Noch einmal Herbst…

… bevor die Weihnachtszeit vollends „zuschlägt“.

Ich bin wirklich ein Weihnachtsfan. Ich freue mich jedes Jahr auf dieses Fest und vor allem auf die Adventszeit. Ich habe heute mit der Weihnachtsdeko im Zuhause angefangen und dabei das erste Mal meine Winter-Playlist gehört.
Aber ich war in den letzten Tagen auch öfter nochmal vor der Tür, um den Herbst einzufangen. Mit Bildern, aber auch seinen Geruch, die Stimmung, den Abschied der Natur, sozusagen. Und dabei begleitet hat mich ein Soundtrack (empfohlen bekommen von einem sehr guten Freund, der mein Melancholieherzchen damit tief getroffen hat, danke nochmal!), den ich euch jetzt hier auf’s Ohr packe (das ganze Album „My Favourite Faded Fantasy“ sei hiermit wärmstens empfohlen!) und dazu ein paar Herbstbilder aus meiner unmittelbaren Umgebung…

Mach’s gut, Freund Herbst, bis zum nächsten Jahr.

Und Hallo Advent! 🙂

Uuund nochmal Fakten, Fakten, Fakten (7 an der Zahl)

Ihr Lieben,

Michaela von „Der alltägliche Wahnsinn“ hat mir einen Award weitergereicht, und den kenne ich schon: awardDas macht aber nix, denn was waren schon die sieben Tatsachen, die ich hier beschrieben habe? Nur ein Anfang 🙂 Es gibt noch mehr, und das packe ich jetzt aus. Bitte sehr:

1. Ich liebe die englische Sprache. Es hat schon früh angefangen mit dieser Liebe, nämlich (natürlich) mit Musik bzw. Songtexten, die ich nicht nur kauderwelschig mitsingen, sondern verstehen wollte. Und ab der 4. Klasse (ein Mini-Kurs zum Abschluss der Grundschule) bis zum (leidlich bestandenen) Abi habe ich diese Sprache gepaukt und arbeite nun mit Freuden in einem Beruf, wo ich sie immer wieder brauche. Hab ich mir klug ausgesucht, was?

2. Und wo wir gerade dabei sind: ich mag es sehr, Bücher oder Filme auf englisch zu lesen oder zu sehen… so sie denn auch im Original in dieser Sprache sind. Ich habe mich mal an „Inkheart“, der englischen Version von „Tintenherz“ von Cornelia Funke  versucht – das fand ich dann nicht so toll. Englisches Buch ist nicht gleich… und so.

3. Ich habe einen schlimmen Schalfetisch. Schlimmer als Schuhe oder Handtaschen oder sonstige Klamotten. Es gibt immer einen, den ich so aber noch nicht habe. Ich weiß gar nicht mehr, wie viele es sind und wann ich die alle mal tragen soll. Denn am Ende habe ich doch einen Lieblingsschal, den ich dann nur trage… bis ich wieder einen neuen finde. Hach.

4. Ich bin verrückt nach baden gehen. Also, in der Badewanne. Und dabei geht es gar nicht mal darum, immer neue Badezusätze auszuprobieren oder so. Einfach dieses Gefühl, im heißen Wasser zu liegen, am liebsten mit leiser Musik und dem aktuellen Buch. Das kann dann auch mal lange sein. So lange, dass ich heißes Wasser nachlaufen lasse. Auch zweimal.

5. Meine Mobilnummer ist seit Jaaahren dieselbe. Es kam zwar mal eine dazu, als ich gedacht habe, ich müsste soetwas wie eine „Dienstnummer“ haben, aber meine gute, alte Nummer habe ich tatsächlich seit dem Jahr 2000.

