Urlaub zuhause – ein (tierischer) Besuch im Kaisergarten Oberhausen

DSC05324Am Wochenende war meine Freundin Anny zu Besuch, und da sie eine große Erpelliebe hegt und das Wetter es gut mit uns meinte, stürmten wir den Kaisergarten in Oberhausen, der – außer hübsch anzuschauendem Herbstlaub, der Designer-Brücke „Slinky Springs to Fame“ und dem angrenzenden Schloss Oberhausen mit der Ludwiggalerie – Tiere in freier Wildbahn und in Gehegen zu bieten hat (Eintritt frei!), und darunter jede Menge neugieriger Enten.
Mit diesen quakenden Gesellen beginne ich auch einfach mal meine Fototour, denn bereits beim Betreten des Kaisergarten, als wir an den See kamen, sahen uns viele von ihnen entgegen.

Und Anny saß mittendrin und freute sich sehr…

Anny fotografiert Annys ErpelliebeAber natürlich hatte der Park noch einiges mehr an tierischen Bewohnern zu bieten. In der folgenden Galerie eine kleine Auswahl meiner liebsten Fell – und Federnasen.

Dazu muss ich sagen, dass der Pfau auf einem Futtertraufendach saß und sich ausgiebig putze, was mit viel Zeit verschaffte, sein hübsches Gesicht samt Federschmuck einzufangen. Und die Bisamratte kam einfach aus einem Wasserlauf gekrabbelt, der nicht zu einem Gehege gehörte, was einen vorbeilaufenden Hund dazu brachte, sein hartnäckig an der Leine hängendes Herrchen durch die Gegend zu ziehen.
Die meisten „Ooooh!“ und „Sind die putzig!“-Ausrufe entlockten uns aber vermutlich diese süßen Fellknäuel…

Auch wenn die Posen nicht sehr freundlich ausfielen, waren sie umso witziger…

Bäh(r)Zwischendurch zog es uns aber auch auf die eingangs erwähnte, sich schlängelnde Brücke, wo wir unter den Liebesschlössern eins entdeckten, das mich wortwörtlich besonders ansprach.

Alles in allem war es ein wunderschöner Herbsttag, und da der Kaisergarten nur wenige Autominuten von meinem Zuhause liegt, werde ich mit Sicherheit noch öfter vorbeischauen. Spätestens im Frühling, wenn die tierischen Bewohner Nachwuchs haben. Dann wird meine Kamera vermutlich vor lauter Putzigkeit zerspringen 🙂

Fazit ist jedenfalls, dass sich der Besuch im Kaisergarten nicht nur für Familien lohnt. Der geneigte Spaziergänger und Fotograf kann dort ebenso angenehme Stunden mit charmanten Motiven verbringen. (Aber merke: die Tiere nicht mit Brot füttern, auch nicht die Enten. Wildfutter oder Möhren sind angeraten.) Ich kann’s empfehlen!

Herzlichst, Sunny

auf der Holzbrücke

Advertisements

One lovely Blog Award – 7 Fakten über mich

Ich glaube, ich kenne spontan niemanden, der Kettenbriefe mag. Oder Ketten-mails. Oder whatsapps… mich eingeschlossen. Ich bin, falls mich so ein wie auch immer geartetes „Dings“ erreicht, eigentlich immer gewillt, die 7 Jahre Unglück oder mit was auch immer gedroht wird, in Kauf zu nehmen. Aber jetzt plötzlich freue ich mich, dass ich zu 7 Nominierten gehöre, nämlich für den

awardund weitergereicht bekommen habe ich ihn von Steffi, deren Blog „Hauptsache Meer“ bereits seit den Anfangstagen meiner Bloggerzeit auf meiner Follow-Liste steht. Und diese Award-Geschichte mag ich dann doch sehr gern, irgendwie. Vielleicht auch deswegen, weil ich noch keine „Facts about me“-Liste habe. Bitte sehr:

1. Ich liebe Kassetten. Jawohl, im Zeitalter von Spotify und mp3 mag ich nach wie vor das Klacken einer abgelaufenen Kassettenseite und das Einrasten des Decks, wenn ich umgedreht habe.

2. Ich habe herausgefunden, dass ich weder Hunde- noch Katzenmensch bin. Ich bin offenbar beides. Ich habe mit Katzen zusammengelebt und fand es super. Ich lebe jetzt mit einem Hund zusammen und finde es super. So einfach.

