The Soundtrack of my life – Part 2

Ihr Lieben,

heute geht es also weiter mit meiner musikalischen Rückreise. Wir verlassen die Neunziger zuerst schleichend und tauchen dann ein in die 2000er, eine sehr bewegte Zeit in meinem Leben, sowohl musikalisch als auch menschlich. Aber lest selbst…

 

The Soundtrack of my life – Part 2

1996, auf Zypern. Ich warte auf den Bus. Sonnend. In Plateau-Schuhen. Logisch, oder?

1997, auf Zypern. Ich warte auf den Bus. Sonnend. In Plateau-Schuhen. Logisch, oder?

1. You must love me – Evita OST

Im April 1997 im Urlaub auf Zypern (zum zweiten Mal, mit meinen Eltern) war ich unglücklich verliebt. Soll ja schonmal vorkommen, mit 15. Und dieses todtraurige Lied half mir so wunderbar dabei, mich in meinem Schmerz zu suhlen. Der ganze Soundtrack von Evita begleitete mich durch diesen Urlaub (noch heute weiß ich durch egal welches Lied davon, wie ich mich damals gefühlt habe, als ich auf unserem Balkon saß), aber dieses Lied war das am meisten zurück gespulte. Es lebe der Walkman.

2. Ein und Alles – Reinhard Mey

Frühsommer ’97, auf dem Weg aus besagtem Liebeskummer heraus, bekam ich von einer Freundin meine erste Mey-CD geschenkt, das Live-Album „Lebenszeichen“. Aus irgendeinem Grund hörte ich die zweite CD zuerst, beim Zimmeraufräumen (erstaunlich, dass man damals dachte, wie aaaanstrengend es ist, die paar Quadratmeter in Ordnung zu halten… ob das der Grund ist, warum erste eigene Wohnungen oft auch nicht mehr als ein, zwei Zimmer haben?), schmunzelte über die Lieder und die Ansagen dazwischen… und dann begann „Ein und Alles“. Es würde den Rahmen dieses Posts sprengen, wenn ich jetzt versuchte, alles aufzuzählen, was ich seit dem zu diesem Lied gedacht und gefühlt habe. Zumal das für so einige Mey-Lieder gilt, die nach und nach dazu kamen. Deswegen soll dieses eine für viele andere stehen, die zu einer großen Liebe geführt haben, die nie weniger wurde, sondern immer mehr wächst.

3. All out of love – Air Supply

Gemeindefest im Sommer ’97. Gruppenbildung zum gemeinsamen Musizieren ist gefragt, denn abends soll es eine kleine Aufführung geben, wo das Einstudierte in die geneigten Zuhörerohren geträufelt werden soll. Der Zufall will es, dass ich mich mit einem Mädel zusammen tue, die ich vom sehen bereits kenne und die eine Gitarre dabei hat. Wir sitzen in der winzigen Teestube des Kindergartens, probieren ein bisschen, lachen uns kaputt und singen am Abend schließlich oben genanntes Lied. Und nein, das war nicht (nur) die Geschichte zu dem Song. Der Song ist der Anfang einer Geschichte. Nämlich meiner Besten und mir, die ich somit dieses Jahr im Sommer seit 18 Jahren kenne und die mein Leben in vielerlei Hinsicht bereichert hat (und es noch tut), nicht nur musikalisch. Aber bei diesem Lied bin ich wieder 15 und singe mit ihr zum ersten Mal. Hach.

1997, in unserem Garten. Ich hüpfe neckisch aus dem Bild. Warum auch immer.

1998, in unserem Garten. Ich hüpfe neckisch aus dem Bild. Warum auch immer.

4. Infected – Bad Religion

Im Jahr danach war das unglückliche Verliebtsein endgültig vorerst vorbei, denn das „un“ wurde gestrichen durch einen jungen Mann, der bis heute einen nicht geringen Einfluss auf meinen musikalischen Werdegang hat (auch wenn ein paar Jahre Funkstille dazwischen lagen). Damals jedenfalls waren wir zusammen und verbrachten große Teile unserer Zeit mit Nintendospielen (hauptsächlich er, während ich zusah), Kinogängen (ca einmal die Woche. Was haben wir uns nicht alles angeguckt!) und Musik. Er versorgte mich mit Tapes (die damals bereits schwer am Aussterben waren. Leider!) und eins davon war vollgepackt mit Bad Religion. Ich war sechszehn, ich war aus (Pubertäts – und ähnlichen) Gründen manchmal stinksauer und diese Musik war genau richtig dafür.