6. Meine Traumreiseziele sind alle gar nicht so weit weg, bis auf eines. Ich könnte mir zwar nicht vorstellen, jemals nicht mehr unterwegs sein zu wollen, aber das darf ruhig in relativer Nähe sein. Ich möchte zum Beispiel noch viel mehr von England sehen als London und Dover, und ich will nach Schottland. Und nochmal zurück nach Irland. Und dieses eine, das doch etwas weiter weg ist, wird auch noch bereist werden, eines Tages. Kanada nämlich. Und da dieses Land sehr groß ist, noch etwas genauer: Vancouver. Da will ich hin, seit ich 12 bin. Wäre doch gelacht, wenn dieser Wunsch nach 20 + Jahren nicht mal in Erfüllung ginge.

7. Ich lasse mich leicht ablenken. Außer beim lesen oder Musik machen. Das ärgert mich manchmal ganz schön, zum Beispiel wenn ich mir fest genommen habe, jetzt endlich den Stapel Post weg zu sortieren und da aber irgendwie mein Notizbuch zwischen liegt. Dann fang ich an zu blättern und zu lesen und hab noch etwas, was ich aufschreiben muss, ach so, ein Tee wäre auch toll, ich geh mal Wasser aufsetzen… was wollte ich noch eigentlich…? Hmpf. Ich hab mal gelesen, dass man „sich konzentrieren“ lernen kann. Sollte ich echt mal versuchen. Aufmerksam lesen kann ich schließlich.

So. Das war es soweit mal wieder über mich. Und jetzt steht erneut eine Nominierung für sieben andere Blogs im Raum, die ich aber geflissentlich ignoriere. Ich mag zwar selber nominiert werden für solche Listen-Dinger, drücke mich aber um diese „und jetzt Du!“-Geschichte. Man möge mir verzeihen.

Herzlichst, Sunny

 

Rostock im November – schöne Hansestadt im grauen Kleid

über den Dächern des WeihnachtsmarktesIhr Lieben,

ich war mit dem Liebsten über meinen Geburtstag in Rostock. Das ist ja nun eine Hansestadt, und alles was mit dem Meer zu tun hat und ich, wir gehören einfach zusammen. Schmale Gassen und Häuser, die große Fenster haben, Kopfsteinpflaster und Möwen… Rostock hat all das. Was es leider nicht hatte, als wir so durch seine Straßen geschlendert sind, war als solches auch wirklich zu bezeichnendes Tageslicht. Jetzt will ich nicht unnötig „mimimi“ machen, aber für Fotos, die auch nur in etwa festhalten könnten, das ich die Stadt wahrhaftig schön fand, war das Licht echt nicht gut geeignet. Es schien den ganzen Tag nicht richtig hell zu werden.

Dazu kam etwas, das mich kurzzeitig doch arg verstimmt hat. Nämliches folgendes Schild, nachdem ich vorfreudig Richtung Stadthafen gehüpft war, dessen große Rundfahrt tatsächlich nach Warnemünde und somit zur Ostsee führen sollte:

menno...Jetzt ratet, an welchem Datum ich mit Schmollmund davor stand…?
Naja. Sind wir also einfach so etwas am Wasser entlang spaziert. So richtig fröhlich war ich noch nicht wieder. Aber das Schiff war wirklich schön.

Dafür stolperten wir dann über einen so genannten Kundenstopper. Und dessen beide Seiten haben mich so laut zum Lachen gebracht, dass der Liebste sich mal kurz umgesehen hat, ob schon jemand hinter einem Fenster klebt, um einen Blick auf seine wiehernde Frau zu werfen.

Außerdem war das Restaurant, zu dem der Stopper gehörte, sehr hübsch anzusehen. Und einige Straßen weiter erblickte ich noch etwas herbstlich-zauberhaftes, trotz grauem Himmel.

Leider hatten wir nur einen Tag in dieser schönen Stadt, und die Tage haben ja im Moment auch recht wenig „helle“ Stunden, deswegen endet meine kleine Fototour hier auch schon (fast). Aber lasst euch gesagt sein, dass Rostock einen Besuch wert ist, mit Sicherheit auch für länger als nur einen Tag.

(Wir haben übrigens im Motel One am Schröderplatz gewohnt, und das war von der Lage wirklich ideal: direkt an der Altstadt gelegen, die Straßenbahn quasi vor der Tür, aaaber dennoch fußläufig zum Bahnhof (ca. 15 Minuten) und fußläufig zur Stadthalle (ca. 20 Minuten). Die Zimmer sind zwar klein, aber modern eingerichtet, das Bad war sauber und das Frühstück ungelogen richtig gut. Das nur am Rande.)