3. Dass Musik ein essentieller Bestandteil meines Lebens ist, wisst ihr bereits, und dass ich Gitarre spiele, auch. Seit knapp sechs Jahren versuche ich mich außerdem am Klavier, und die Noten und ich, wir sind noch immer keine Freunde. Ich arbeite daran.

4. Ich backe erst seit ca. 6 Monaten (außer man zählt 1x im Jahr Weihnachts-Plätzchen mit einer Mädelstruppe dazu, die mir allerdings erstmal zeigen mussten, wie man Eier trennt, und dass Mehl durchaus auf einen Tisch gehört, um Teig auszurollen.). Aber seit dem mag ich es total gerne und es ist sogar Entspannung für mich.

5. Beim Backen höre ich immer wieder das selbe Hörspiel: „Tod und Teufel“ von Frank Schätzing. Ich mag die Story sehr und die Sprecher sind grandios.

6. Ich liebe es,“unterwegs“ zu sein, das wird in meinem Blog nur allzu deutlich, glaube ich. Damit meine ich nicht nur große Urlaube mit wegfliegen und Co., sondern vor allem Tages-oder Wochenendtrips. Dabei habe ich gerne meine Kamera dabei, aber mindestens genauso wichtig ist gute Musik. Wenn ich allein unterwegs bin und dabei bestimmte Musik höre, kann ich mich später immer wieder an den Ort zurück versetzen mithilfe der Lieder. Diese Erinnerungen reichen weit zurück; zum Beispiel bin ich beim Hören von „74-75“ von The Connells sofort wieder 13 Jahre alt und fahre mit meinen Eltern im Auto (mit Walkmanhörern auf den Ohren) durch ein schneematschiges Dorf in Österreich.

7. Ich bin eigentlich ein friedlicher Mensch. Aber wehe dem, der mein Beifahrer ist, wenn ich gestresst Auto fahre. Dann kann ich so laut und böse und langanhaltend fluchen, dass mein Sitznachbar rote Ohren bekommt. Oh, und wenn ich Beifahrer und im Stress bin, ist es leider keinen Deut besser.

So. Das waren ein paar Fakten über mich, und eigentlich ist die Regel, dass ich nun sieben andere Blogs nominiere. Hm. Ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich das lasse und es stattdessen wie die liebe Frauke von „Fräuleins wunderbare Welt“ halte, die ebenfalls von Steffi nominiert wurde und auch eine schöne, spannende Liste geschrieben hat: wer sich angesprochen fühlt und mag, schreibt drauflos. Das macht nämlich, im Gegensatz zu Kettenbriefen, großen Spaß.

Herzlichst, Sunny

Urlaub auf Juist: Von Rosinenstuten und Herzenskindern – und warum ich etwas sauer auf mich selbst bin

Das Seezeichen und der HafenIhr Lieben,

wie ihr Dank meiner Fotoflut ja bereits wisst, war ich letzte Woche im Töwerland, auf der wunderschönen Ostfrieseninsel Juist. Jetzt sind alle Fotos gesichtet und ich bin (widerwillig) auch mental zuhause im Pott angekommen. Das ist doch dann die perfekte Zeit, um einen kleinen Bericht zu schreiben, finde ich.

Der Liebste und ich waren nicht nur mit dem Paulehund, sondern auch mit zwei Freundinnen, Kerstin und Alex, und Alex‘ zwei Herzenskindern unterwegs. Wir wohnten alle zusammen im Loog, der westlichen Siedlung von Juist, in zwei Ferienwohnungen. Ich könnte seitenlang über die Juister Geschichte schreiben, da mich das sehr interessiert hat und ich mich quasi freiwillig fortgebildet habe, aber das täte dann doch den Rahmen eines Posts sprengen, deswegen verweise ich hier an Wikipedia, wo das alles sehr nett und übersichtlich zusammengefasst ist. Allerdings fehlt dort meiner Meinung nach eine wichtige Sehenswürdigkeit, die nur unter dem Punkt „Naturdenkmäler“ kurz angerissen wird: die Domäne Bill. Aber dazu später mehr (und da erfahrt ihr dann auch, warum ich sauer auf mich bin. Grummel.).
Rein vom schwärmen könnte ich vermutlich minutiös erzählen, was wir alles so erlebt haben, aber ich beschränke mich dann lieber auf die Dinge, die für mich am tollsten waren.