5. Somebody – Depeche Mode

1998 war auch das Jahr des Gesangs mit meiner besten Annie. Aus unserem Auftritt beim Gemeindefest war nicht nur eine Freundschaft entstanden, sondern auch eine Zwei-Mädchen-Band names „The Spells“ und wir trafen uns mindestens einmal die Woche zum proben, und wannimmer wir durften, fand diese Probe in der Kirche statt. Denn die Akustik dort war erstens der Wahnsinn, und zweitens stand dort ein (genau richtig um melancholisch zu klingen, leicht verstimmtes) Klavier. Ich konnte einige Tasten drücken, die dann hörbaren Klang ergaben, aber für die Begleitung unserer Lieder war Annie zuständig, die damals schon einfach vom Zuhören Musik nachspielen konnte. Einige der Lieder, die wir zusammen sangen, ließen sich mit einem Klavier einfach besser begleiten als mit der Gitarre, wie Somebody eben. Es gibt einige Songs, die mich an unsere Proben dort erinnern, aber dieses ist bis heute bei mir (und in meiner meistgehörten Playlist) geblieben.

6.  Rosanna – TOTO

Unsere musikalische Aktivität blieb (in unserem Stadtteil. Weil der klein war. Hust.)  nicht ungehört, und so trat 1999 eine Band auf uns zu, die es zu diesem Zeitpunkt bereits schon länger gab, ob wir nicht bei ihnen mitmischen wollten. Wollten wir allerdings, und obwohl es auch hier zahlreiche Lieder gibt, die wir zusammen gespielt haben, ist Rosanna doch besonders wichtig für mich. Zum einen hatten Annie und ich jedesmal einen Heidenspaß mit der „Choreographie“, die wir uns dazu ausgedacht hatten, und zum anderen war dieses Lied auch auf einer Kassette (ja doch! Fortschritt und so, aber ich hab es ja schonmal gesagt, ich liebe Tapes!), die wir in diesem (und dem Sommer danach) immer und immer wieder hörten und lauthals mitsangen.

7. Josephine – Reamonn

Im Sommer 2000 trat ich meinen allerersten Nebenjob an: bei McDonald’s im CentrO. Ich weiß, Klischee und so, und ja, natürlich hätte ich mir auch besseres vorstellen können, aaaber: zum einen gingen Annie und ich zusammen hin (was zu einigen Tanzeinlagen hinter der Theke führte, wenn das immerfort laufende Programm in der Cola-Oase einen guten Song zu spielen beliebte) und zum anderen traf ich dort einen Menschen, der für die nächsten Jahre ebenfalls sehr wichtig für mich werden sollte (auch wenn betreffende Dame nun nicht mehr in meinem Leben ist, in meinen Gedanken schon) und dieses Lied erinnert mich an beides. Und an einen Urlaub am Meer. Und daran, dass in diesem Sommer mein Leben noch eine andere Wende nahm, ich wurde nämlich vom „wenn es der Zufall will, verirre ich mich mal in eine Disco“ zum „wann ist endlich wieder Wochenende, ich will TANZEN!!“-Mädchen. Und das hat die nächsten Jahre mehr beeinflusst, als man zunächst denken würde.

8. Lakini’s Juice – Live

Als das Jahr 2000 sich dem Ende zuneigte, ging es stramm auf mein ABI zu (mehr schlecht als recht), ich hatte mein erstes eigenes Auto (gebraucht und bereits abgeliebt, aber sooo toll) und meine Wochenenden gestalteten sich recht ähnlich: arbeiten bei McD, abends mit Annie den herrlichen Film „Mystery Sience Theatre 3000“ gucken, auswendig mitsprechen, uns dabei ausgehfertig machen und dann in den „Delta Musik Park“ in Duisburg, ins Rockzelt. Damals war es noch das große Zelt mit den Balken, und wir hatten unseren Platz links vor der Theke, damit wir nach einer seltenen Trinkpause (ich Wasser, Annie nicht) wieder auf die Tanzfläche stürmen konnten. Durch unsere gemeinsame Musik konnten wir irgendwie nicht anders als uns ständig anzusingen, und auch wenn es noch viel mehr Lieder gibt, die ich bei dieser Gelegenheit im Kopf habe (Take a look around, Nobodys Wife, Wie es geht…) kann Lakini’s Juice stellvertretend für diese alle stehen, denn auch das gehört zu den Liedern, die sich seit damals in meiner (Herzens-) Playlist festgesetzt haben.