Und weil die Weihnachtsstimmung im Moment unaufhaltsam (nicht, dass ich sie aufhalten wollte!) näher rückt und ich auf den Straßen schon mit Freuden die ersten Lichterketten entdeckt habe, schließe ich mit diesem Bild. Hach.
Rostock, Du gefällst mir auch im grauen Kleid.

WeihnachtspyramideHerzlichst, Sunny

 

Life –

I am of both your directions
somehow remaining hanging downward
the most
but strong as a cobweb in the
wind – I exist more with the cold glistening frost.
But my beaded rays have the colors I’ve
seen in a painting – ah life they
have cheated you.

Marilyn im  Ballkleid, denkendMarilyn Monroe

Gute Nacht, Freunde…

… es ist Zeit für mich zu gehen… Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Stehen…

Ihr Lieben,

ich bin im Moment in Rostock, wohin der Liebste mich zu meinem Geburtstag eingeladen hat, und gestern Abend waren wir bei Reinhard Mey. Er spielte in der ausverkauften Stadthalle, und das Lied, aus dem das Zitat oben stammt, sang der ganze Saal mit. Gänsehaut pur…

Dieser Mann ist inzwischen 71 Jahre alt, hat dieses Jahr das mittlere seiner drei Kinder beerdigen müssen und schafft es, tausende von Menschen zu berühren. Er steht da ganz allein auf der Bühne, ein eher kleiner, grauhaariger Mann ganz in schwarz, nur mit seiner Gitarre, und doch sind seine Konzerte so intensiv und lassen mich absolut glücklich nach Hause, oder in dem Fall von gestern, ins Hotel, gehen. Ich danke Dir, lieber Reinhard, für über 17 Jahre, die Du mich bereits mit Deiner Musik erfreust…

„Über den Wolken“ ist ein Lied, dass die meisten kennen, für manche ist es auch DAS Mey-Lied. Er singt es sehr sehr selten live, aber gestern war es wieder so weit. Alle zehn Jahre, meinte er, müsse das mal sein. Und er versprach anschließend, das 2024 zu wiederholen. Dann möchte ich gerne wieder dabei sein.

reingelesen: Einfach unvergesslich – Rowan Coleman

Einfach UnvergesslichErinnert ihr euch an meinen Ausflug nach Kaiserswerth und die hübsche Buchhandlung „Lesezeit“? Ich hatte versprochen, euch wissen zu lassen, wie mir die Errungenschaften gefallen haben. Und obwohl es in meiner Bücherwand zuhause zwei Regale gibt, die voller Bücher stehen, die noch gelesen werden wollen, habe ich es nicht mehr ausgehalten und dieses Buch vorgezogen: Einfach unvergesslich von der englischen Autorin Rowan Coleman. Es hat mich in der Buchhandlung einfach nur wegen seines Covers sofort angesprochen, und als ich kurz reingelesen und die nette Buchhändlerin mich zusätzlich neugierig gemacht hatte, wusste ich, dass mir der Stil dieser Autorin gefallen würde. Einfach unvergesslich ist ihr elfter Roman, aber dieser hier ist der erste, den ich von ihr gelesen habe.

Zum Inhalt:

