die Nordsee zu… wild. (Unverschämtheit! Aber das nur am Rande.) Das hier erwartete uns jedenfalls, und ich finde, die Wolken reißens mit der Wildheit wieder raus:

Zum Abendessen kehrten wir in einen kleinen, aber feinen Italiener ein, bei dem wir zwar lange auf das Essen warten mussten, aber das lohnte sich wenigstens. Es war nämlich köstlich. Beim Verdauungsspaziergang zurück zum Auto (und damit das Verdauen besser klappte, kippten wir direkt ein bis drei Kugeln Eis hinterher) trafen wir dann auf dieses Plakat. Dieses. Plakat.

Weltfischbrötchentag. Ein Wort für die Ewigkeit.

Weltfischbrötchentag. Ein Wort für die Ewigkeit.

Ob das arme Brötchen so guckt, weil ihm ein Spieß im Kopf steckt? Oder weil ein Fisch mit appen Kopp aus ihm heraushängt?

Ansonsten war der Timmendorfer Strand sehr schick. Nix für mich. Deswegen auch keine Bilder. Alles war doch arg durchgestylt, Menschen ebenso wie Umgebung. Hat mein Herzchen eben nicht hüpfen lassen. Aber dann!
In unserem Appartement zurück entzündete Jasmin fachfrauisch („Hey, ich war bei den Pfadfindern!“) den Kaminofen und wir kuschelten uns auf Couch und Stühle zum quatschen, Drachen züchten und trainieren (auf dem Tablet, versteht sich!) und Let’s Dance gucken. Das war so gemütlich, wie es nur ging. P1010815Und der nächste Tag brachte Sonne und Meer UND eine Hansestadt!
Nach einem wirklich guten Frühstück ließen Jasmin und ich die Männer bei ihren Drachenzüchtungen zurück und suchten uns einen stilleren Strand als den Timmendorfer. Und fanden ihn in Scharbeutz. Dort aalten wir uns eine Stunde in Sonne und Sand, redeten und schwiegen und freuten uns. Ooooh, ich freue mich ganz besonders! Schaut:

<3

Da, im hübschen Babybauch meiner lieben Jasmin, ist nämlich mein Patenkind drin!!! Wie ich mich vorgefreut habe, das zu erzählen! Mitten im Sommer wird die Kleine in unser Leben purzeln, und ich bin jetzt schon so stolz, dass ich platzen könnte.

Schließlich sammelten wir dann aber doch die Männer ein und fuhren alle gemeinsam nach Lübeck. Dort wurde ich geflutet mit Eindrücken einer wunderschönen, teils sehr alten Hansestadt. Wir fanden ein entzückendes Café in einer Seitenstraße, den „Tonfink“, liefen einmal kurz in den großen Niederegger-Marzipanladen direkt an der Breiten Straße, nur um an der meterlangen Schlange ohne etwas zu kaufen wieder hinaus zu gehen, statteten dem Holstentor einen Besuch ab, kauften einige Souvenirs in einem kleinen Laden… und dann entdeckte ich in einer sehr schmalen Gasse den Beuteldrachen. Dort hing er am Museum für Theaterfiguren und eroberte mein Herz im Sturm. Hach…

Unsere Zeit in Lübeck war etwas begrenzt, da wir abends zum großen Barbecue wieder im Hotel sein wollten, aber die Stunden haben gereicht, um in meinem Hansestadtherzchen wieder einen neuen Einwohner aufzunehmen.

Das Barbecue am Abend war ein Gaumenschmaus. Am nächsten Morgen hatten wir kurz überlegt, noch einem Kindheitsurlaubsort des Liebsten einen Besuch abzustatten, aber die vor uns liegende lange Heimfahrt und leider noch wartende Arbeit zwangen uns, doch sofort nach dem Frühstück aufzubrechen. Da es ein Rückreisetag für viele Menschen war, waren auch dementsprechend viele Autos unterwegs. Die knapp vierstündige Fahrt, die unser gutgelauntes, optimistisches Navi bei der Abfahrt versprach, dehnte sich trotz kurz gehaltener Pausen auf beinah sechs Stunden, und da war es doch auch irgendwie schön, wieder zuhause zu sein.
Aber, ich kann es nur wiederholen: Lübeck ist eine Reise wert. Auch wenn man kein Marzipan mag (wie der Liebste) oder die Ostsee langweilig findet (wie ich). Schließlich gibt es dort entzückende Buttons und güldene Schiffe auf Dächern in der Abendsonne. Und einen Beuteldrachen!

IMG_0914

Herzlichst, Sunny

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11 Gedanken zu „Ich bin ein Küstenmädel! – Langes Wochenende (mit Beuteldrachen!) in Lübeck Mai 2015

  1. Gefällt mir, dein Lübeck. Aber wieso ist denn der Drache ein „Beutel“ Drachen (übersehe ich was?). Und WIESO züchtet der Gatte Drachen??
    Ich bin übrigens auch mehr für die Nordsee. Allerdings war ich bisher auch erst einmal an der Ostsee und zwar zur Abschlußfahrt der 10. Klasse – äh, also tatsächlich im letzten Jahrtausend, oh Gott – und zwar am Weißenhäuser Strand. Da gings mir wie dir: Blick auf die See und den Strand.. äh, laaaangweilig. 🙂

    • 🙂 Aaaaalso: der Beuteldrache ist es deshalb, weil er, wie ein Känguruh, vorne einen kleinen Beutel mit einem Babydrachen drin hat ❤ das hast Du vielleicht tatsächlich übersehen… Mein Gatte züchtet Drachen in einem Spiel für's Tablet. Basiert auf dem Film "How to train your dragon" 😀

  2. ach du meine meer-schwester! genau das waren meine worte, als ich vor ein paar jahren in kronsgaard an der ostsee war. zwar schön, aber im gegensatz zur rauen, stürmischen nordsee berechenbar und … langweilig. 😉 ich weiß, die ostsee kann auch anders, aber die nordsee bleibt meine nr1! 🙂
    tolle bilder & ein wunderschöner babybauch!

    • Wir sind zwei echte Nordsee-Schwestern, Nike :-*
      dankeschön (wegen der Bilder) und das Kompliment übers Bäuchlein geb ich gern weiter 🙂

  3. Hallo Sunny, schöner Bericht. Ich mag ja beide Meere – jedes auf seine Art. Dass man speziell die Lübecker Bucht ein bisschen langweilig findet, kann ich aber verstehen. Die Küste ist dort so sanft gebogen, dass wellenmäßig wenig passiert. Klarer Vorteil: Das eignet sich sehr gut zum Baden; weil das Wasser sich superschnell erwärm. Liebe Grüße, Stefanie

    • Hallo Stefanie, Dankeschön 🙂 dass man da gut baden kann, glaub ich sofort! Ich war allerdings auch schonmal woanders an der Ostsee (im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern) und da fand ich es auch nicht aufregender 🙂 der Nordsee gehört einfach mein Herz. Lieben Gruß, Sunny

  4. Pingback: Gefunden obwohl nicht gesucht – ein Schlaflied | sonnenpuzzleteilchen

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