2001 in meinem ersten Auto, ein Ford Fiesta genannt Maxi. Groooße Liebe damals.

2001 in meinem ersten Auto, ein Ford Fiesta genannt Maxi. Groooße Liebe damals.

9. My mind is dangerous – Life of Agony

2001 ist das Jahr meines Schulabschlusses und das Jahr vom Abschied bei McD. Und es ist ein Jahr der Liebe. Leider nicht nur im positiven Sinne. Es würde zu weit führen, das detailiert auszuführen, aber ich formuliere es mal so:
Hideous devastations, lifeless serenity
My abstract emotions, somehow get the best of me
Lord take away my sorrow, Lord take away my pain
Erasing life tomorrow, ain’t the motive to the game
My mind is dangerous, that’s who I’ll always be

10. OK – Farin Urlaub

Anfang 2002 fand das Elend dann ein Ende. Nein, nicht wirklich. Die Beziehung, die dazu geführt hatte, fand ein Ende, das Elend hielt mit seinen ekelhaften Widerhaken-Krallen kreischend an mir fest. Meine Beste war (der Liebe wegen) weggezogen ins nicht so ferne, aber so unerreichbare Niedersachsen. Ich machte mein „Freiwilliges Soziales Jahr“ im evangelischen Krankenhaus in Mülheim an der Ruhr, hatte keine Ahnung, wie es danach mit mir weiter gehen sollte (studieren? Ausbildung? Rumhängen?!) und war inzwischen nicht nur am Wochenende in einer Disco anzutreffen, sondern enterte auch mittwochs mit zwei Freundinnen das „Delta“ zur Ladys-Night. Die beiden teilten sich meinen Sekt und dann ging es wieder auf die Tanzfläche, die Ahnungslosigkeit, die Traurigkeit und die Wut wegtanzen. Freundlicherweise stellte der Herr Urlaub (und der DJ im Rockzelt, der unsere Vorlieben kannte) mir „OK“ zur Verfügung, um mich heiser zu brüllen. Danke dafür.

 

Hm. Kein besonders positives Ende, fällt mir auf. Ist aber ja erstens kein Ende, sondern nur ein Abschnitt, und zweitens liegt es nur daran, dass die zehn Titel hier aufgebraucht sind. Denn beim nächsten Mal nehme ich euch mit in musikalisch veränderte und verändernde Jahre, die einen besseren Nachgeschmack hinterlassen werden. Versprochen.

Herzlichst, Sunny

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6 Gedanken zu „The Soundtrack of my life – Part 2

  1. Ich finde die Idee immer noch klasse 🙂 Leider kenne ich aus dieser Liste kaum einen Song!? Farin Urlaub, klar, den kenne ich. Und auch Reamonn und TOTO, aber da hörts dann auch schon auf. Aber deine kleinen Geschichten zu den Songs machen den Beitrag sehr lesenswert.

    Ich hab grad mal beim 1.Beitrag geguckt – hattest du bei der Suche nach dem mysteriösen „Hold on“-Song noch Erfolg? 🙂

    • Hey! Ich freu mich, dass Dir der Beitrag gefällt 🙂 hast Du Dir von den unbekannten Liedern mal was angehört? Vielleicht ist ja was für Dich dabei… Und nein, das ominöse Hold on hab ich immer noch nicht gefunden… Aber ich gebe nicht auf! Lieben Gruß, Sonja

  2. Pingback: The Soundtrack of my life – Part 3 | sonnenpuzzleteilchen

  3. Ich finde deine „Soundtrack of my life“-posts mega super. Und den von deinem Mann auch. Das Witzige ist, dass ich in jedem Post Bands/Lieder finde, die ich auch in so einem Post hätte. In diesem Fall definitiv Life of Agony. Werde ich heute Abend mal wieder raus kramen.
    Und Depeche Mode ist in meinem Leben auch nicht wegzudenken. Und die Nächte im Rockzelt auch nicht. Ich war meist mittwochs da. Ladies Night und am nächsten Tag eh nur Schule 🙂

    • Dankeschön 🙂 Ich freu mich sehr darüber, dass Du auch Lieder „von Dir“ wieder findest! Hihi, als ich auf der Ladies Night war, musste ich nach dem ersten halben Jahr dann am nächsten Morgen um 8:30 Uhr arbeiten… aber who cares wenn es ums tanzen geht?! 😀

  4. Pingback: The Soundtrack of my life – Part 4 | sonnenpuzzleteilchen

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