Claire ist eine Frau Anfang Vierzig, die das Leben immer mit all seinen Facetten geliebt hat. Sie hat spät geheiratet, dafür aber ihre große Liebe. Sie hat zwei wunderbare Töchter und ihren Beruf als Lehrerin immer so ausgefüllt, als sei er und nichts anderes für sie bestimmt gewesen. Aber nun zieht ihre Mutter bei ihr ein, nörgelt an ihr herum und Claire steht verständnislos vor diesem Ding mit den Zahlen, das manchmal so durchdringend klingelt. Was tut man nochmal damit? Alles wird anders, denn Claire hat Alzheimer. Und es gibt noch so viel zu erledigen…
Das Buch wird aus der Sicht von drei Generationen von Frauen erzählt. Von Claire, ihrer Mutter Ruth und Claires älterer Tochter, Caitlin. Auch Claires Mann Greg kommt zu Wort. Unkitschig, ehrlich, aber trotzdem bezaubernd begleitet der Leser diese Familie durch einige Wochen, in denen natürlich Claires Krankheit, aber auch andere Angelegenheiten, Ereignisse und Träume zur Sprache kommen. Ein wichtiges Mittel ist dabei das Gedankenbuch, das Claire in ihren klaren Momenten mit Erinnerungen füllt, in das aber auch alle anderen Mitglieder der Familie schreiben, oder im Falle der kleinen Esther, malen, dürfen und sollen.

lesenswert?

Oh ja. Die Figuren sind so beschrieben, so ausgearbeitet, dass sie einem bereits nach kurzer Zeit sehr ans Herz wachsen. Das Buch ist auf keiner Seite langweilig, ich habe nie das Gefühl gehabt, dass man dieses oder jenes aber auch hätte kürzer sagen können. Besonders gefesselt hat mich die Entwicklung der Beziehung der Charaktere (gerade der drei Frauen) untereinander.
Der einzige, winzige Vorwurf, den man der Autorin vielleicht machen kann, ist, dass nach einer recht überraschenden und schönen Wendung (nein, es wird keine Wundermedizin gegen Alzheimer entwickelt) es eigentlich nicht nötig gewesen wäre, dass alles, aber auch wirklich alles, für jede Figur irgendwie gut wird. Sooo schön – aber leider etwas unglaubwürdig.
Nach dem Epilog musste ich mir trotzdem ein Tränchen aus dem Augenwinkel wischen.

Und ihr?

Eine Freundin von mir hat mal gesagt, dass sie „solche Bücher“, in denen Krankheiten oder andere Schicksale, die eben sehr greifbar sind, lieber nicht liest, weil sie zu sehr mitleidet und sich zu leicht vorstellen kann, dass es Menschen in ihrem Umfeld ja auch passieren könnte. Ich muss sagen, dass ich ohne Zweifel auch mitleide und ins Grübeln komme – aber manchmal tue ich das gerne. Dann lese ich solche Bücher eben doch, auch wenn sie mich nachdenklich und traurig zurücklassen, oder eben genau deswegen.
Wie ist das bei euch? Lieber leichte Kost (die ich übrigens auch sehr gerne lese! So isses ja nicht…) oder etwas, das einen noch lange beschäftigt? Ich freue mich über Anregungen!

Herzlichst, Sunny

 

Urlaub zuhause – Rees am Rhein

Willkommen in ReesDer Niederrhein hat es mir offenbar angetan.
Wie ich hier erzählt habe, war ich schonmal auf dem Weg in die Stadt am Rhein und wurde dann von der Lippe „aufgehalten“. Aber vor einigen Tagen lockte mich die Herbstsonne aus dem Haus und es war beschlossene Sache: heute geht es bis nach Rees.

Diese alte Stadt am Rhein (Wiki sagt dazu: Am 14. Juli 1228 erhob der Kölner Erzbischof die Siedlung mit etwa 150 Gebäuden und 600 Bewohnern zur Stadt, Rees gilt damit als älteste Stadt am unteren Niederrhein.) begrüßte mich mit stillen, übersichtlichen Straßen, viel weniger verwinkelt, als ich gedacht hatte. Dafür aber mit diesen typischen schmalen Gässchen, in denen der Wind immer nach Wasser riecht und von denen man schon weiß, dass sie genau dort hin führen.

Ein kleiner Parkplatz in einem Innenhof verhieß kostenfreies Parken für zwei Stunden, und so ließ ich mein Auto dort stehen und machte mich als erstes auf die Suche nach meinem geliebten Fluss, dem Rhein. Der hat in Rees eine beachtliche Breite und die Promenade ist an der alten Stadtmauer (deren Bau 1289 begann und 1350 abgeschlossen wurde) entlang ausgebaut. Es gibt verschiedene Infotafeln und Denkmale sowie Kunstinstallationen, und auf den kleinen Bänken saßen Jung und Alt und reckten ihre Gesichter in die Vormittagssonne.

