Kitsch-Filmszene inklusive: Winterurlaub in Flachau 2013

Ziemlich genau zwei Jahre ist es jetzt her, da brach ich mit dem Liebsten und vier Freunden in meinen allerersten Winterurlaub auf.
Und im Moment ist es gerade so, dass ich dem Winter noch zugewandt bin und mich noch nicht mit jeder Faser nach dem Frühling sehne, und vielleicht geht es euch ebenso. Ich möchte euch jetzt jedenfalls mit Worten und Bildern mitnehmen nach
Flachau im Pongau in Österreich

Blick von unserem Küchenbalkon

Blick von unserem Küchenbalkon

Der Liebste fragte mich eines Tages vorsichtig, ob ich mir vorstellen könne mit ihm und ein paar Freunden in den Skiurlaub zu fahren… weil ich doch gar keinen Wintersport treiben würde und ich in diesem Urlaub dann, falls ich nicht doch aufs Brett steigen wollte, ziemlich viel alleine wäre. Er war skeptisch, als ich strahlend verkündete, dass mir das gar nichts ausmachen würde, solange ich nur Schnee hätte. Und davon könnte man doch wohl ausgehen…? Der Liebste war nicht ganz überzeugt, dass ich wirklich wusste, worauf ich mich einließ, dennoch starteten wir an einem frühen Samstag-Morgen Richtung Alpen.

Mit ein, zwei Päuschen dauert es tatsächlich acht Stunden, bis wir zumindest das Ortschild Flachau passieren, bis zu unserer Unterkunft dauert es dann aber nochmal etwas, da wir zweimal daran vorbei fahren und der Liebste auf verschneiten Straßen die Nerven bewahrt. Endlich angekommen beziehen wir dann aber freudig unser Appartement im „Platzhirsch – Landhaus Thurner“

Unsere Unterkunft von der Straße aus

Unsere Unterkunft von der Straße aus

und essen am ersten Abend auf die Empfehlung unseres freundlichen Gastwirts im „Holzwurm“ … was soll ich sagen? So kann man ankommen! Urgemütliche Atmosphäre und so leckeres Essen, dass wir direkt beschließen, während der einen Woche nochmal dort zu essen.
Am nächsten Tag zeigt sich dann direkt, was der Liebste damit meinte, dass ich viel alleine sein würde: um acht Uhr versammeln sich alle am Frühstückstisch (mit müden, aber dankbaren Blicken, da ich als Frühaufsteher auch im Urlaub es mir hab nicht nehmen lassen, den Tisch zu decken, Wasser für Kaffee aufzusetzen und die frischen Brötchen, die wie bestellt in einem bestickten Stoffbeutel an unserer Tür hingen, reinzuholen), und um kurz nach neun nehmen sie den Skibus, der wenige Meter von unserem Häuschen abfährt. „Gegen fünf sind wir zurück, Maus!“ höre ich noch. Dann: Stille. Und bin ich vielleicht gefrustet, weil ich kein Ski fahre und jetzt acht Stunden Zeit habe? Ooh nein! Ich öffne die Tür zu unserem Balkon mit Blick über das Tal und die Berge, atme die kalte Luft tief ein und beschließe, dass jetzt erstmal noch Zeit ist für einen Tee. Und danach packe ich mich warm ein und laufe.
Das wird ein festes Ritual in den nächsten Tagen: ich verabschiede meine Lieben morgens in den Ski-Bus, dann mache ich es mir noch ein Stündchen mit Tee und Buch in der Küche gemütlich und dann laufe ich. Mal einen Wanderweg, der völlig eingeschneit ist, so dass ich durch 50 cm hohen Schnee stapfen muss, mal zum Schloss Höch, mal die Loipe an unserem Haus entlang und an einem Wildbach zurück… am Anfang bin ich wirklich schnell aus der Puste, aber zum Ende der Woche hin werden meine Runden immer größer.

An dem Tag mit dem allerschönsten Wetter (knackig kalt und strahlend blauer Himmel) schließlich wage ich es und setze mich allein ins Auto, um nach Filzmoos zu gelangen, einen laut unserem Gastwirt mehr als sehenswerten Ort ganz in der Nähe. Aus irgendeinem Grund beschließe ich, auf das Navi zu verzichten und verfahre mich promt. Aber ich kann eigentlich sagen: zum Glück! Denn nicht nur beschere ich mir damit selbst eine Strecke mit wunderschönen Aussichten, ich habe auch das Erlebnis, das sich mir für immer in Verbindung mit diesem Urlaub eingeprägt hat:

Ich fahre eine sich windende Bergstraße entlang, rechts neben mir ein munter sprudelnder Bach, der mich schon eine Weile begleitet hat, links schneebedeckte Tannen.

Bergbach auf dem Weg nach Filzmoos

Bergbach auf dem Weg nach Filzmoos

Es geht ins Tal und wird zwischen den Bergen immer dunkler. Hinter einer Kurve sehe ich es sehr hell werden, und als mein Auto um die Ecke biegt liegt direkt vor mir, in goldenes Sonnenlicht getaucht, die schneebedeckte „Bischofsmütze“, ein knapp 2500 Meter hoher Berg.