Die Überfahrt am Montag von Norddeich war abenteuerlich. Die Flut hatte sich noch nicht vollends hinbequemt und unser Schiff schrabbte das ein oder andere Mal laut hörbar über eine Sandbank. Aber angekommen sind wir dann doch, und sobald man einen Fuß auf die Insel setzt, wird sowieso alles anders: Pferdegetrappel, Möwengekreisch und Salzgeruch in der Luft… da sind dann die anderen ankommenden Gäste auch egal, denn man selbst kommt an. Meine Güte klingt das esoterisch, aber es ist wahr. Keiner hetzt (weil man keinen Bus verpassen kann), keiner hupt (weil keine Autos da sind) und keiner will so schnell wieder weg.
Eine große Kutsche brachte uns ins Loog zu unseren Unterkünften, und außer auspacken, mit Hallo den Strand begrüßen und einem herzhaften Abendessen im Kiebitz-Eck war am Ankunftstag nicht mehr viel los. So viel frische Luft macht ja auch müde…

Am Dienstag morgen war ich ganz der Morgenmensch, der ich nunmal auch im Urlaub bin und schnappte mir um kurz nach acht den Paulehund, um die Sonne am Strand zu begrüßen. Vom Loog aus ist man nämlich innerhalb von wenigen Minuten am Strand, und zwar am Hundestrand! Heißt für Paul: Düne rauf, schon begeistert gucken, weil das Meer in Sicht ist, Leine ab und los! Um diesen Morgen festzuhalten musste mein Smartphone herhalten, aber es ging ganz gut:

Sonnenaufgang1 Sonnenaufgang2Außerdem liehen wir an diesem Tag unsere Fahrräder, denn die sind auf Juist nunmal das beste Fortbewegungsmittel, wenn man unabhängig von Kutschenzeiten schnell von A nach B kommen möchte, und wir legten einen Gitarren-Gesangs-Nachmittag ein, Kerstin, Alex und ich. Der Liebste hörte zu und zupfte ab und an auch mal an dem Instrument. Das kanner.

Am Mittwoch ging es zu den Seehundbänken, und das fing ungemütlich an. Denn die graue Wolkendecke, die schon morgens über uns gehangen hatte, beschloss in dem Moment, als wir am Hafen von den Rädern stiegen, den Regen endlich loszulassen. Das kleine Bötchen war voll mit neugierigen Menschen, und während Alex mit dem kleinen Herzenskind unter dem kurzen Dach noch einen Sitzplatz ergatterte, saßen Kerstin, das große Herzenskind und ich im Regen am Bug. Eigentlich der beste Platz… aber nicht, wenn das Schiff noch im Hafen liegt und es nichts zu sehen gibt außer einer Frachtfähre und endlose Regenschnüre. Aber als wir endlich ablegten, hatte auch Petrus ein Einsehen und drehte den himmlischen Wasserhahn langsam wieder zu. Ich hatte zwar schonmal was gezeigt von den puscheligen Seehunden und der Vogelinsel Memmert, aber ich kann nicht anders:

Wer denkt denn da noch daran, dass er vorher nassgeregnet wurde?!

Am Donnerstag war für mich ein Auszeittag, denn mein Körper nahm mir den zwar wunderschönen, aber auch kalten und nassen Ausflug vom Vortag übel und bescherte mir einen Fibroschmerzschub vom allerfeinsten. Aber wir ließen es generell ruhig angehen an diesem Tag, versuchten ohne Wind mit dem großen Herzenskind einen Drachen steigen zu lassen und kochten uns abends eine riiiesige Portion Nudeln mit Tomatensauce. Auch schön.

Freitagvormittag stahlen der Liebste und ich uns davon (ok, nicht heimlich, sondern ganz offiziell), um für uns allein einen kleinen Bummel durch das Dorf zu machen (und dabei verliebte ich mich sehr in eine Mütze, die dann den Rest des Urlaubs meinen Kopf zieren durfte). Auf Juist gibt es einen unverschämt gut ausgestatteten Süßigkeitenladen, „Süsse Sachen“, mit Nougatbruch, Bonbons, Pralinen und anderem Hüftgold, auch da konnten wir nicht vorbeigehen.
Mittags kamen wir wieder zurück, denn da brachen Kerstin, Alex und das große Herzenskind zu einer Wattwanderung auf… und das kleine Herzenskind blieb beim Liebsten, dem Paulehund und mir! Das war eine ganz neue Erfahrung für mich, kann ich euch sagen. Ich war spazieren, hab vor mich hingesungen, meinen Schlüssel mit Hilfe von großen, neugierigen Kinderaugen ganz neu entdeckt und habe mit einem ganz merkwürdigen Gefühl im Bauch den Liebsten beobachtet, wie er mit dem kleinen Herzenskind auf dem Boden herumkrabbelte und die Annährung mit dem geduldigsten Hund aller Zeiten überwachte. Hach.