Auf meinem Weg dem Rhein folgend, an der Stadtmauer entlang, passierte es dann: ich entdeckte ein absolutes Traumhäuschen. Mit Erker! Blick auf den Rhein! Hach! Neugierig wollte ich das Haus auch von der anderen Seite bewundern und wurde nicht enttäuscht.

(Jetzt muss ich nur noch die bisherigen Bewohner überzeugen, auszuziehen und den Liebsten darauf vorbereiten, dass wir doch etwas außerhalb vom Ruhrpott wohnen werden… )

Unmittelbar an dem „Haus Schaeling“ (es ist denkmalgeschützt und stammt im Kern von 1332, seit 1945 sieht es so aus, wie ich es fotografiert habe) ist der Aufgang zum „Mühlenturm“, den ich natürlich erklomm, um einen herrlichen Ausblick zu allen Seiten zu genießen.

Außerdem führte ich mir dank einer der Infotafeln folgende Geschichte, die sich um den Turm rankt, zu Gemüte:
 

Es war einmal… ein Müller, der mit seiner einzigen Tochter in der Mühle wohnte und so ein verschwenderisches Leben führte, dass die Einkünfte der Mühle nicht mehr ausreichten, seine Schulden abzutragen. Ein reicher Händler, dem die schöne Müllerstochter gefiel, lieh dem Müller immer wieder große Geldbeträge, damit der Müller hiervon seine Schulden begleichen konnte. An eine Rückzahlung der Schulden war bei dem Müller jedoch nicht zu denken. Daraufhin forderte der Händler von dem Müller dessen Tochter als Eheweib. Diese hatte jedoch in dem Müllersknecht ihren Eheliebsten gefunden und weigerte sich, den Händler zum Ehemann zu nehmen. Auch der Müllersknecht machte nun beim Müller einen Eheantrag und versprach, durch Fleiß und Ausdauer die Rückzahlung der Schulden möglich zu machen. Ein Müllersknecht als Schwiegersohn war dem Müller jedoch zuwider und es kam zu einem heftigen Streit, der in einem Zweikampf endete. Der Knecht drückte den Müller an die Umwehrung der Plattform oben auf der Mühle. Das Gestänge brach, der Müller stürzte in die Tiefe und riss seinen Knecht mit hinab in den Tod.

 
Keine schöne Geschichte, muss ich zugeben (und außerdem kommt gleich 13 (!!!) mal das Wort Müller in dem nicht besonders langen Text vor…), dafür war die Ruhe auf dem Turm und der Anblick des träge vorbeifließenden Rhein umso idyllischer.

Als ich mich schließlich, vollgesogen mit frischer Luft und Sonne, so langsam wieder auf den Rückweg zum Auto machte, legte ich noch einen Schlenker im Ortskern ein, der mit typischem Niederrhein-Flair (nicht sehr hohe, teils schmale Häuschen, viele Backsteine) bezauberte. Außerdem zog es mich mal wieder in eine kleine, feine Buchhandlung, die ich wie immer nicht ohne eine Tüte mit vielseitigem Inhalt verlassen konnte.

IMG_0424Fazit: Rees ist nicht so verwinkelt-romantisch wie z.B. Kaiserswerth, dafür aber mit traumhafter Rheinpromenade, zahlreichen kleinen Gastronomien und freundlichen Parkkonditionen gesegnet. Zum Seele baumeln lassen (und Traumhäuser betrachten) definitiv geeignet.

