The Soundtrack of my life – Part 3

Ihr Lieben,

nach dem etwas trübsinnigen Abschluss der vorherigen musikalischen Rückreise bringen wir das Jahr 2002 fröhlicher deutlich anders hinter uns, und dann nehme ich euch mit in eine sehr verändernde Zeit. Schule vorbei… und jetzt? Und die Liebe, die Freundschaft… und immer wieder die Musik.

 

The Soundtrack of my life – Part 3

 

1. After Dark – Tito & Tarantula

Das Jahr 2002 ging für mich auf eine Art und Weise zu Ende, mit der ich in der Form nicht gerechnet hatte. Der Herzschmerz der vorigen Zeit ging vorbei, aus zwei Gründen: ich entdeckte eine neue Musikrichtung, und die wiederum ließ mich einen Herrn entdecken. Die Musikrichtung war, ganz grob gesagt, Gothic. Und der Mann, von dem ich mir sicher war, dass mein Vater ihm die Tür vor der Nase wieder zu machen würde (was er aber gar nicht tat! Er mochte ihn!!), machte mich sehr glücklich. Das oben genannte Lied war das erste, zu dem wir gemeinsam tanzten. Nein, nicht expressionistisch. Nur sehr… nah.

 

auf der Tetraeder-Halde, 2003. Der Kerl hatte seine Kamera mit für den Sonnenuntergang. Und da saß ich drin. Tja.

auf der Tetraeder-Halde, 2003. Der Kerl hatte seine Kamera mit für den Sonnenuntergang. Und da saß ich drin. Tja.

2. Won’t forget these days – Fury in the slaughterhouse

Ja, ich weiß. Voll gothic… nicht. Aber nur, weil ich diese Musik für mich entdeckt hatte, hieß das dann nicht, dass ich plötzlich taube Ohren für anderes hatte. Diese Band mochten nicht nur der Herr und ich beide sehr gern, das Lied habe ich auch für eine Freundin gesungen, als die 2003 wegzog in die Schweiz. Auf der Abschiedsparty packte ich meine Gitarre aus, und den Refrain hab ich mitnichten allein gesungen. Schön war’s.

 

3. Until the end of the world – Apoptygma Berzerk

Das passt dann schon eher in die „schwarze Szene“. Wollte ich jedem Lied gerecht werden, das mich durch diese Zeit begleitet hat (angefangenes, aber abgebrochenes Studium, am Wochenende tanzen), müsste ich eine seeehr lange Liste anfertigen. Aber dieses beschwört doch besonders viele und besonders schöne Bilder herauf von durchgetanzten Nächten und vielen lieben Menschen, von denen ich damals wusste, wenn ich in unsere „Stammdisco“ gehe, treffe ich auf jeden Fall 2/3 von ihnen… Falls es jemanden interessiert, das war das ehemalige Saint, heute Kulttempel, in Oberhausen.

 

4. My last Serenade – Killswitch Engage

Dort, im Saint, lief auch gerne mal dieses Lied. Es soll für eine Freundschaft stehen, die zu dieser Zeit besonders intensiv war, und das zugehörige Mädel sehe ich immer noch vor mir zur Musik abgehen (<- was für ein Unwort eigentlich. Aber irgendwie beschreibt es das am besten), wenn ich dieses Lied höre. Wir haben heute keinen Kontakt mehr, aber damals haben wir viel zusammen erlebt, und das vergesse ich nicht.

 

5. Willst Du? – Schandmaul

Das erste Lied, welches ich wirklich und vollständig auf der Gitarre zupfen lernte. 2004 hatte ich nach meinem missglückten Studium eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel mit dem Schwerpunkt Musikalien begonnen, und ein Arbeitskollege aus der E-Gitarrenabteilung wurde mein Gitarrenlehrer. Das Lied steht für einiges: Stunden im Zimmer meines Lehrers, die nicht nur zum Gitarrespielen, sondern auch zum Reden und besondere Musik näher bringen genutzt wurden, das Ende meiner Beziehung zu dem Gothic-Herrn Anfang 2005 und die Hochzeit zweier sehr guter Freunde von mir (wenn die auch „erst“ 2009 stattfand). Der Satz meiner Freundin „Wenn wir mal heiraten, wünsche ich mir, dass du dieses Lied für uns singst“ hatte schließlich und endlich 2005 dazu geführt, dass ich es lernen wollte. Und ich hab ihren Wunsch erfüllt.

 

Ich trete mal eben den Gegenbeweis an, dann Gothics a) nie in der Sonne sind und b) nie lachen... voll untrue.

2006 im Wald am Rotbach. Ich trete mal eben den Gegenbeweis an, dann Gothics a) nie in der Sonne sind und b) nie lachen… voll untrue.

6. Far away – Nickelback

Musikalisch wieder in bekannteren Gefilden, wohl auch aus dem Grund, dass ich im Jahr 2006 seeehr viel auf der Autobahn unterwegs war und dabei oft Radio hörte. Ich fuhr zwischen Bochum und Köln hin und her, wo zwei Filialen meines Arbeitgebers waren, und ich als Azubine bekam dann öfter mal die Fahrt aufgedrückt. Machte mir aber nix aus, denn Anfang 2006 hatte ich mein Herz verloren, gründlich und schmerzhaft, an jemanden, der in Köln ansässig war und den ich demzufolge am ehesten sehen konnte, wenn ich diese Fahrt auf mich nahm. Überhaupt war 2006 ein Jahr: Fußball-EM in Deutschland, mein Auszug von zuhause in die erste eigene Wohnung (nach Bochum zur Ausbildungsstelle), ein wunderbares Festival am Tanzbrunnen in Köln… und ein gebrochenes Herz. Zweimal. Von demselben Mann. Selbst Schuld, kann ich da nur sagen. Also jetzt, mit dem gebührenden Abstand.