Am Samstag schließlich schwangen wir uns alle auf die Räder (und das kleine Herzenskind in den Anhänger) und fuhren zur Domäne Bill am äußersten Westende von Juist. Ein Arbeitskollege von mir hat zu mir gesagt, bevor ich vor gut drei Jahren das erste Mal meinen Fuß auf die Insel setzte: „Wer auf Juist Urlaub macht, muss einfach auch zum Bill, Rosinenstuten essen!“ Ich weiß noch, dass ich dachte „Muss man?“ und nachdem ich nun zum vierten Mal in diesen Genuß kam, kann ich sagen „Ja! Muss man!“ Nun habe ich ein etwas gespaltenes Verhältnis zu Rosinen. Wenn man sie in einem Schälchen vor mich hinstellt zum knabbern, fällt das Knabbern für mich aus. Pfui bah. Sind sie in einem Kuchen oder Brot verarbeitet, juchuuu! Seltsam, ist aber so. Und nun kommen wir zu dem Punkt, warum ich mit mir selbst ein bisschen grummelig bin: da schleppe ich meine Kamera überall hin, um schöne Momente festzuhalten und versäume, diese dicke, duftende, noch warme Stutenscheibe, auf der die Butter wegschmilzt, zu fotografieren, damit ihr wenigstens eine Ahnung davon bekommen könnt, warum man diesen Stuten einfach essen muss (ist ja gut, ich weiß, dass nicht jeder Rosinenstuten mag! Die sich schütteln, müssen nicht. Es gibt noch andere leckere Sachen in der Domäne Bill, versprochen.). So gibt es also nur Schwärmerei vom Stuten, aber dafür andere, festgehaltene Momente, die auch schön waren. Sehr sogar.

Als wir uns am letzten Abend auf den Weg ins Dorf machten, um die Fahrräder wieder abzugeben und in der „Hubertus-Klause“ essen zu gehen, zeigte sich die Insel nochmal von ihrer schönsten Seite… wie, um uns daran zu erinnern, bloß wieder zu kommen. Aber da muss sie keine Sorge haben.
Wir sehen Dich wieder, Töwerland! ❤

Abschied von Juist(Die Fähre am Sonntagmorgen ging schon um viertel vor neun. Der Abschied war also schnell, wenn auch nicht ganz schmerzlos. Und es regnete wieder. Aber diesmal hatten wir einen Platz im Trockenen. Immerhin.)

Wieso traut man sich eigentlich so selten…

…selbst etwas zu? Okay, das ist jetzt vielleicht zu allgemein gesprochen, da es ja durchaus Menschen gibt, die vor Selbstvertrauen nur so sprühen.
Ich gehöre oft eher nicht dazu, und ich kenne auch nicht viele Menschen, die ich vielleicht fragen könnte, ob sie mir was drübersprühen könnten von ihrem Vorrat.

Ich will nicht behaupten, dass ich völlig ohne Selbstbewusstsein durchs Leben gehe. Es gibt Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie gut kann. Gedanken „zu Papier bringen“ zum Beispiel. Oder Koffer packen. Oder mir nach einmal anschauen Textpassagen aus Filmen merken. Ich weiß sogar, dass ich manchmal recht laut sein kann. Aber wie heißt es so schön?
Ich bin nur so laut damit niemand merkt, wie leise ich in Wirklichkeit bin.
In vielen anderen Dingen des Lebens bin ich nämlich schüchtern. Oder nein, das ist das falsche Wort. Verunsichert. Ich würde es gern können, bin mir aber unsicher, ob es „gut genug“ ist (für wen eigentlich?) und lasse es dann lieber. Stelle mir nur vor, wie es sein könnte. Das ist sicherer.