Bischofsmütze

Bischofsmütze

Kennt ihr diesen Moment in Filmen, wo die Kamera langsam schwenkt und die Musik, meist begleitet von einem stimmgewaltigen Chor, sich steigert und steigert, bis wasauchimmer ins Bild kommt? SO hab ich mich gefühlt. Hach.
Vor lauter Begeisterung über diesen imposanten Berg habe ich dann auch glatt vergessen in Filzmoos, das wirklich ein sehr hübsches Örtchen ist, Fotos zu machen.

Unseren letzten Abend verbringen wir, nachdem wir mitten in der Woche tatsächlich noch mal im Holzwurm waren, im Schusterhäusl , und das ist ein würdiger Abschluss: das Essen schmeckt hervorragend und das Häusl selbst ist wirklich urgemütlich. Nichtmal vom allerletzten Rest des Mahls lassen wir etwas übrig.

Als wir am nächsten Tag ziemlich früh morgens die Rückreise antreten, bin ich wehmütig. Der Abschied fällt mir unerwartet schwer.

Ja, ich bin absolut ein Meermensch, aber diese Berge… die haben auch etwas. Ich finde sie beeindruckend, gewaltig, manchmal sogar beängstigend, aber auch atemberaubend schön. Und wenn der nächste Skiurlaub im Gespräch ist, bin ich wieder mit dabei. Ohne Ski, aber mit großer Bergliebe.

Ausblick bei Schloss Höch

Ausblick bei Schloss Höch

Advertisements

Von einer, die auszog, ihren 1. guten Vorsatz zu erfüllen

Fenster-SchönheitIhr Lieben,

zum Thema „Zeit sinnvoll nutzen“ oder „Wo ist die Zeit schon wieder hin?!“ könnte ich im Moment stundenlange (wenn die Zeit da wäre, haha) Referate halten. Mein 1. guter Vorsatz für dieses Jahr „besseres Zeitmanagement“ ist eigentlich nicht nur ein guter Vorsatz, sondern eine Herzensangelegenheit.

Es ist doch so, dass es Tage gibt, an deren Ende man im Bett liegt und denkt: „War das schön heute!“ Und es gibt die Tage, an denen man ins Bett fällt und eigentlich nix mehr denkt, weil müde und erschöpft und ausgelaugt und… Meine Krankheit, die Fibromyalgie, beschert mir zwar relativ häufig solche letztgenannten Tage, aber ich habe im Laufe der Jahre, in denen ich die Diagnose bekommen hatte, gelernt, damit umzugehen. Dazu gehört auch, oder ist vielmehr einer der wichtigsten Bestandteile des Umgangs, das Schaffen von Ruheinseln. Das kann vieles sein: das Lesen eines guten Buches. Ein langer Spaziergang bei Wind und Wetter. Eine Tasse Kaffee auf dem Sofa. Ein schönes Gespräch mit einer guten Freundin. Vor dem Einschlafen mit dem Liebsten Musik hören. Und so eine Ruheinsel ist für mich definitiv „sinnvoll“. Sie beschert mir den wichtigen „War das schön heute!“-Gedanken, trotz Müdigkeit. Und da diese in letzter Zeit etwas rar gesäht waren, arbeite ich jetzt daran, dass mir diese Inseln nicht einfach untergehen im Meer des Stresses.

Ich weiß, dass viel Druck selbstgemacht ist. Aber kennt das nicht jeder, dass man einfach vergisst, mal innezuhalten? Dass man wie ein Hamster im Rad läuft und läuft, weil man ankommen will, und plötzlich merkt, dass das vermeintliche Ziel kein Stück näher gerückt ist? Ich habe momentan das Problem, dass ich etwas erreichen will (mehreres, um genau zu sein… Arbeit gut machen, Familie und Freunde treffen, Wohnung „in Schuss“ bringen sprich Renovierungsstau endlich beseitigen, Blog am Leben halten) und anderen dabei zusehe, wie sie scheinbar mit den Schultern zucken und genau das und noch viel mehr auf die Reihe kriegen, ohne am Ende des Tages das Gefühl zu haben, völlig ausgepowert zu sein und keine Zeit zu haben für die schönen Dinge. Ja, ich weiß dass man sich nicht an anderen messen soll, aber jetzt mal ehrlich, machen wir das nicht automatisch? Man muss eben nur heraussieben, was von den Dingen, die andere so hinkriegen, wirklich wichtig sind für einen selbst. schwarzes Wasser, Wesel Und ich, für mich, möchte wieder mehr Inselgefühl. Ich weiß ja, wo und wie ich das finde. Und die Zeit dazu, die muss ich mir dann einfach nehmen. Dafür der gute Vorsatz.
Habt ihr Inseln? Wie kommt ihr dorthin? Ich würde mich über neue Ideen und geteilte Erfahrungen freuen!

Herzlichst, Sunny

Gute Vorsätze 2015 – Nr. 2: mehr Bewegung

Fluss in BewegungPeople sometimes sneer at those who run every day, claiming they’ll go to any length to live longer. But don’t think that’s the reason most people run. Most runners run not because they want to live longer, but because they want to live life to the fullest. If you’re going to while away the years, it’s far better to live them with clear goals and fully alive then in a fog, and I believe running helps you to do that. Exerting yourself to the fullest within your individual limits: that’s the essence of running, and a metaphor for life (…) .

Haruki Murakami –

What I talk about when I talk about running