 

7. Chasing Cars – Snow Patrol

Aber 2006 war auch das Jahr, das freundlich zu Ende ging. Denn nicht nur lernte ich damals über eine sehr gute Freundin den Liebsten kennen, mit dem mich damals schnell eine Freundschaft verband, sondern auch den Herrn, der die Katzen, von denen ich hier schonmal erzählt habe, in mein Leben brachte. Nach dem Chaos, das das Jahr über geherrscht hatte, war das Gefühl, zu dem oben genannten Lied früh morgens zur Arbeit zu fahren und alles, aber auch alles in meinem Leben wieder herrlich zu finden, eine schöne Abwechslung.

Im Zoom, 2008. Die Haare werden wieder kürzer und heller, die Musik gitarrenlastiger.

Im Zoom, 2008. Die Haare werden wieder kürzer und heller, die Musik gitarrenlastiger.

 

8. Saxon Street – Ezio

Ezio ist ein Sänger, dessen Musik mich immer, immer, immer an die darauffolgenden Jahre erinnern wird. Mein damaliger Mann des Herzens brachte Ezio in meinen Gehörgang, und da ist er bis heute verblieben. Ich verbinde damit vor allem Autofahrten (seltsamerweise scheint dabei immer die Sonne…), da wir am Anfang 80 Kilometer auseinander wohnten und immer hin und her gependelt sind (und später landeten wir erst für ein Jahr in Gelsenkirchen, wo wir aber beide irgendwie nicht so recht heimisch wurden, und dann in Oberhausen, meiner alten Heimat), ausgelassenen Gesang und Urlaub. Wir haben Ezio auch einmal live gesehen, in Unna. Das war ein herrlich atmosphärisches, klein gehaltenes Konzert, das auch zu den schönen Erinnerungen gehört.

 

9. Searching my soul – Vonda Shepard

Nachdem ich zwei Jahre Auszeit hatte, war ich 2006 zu meiner Band zurückgekehrt, und Searching my soul gehörte zu unserem Repertoire, damals und tut es heute noch. Ein Lied, bei dem ich Westerngitarre spiele und singe und mit dem ich mich wirklich wohl fühle. Was dann dazu führte, dass ich im September 2010 das unfassbare Vergnügen hatte, mit einer ganz anderen Band auf der Bühne zu stehen, nämlich als „Talent des Monats“ bei der Session Possible von Wolf Codera. Nichts gegen meine Band-„Jungs“, aber mit professionellen Musikern spielen zu dürfen, die sonst Stefanie Heinzmann, Xavier Naidoo und Konsorten begleiten, war echt… unglaublich. Die spielen Lieder auf Zuruf. Nix wochenlange Proben im Bunker.
„Welche Tonart issn das?“ – „A-Dur!“ – „Ah, klar. Dann weiß ich.“
Natürlich.
Ich kann euch sagen, diese drei Auftritte in Hattingen, Solingen und Essen stehen ganz, GANZ weit oben auf meiner Liste der (musikalischen) „War das groß-ar-tig!!“-Erinnerungen.

 

10. Live for real – K’s Choice

2010 ging nachdenklich zuende. Es gab eine Trennung, die zwar diesmal von mir ausging, was es aber emotional nicht unbedingt einfacher gemacht hat, und einen Umzug (mal wieder), aber diesmal nur innerhalb von Oberhausen. Plötzlich war ich nach über vier Jahren wieder allein in einer (ziemlich kleinen) Wohnung und hatte zu wenig Platz für meinen Krimkrams (ich kann echt nix wegschmeißen… vor allem nichts, das aus Papier ist. Briefe, Bücher, Kladden. Seufz.) und zu viel Platz für meine Gedanken. K’s Choice kannte ich zu diesem Zeitpunkt schon länger (meine beste Annie und ich hatten sie schon 2000/2001 sehr viel gehört), aber als ich da zur Weihnachtszeit statt mit wie sonst hüpfendem eher vor sich hin schwingenden Herzchen stand, fiel mir „Live for real“ wieder ein.
I will breathe the air, I’ll dance
And you will wonder why
It’s because you made me see
This chance was moving by
Because I’m not gonna live forever
But as long as I do
I’d love to live for real
With you I might get there
With you I might start to feel
With you I will get there
With you I will live for real.
Und dann begann ich, sehr viel Zeit mit dem Liebsten zu verbringen. Und mit Paul.
Man sieht ja, was daraus geworden ist.

Fünf Jahre liegen noch zwischen damals und heute. Einen letzten Ausflug wird es also noch geben, aber vermutlich keine 10er Liste mehr. Vielleicht kommt ihr ja dann nochmal mit. Es gibt noch was Neues, und schönes Altes.
Bis dahin alles Liebe,

herzlichst, Sunny

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3 Gedanken zu „The Soundtrack of my life – Part 3

  1. Pingback: The Soundtrack of my life – Part 4 | sonnenpuzzleteilchen

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