Manchmal trau ich mich aber doch. Weil ich ein gutes Gefühl dabei habe, und weil es Menschen gibt, die sagen „Täuscht dich nicht, dein Gefühl!“
Und weil es gestern nochmal fast sommerlich war, und weil meine Gitarre mit im Urlaub war und wir viel (und laut) gesungen haben, und es einfach Spaß gemacht hat und ich, auch über ein Jahr später, gut finde, was ich da bei Freunden im Garten fabriziert habe, verlinke ich jetzt einfach hier ein Video. Für „euch“. Und vielleicht gefällt es ja sogar.

Herzlichst, Sunny

Juist – meine Zauberinsel in Bildern Teil 2

StrandausblickIhr Lieben,

ich kann es gar nicht glauben, dass die Woche schon beinahe um ist.
Es ist zwar richtig, dass auf Juist die Uhren irgendwie… geruhsamer ticken, aber trotzdem rennt die Zeit ja meistens davon, wenn man sich richtig wohl fühlt.
Hier nochmal einige Impressionen für euch, mit ganz viel Sand, Meeresrauschen und Salz in der Luft:

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende! Ich fröne noch für den letzten Abend meiner Meeresliebe…

Sunny am MeerHerzlichst, Sunny

Juist – meine Zauberinsel in Bildern Teil 1

Ihr Lieben,

ich bin gerade angefüllt mit Glück und Meerliebe. Bis obenhin. Und zwar, weil ich eine Woche auf Juist verbringen darf.

Die Ostfriesen nennen diese Insel „Töwerland“, das heißt „Zauberland“. Das kann ich nur unterschreiben. Was ich genau hier so gemacht habe, erzähle ich euch, wenn ich zurück bin. Jetzt möchte ich einfach nur Bilder sprechen lassen.

Seehundbaby

Herzlichst, Sunny

 

 

reingeguckt: große, aber selektive Showliebe

So. Hier mal ganz offiziell: ich gucke gerne Unterhaltungsshows. Weil sie genau das tun: mich auf’s Beste unterhalten. Allerdings nicht jede, da ich leicht beeinflussbar bin von der Sympathie gegenüber den Moderatoren oder der Jury. Und, ich gebe es zu, ich stehe nicht darauf, wenn Menschen vorgeführt werden und man ganze Folgen darauf aufbaut, wie sich jemand zum Deppen macht. Mit Fremdschämen möchte ich keine zwei Stunden verbringen.

Aber Let’s Dance (jaja, ich weiß. Da machen sich auch manche zum Deppen. Aber manche können’s eben auch.) oder Got to Dance, zum Beispiel, stehen bei mir ganz oben auf der Liste. Und wenn ich eine dieser Shows dann sehe (dankenswerterweise laufen die ja nie gleichzeitig…), will ich plötzlich auch tanzen. Entweder in einen Tanzkurs mit dem Liebsten (haben wir zur Hochzeit gemacht, einen vierwöchigen Crashkurs, und es war sooo toll), um dann auch mal von Joachim Llambi zumindest fünf Punkte ergattern zu können, oder in einen Kurs für Poetry Dance, weil ich auch Nikita Thompson zum weinen bringen will.
Oder im Moment wieder The Voice of Germany.  Das Konzept der Show, dass zunächst nur die Stimme im Vordergrund steht, hat mir von Anfang an gefallen. Bei anderen Castingshows weiß man eigentlich schon von vorne herein, dass jemand, der zwar super singt, aber nur durchschnittlich aussieht, vielleicht in die zweite oder dritte Runde kommt, aber niemals gewinnt. Schlechte Vermarktung und so. Und spätestens, seit der Gewinner der letzten TVOG-Staffel, Andreas Kümmert, nach seiner Blindaudition sagte: „Ich wurde auch schonmal weggeschickt mit den Worten Du singst echt super, aber du siehst halt scheiße aus, ne?…“ ist das wohl jedem klar.
Auch bei TVOG kommen dann bei den Battles natürlich auch Kommentare über „das Gesamtpaket“ oder das „mitreißen können“. Aber zumindest habe ich als Zuschauer das Gefühl, dass niemand nach Hause geschickt wird, nur weil er oder sie keine Size Zero trägt oder nicht den neuesten Haarschnitt hat.