Rees am Rhein

Mein Hund im T-Shirt – ein paar Stunden Angst und eine Erkenntnis

Paul am Strand von JuistIhr Lieben,

einige von euch haben mit Sicherheit Paul schonmal auf meinem Blog gesehen. Wie ich hier bereits erzählt habe, ist er zwar ursprünglich an der Seite des Liebsten in mein Leben getreten, aber ich habe ihn so lieb gewonnen, dass ich ihn auf keinen Fall mehr missen möchte. Vor einiger Zeit ist es aber passiert, dass ich mich mit diesem Gedanken beschäftigen musste…

Paul hatte einen Knubbel in der Höhle am Vorderlauf. Er wuchs nicht und schien ihm keine Schmerzen zu bereiten, trotzdem fuhren wir irgendwann zum Tierarzt, um, wie man so schön sagt, Gewissheit zu haben. Von Gewissheit konnte nach der Untersuchung aber keine Rede sein. Denn der Mensch in Weiß griff dem Paulehund in die Achsel, fühlte, brummte, fühlte nochmal und sagte dann: „Alsooo… die Konsistenz fühlt sich gar nicht gut an. Ein Lipom kann ich sicher ausschließen. Das ist genau die Art von Knoten, die auf einen Mastzelltumor schließen lassen.“
Mir wurde kalt. Das Wort Tumor ist einfach nicht gut behaftet. Und „Mastzell“ klang jetzt auch eher unberuhigend.
„Wenn es mein Hund wäre, läge er nächste Woche hier auf dem OP-Tisch. Das würde ich abklären.“
Im folgenden Gespräch, das der Liebste und der Arzt führten, ging es dann noch darum, was mit der Entnahme passieren würde und wie die Chancen stünden, sollte es bösartig sein. Das ging an mir so halb vorbei, weil ich auf den Wuschelhund guckte, der da mit eingezogener Rute saß, und dachte: „Krank? Er? Das kann nicht sein. Das hätten wir doch gemerkt…“
Ich muss vermutlich nicht näher ausführen, dass ich mich in den Tagen vor der OP dazu zwang, nicht darüber nachzudenken, was passieren könnte. Meine Omi hat schon immer gesagt „Über ungelegte Eier regen wir uns nicht auf“, und daran wollte ich mich halten. Aber am Tag, als ich Paul dann in der Klinik ablieferte und er mir hinterhersah, als ich ihn bei dem Arzt zurückließ, war nichts mehr mit „nicht dran denken“. Ich musste mich bewusst ablenken, um nicht ständig darüber zu grübeln, was da jetzt passieren würde und was das Ergebnis eventuell heißen könnte.
Der Arzt hatte gesagt, dass wir Paul gegen fünf wieder abholen können würden und er nur anrufen würde, wenn etwas besonderes sei. Aha. Als dann um kurz nach zwölf das Telefon ging, blieb mein Herz kurz stehen. Und warum rief er an?! Um mir zu sagen, dass alles super verlaufen und der Knoten auf jeden Fall harmlos sei, das habe man schon bei der Stichprobe erkennen können. Paul sei schon fast wach und könne eher angeholt werden. … … …
Was da in mir vorging? Erst war ich unendlich erleichtert. Und dann sehr, sehr wütend auf den Arzt, der doch „ein Lipom sicher ausschließen“ konnte und mich in solche Angst versetzt hatte. Und dann einfach nur noch glücklich, denn Wut ist ja ein Energiedieb und schien mir auch nach einigen Minuten des „Dieser Blödmann!!“ (zensierte Version für’s Internet) denken unangebracht. Der Paulehund war in Ordnung!

Ich schließe mich ungern Diskussionen an, ab wann es beginnt, dass man Tiere zu sehr vermenschlicht, sie zu sehr in das Leben mit ein bezieht, sie übertrieben als Freunde oder Gefährten betrachtet. Die Grenzen verschwimmen für mich da zu sehr, und letztendlich muss jeder selbst entscheiden, was richtig oder falsch ist. Aber ich kann für mich sagen, dass Paul tatsächlich ein Familienmitglied für mich ist und ich so glücklich bin, dass er vermutlich noch einige gute Jahre mit seinen Tauen und seinem Ball, aber dann wieder ohne T-Shirt, das eine vernähte OP-Narbe schützen soll, in seinem Körbchen herumliegt.

Paulehund im KörbchenIch wünsche euch ein wunderbares Wochenende!

Herzlichst, Sunny