Ich glaube nicht, dass man bei irgendeiner dieser Shows jemanden findet, der sich, „nur“ weil er ein Format gewinnt, den Rest seines Künstlerdaseins in den Charts halten wird. Da gehört eine Menge mehr dazu, und eher wenige schaffen das. Plus, dass eine Stefanie Heinzmann zum Beispiel, die immer noch (wirklich gute) Musik macht und im Gespräch ist, nicht einem Format entsprungen ist, das mit Riesenliveshows Samstag abends um 20:15 Uhr bei einem Sender mit drei Buchstaben läuft. Aber verfolge ich den Weg dieser Menschen gerne und kaufe auch deren Musik, wenn sie mir gefällt.
Ich habe ihn schonmal erwähnt in meiner Favoritenliste, auch er ist ein Teilnehmer einer solchen Show gewesen, nämlich Stefan Raabs SSDSDSSWEMUGABRTLAD – Stefan sucht den Superstar der singen soll was er möchte und gerne auch bei RTL auftreten darf (die besagte Stefanie Heinzmann gewann) und ihn als zweiten Sieger hervorbrachte: Gregor Meyle. Nach der Show von Raab war er eher semi-bekannt, brachte zwar mehrere Alben heraus und ging auf Tour, aber der große Durchbruch ließ auf sich warten. Diesen Sommer nahm er an Xavier Naidoos Show „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ teil und bekam dadurch deutlich mehr Aufmerksamkeit. Und am Freitag war er bei TVOG im Publikum und sang mit dem Kandidaten Björn sein Lied „Keine ist wie Du“. Hach. Solche Sänger wie Gregor sind es, die mich auch weiterhin vor dem Fernseher kleben und das ein oder andere Tränchen vergießen lassen.

Und dann hab ich das Gefühl, selbst wieder mehr singen zu müssen. Auch wenn ich zu keiner Castingshow gehen würde. Ok, zu Stefan Raab, vielleicht 🙂

Herzlichst, Sunny

London Calling Part II – Regen, Sonnenzauber und schöne Aussichten in Dover

Hier ist der zweite Teil meiner kleinen London-Reise. Er ist etwas nass, aber auch sonnig und mit ein paar hübschen Ansichten (Meerliebe ahoi).

Unser dritter Tag in London begann grau, aber noch trocken. Beim Frühstück besprachen Jasmin, Thomas und ich, dass wir für die Unternehmungen den Bus statt der U-Bahn nehmen wollten, denn so könnten wir trotz nicht so tollem Wetter vielleicht noch mehr von der Stadt sehen.

Gesagt, getan. Nachdem der Zug uns in die Victoria-Station gerollt hatte, machten wir uns auf die Suche nach der richtigen Bushaltestelle, denn zunächst wollten wir in die Bakerstreet 221 b. Wer jetzt ein Fragezeichen über dem Kopf hat, dem sei gesagt, dass dort in den Büchern von Sir Athur Conan Doyle ein gewisser Sherlock Holmes lebte und dort heutzutage ein Museum ist, das diesem Meisterdedektiv gewidmet wurde. Der Bus fuhr uns durch die Straßen (ein echter, roter Doppeldeckerbus, hurra!) und ich versuchte mich an etwas (na gut, teilweise sehr) verwackelten Regenfotos…auf'm Bus Häuser im RegenBus im Regen

In der Bakerstreet angekommen erwartete uns zweierlei: penetranter Starkregen und eine seeehr lange Warteschlange vor dem Museum. Als nach kurzer Nachfrage feststand, dass wir mindestens eine Stunde würden warten müssen (ohne Regenschirm oder Unterstand. Brrr.), haben wir den Museumsbesuch verworfen und kehrten stattdessen bibbernd in einen nahen Pizza-Hut ein, um kurz etwas Warmes zu trinken. Ja, es gab noch andere Lokalitäten rundum. Aber es schüttete und wir waren nicht die einzigen, die sich aufwärmen wollten.
Mein erster Weg führte ins WC, um einen Blick in den Spiegel zu werfen, denn das Regengepladder auf meinen Kopf war mir nicht so recht. Und was macht frau dann, ohne Kapuze, aber dankenswerter Weise mit zwei Schals? Genau, einen davon zweckentfremdet als Turban auf dem Kopf platzieren. Sah ok aus, fand ich.
Leider war uns das Einheizen dann aber nicht gegönnt, denn als die wirklich freundliche Bedienung kam, um unsere Bestellung aufzunehmen, hörten wir folgenden, ungewünschten Satz: „Sorry guys, no hot drinks today. The machine’s broken.“ Hmpf. Also Cola und Wasser und anschließend die schnelle Flucht in den nächsten Bus Richtung Camden.
Dort machten wir kein großes Aufhebens, sondern steuerten das nächste Restaurant an (einen kleinen Spanier), um dort den ersehnten Kaffee zu genießen. Dort gab es auch „hot drinks“ und wir waren vorerst zufrieden.

Turban-SchalZwar mit warmen Kaffee, aber noch ohne Mittagessen (inzwischen war es nach zwei Uhr) wagten wir uns wieder hinaus ins Nass auf der Suche nach einem Ort, der leckere Sandwiches anbot und an dem ich mit dem Liebsten voriges Jahr eingekehrt war. Café war noch da, Plätze zum Niederlassen aber nicht. Die Laune, die durch Starkregen, verpassten Museumsbesuch und zuerst verweigerten Kaffee eh schon nicht mehr sooo super war, wurde durch knurrende Mägen nicht wirklich besser. Aber dann! Ein Schild an einem von außen unscheinbaren Gebäude. „Q“ (der Name des Restaurants) und darunter der Spruch „Is it a bad day?“ und beide Pfeile mit „Yes!“ oder „No!“ führten zu „Come in and have a drink!“ Fanden wir juht, ebenso wie die Speisekarte, die draußen in einem Kasten einzusehen war. Also hinein in die gute Stube, und was soll ich sagen? Warm! Tolle Möbel aus groben Holz und Leder! Eine offene Küche, aus der es verführerisch roch! Hach! Leider war es auch recht dunkel, deswegen ist nur ein Foto so richtig was geworden (aber wer mag schaut hier auf der Homepage vorbei, da gibt es eine schöne Galerie):

"Q" Bar Das Essen war ne Wucht, die Bedienung super freundlich und es war so gemütlich, dass wir auch noch auf einen Apple-Caramelt-Crumble blieben… Camden selbst war erstmal nicht mehr so wichtig.
Später stürmten Jasmin und ich dann aber doch noch die Stables, während Thomas sich aus dem Shopping ausklinkte („Ich möchte ein ruhiges Plätzchen und WiFi…!“). Da mir den ganzen Tag entsetzlich kalt gewesen war, kaufte ich ein graues Sweatshirt mit weißen Fahrrädern (Jasmin: „Alsooo… meins ist es nicht, aber es steht dir!“ Ich mag Ehrlichkeit bei Shoppingbegleitungen übrigens viiiel lieber als solche, die auch „Wie süüüüüß!“ quietschen, obwohl man aussieht wie ein Lampenschirm auf Beinen.) und später ein Taschenbuch von Ernest Hemmingway, und Jasmin gönnte sich eine neue Umhängetasche und ein grau-gemustertes Kleid. Das sah übrigens echt süß aus. Und nicht  wie ein Lampenschirm. Eigentlich komme ich nicht so genügsam beim shoppen daher, aber erstens war der Geldbeutel recht leer und zweitens bräuchte ich, um in Camden so richtig zu shoppen, 1000 Pfund. Mindestens.
Als wir wie Sektkorken wieder aus der Menschenmasse auf die halbwegs freie Straße ploppten, war die Sonne zurück gekehrt. Große Freude und neuerliches Zücken des Fotosapparates, als wir uns, wieder mit dem Bus, Richtung Victoria-Station schaukeln ließen. Dabei sind einige Bilder entstanden, die nicht unbedingt scharf sind, die ich aber dennoch mag. Bittesehr.

Den Abend verbrachten wir totmüde mit einem gar köstlichen Sandwich von Pret-a-Manger (und ich schwöre, gäbe es diese Kette hier bei uns, ich kehrte Subway und Co für immer den Rücken…) und der Gewissheit, dass wir den Tag trotz Regen und verpasstem Museum noch gut genutzt hatten.

Am Abreisetag strahlte wieder die Sonne (wenn es auch schweinekalt war) und das freute uns sehr, wollten wir doch bis zur Abfahrt der Fähre den „Western Heights“ in Dover einen Besuch abstatten. Genau an diesem Wochenende fand dort eine Veranstaltung statt, die den militärischen Hintergrund der Heights mit Spiel und Vorführungen dem geneigten Publikum näher bringen sollte.
Der Abschied aus Emma’s B&B fiel einigermaßen schwer (dieses Früh-stück mit diesem Brot!), und die Fahrt nach Dover durch die teuflischen Kreisverkehre verlangten mir einiges ab, aber schließlich angekommen wurden wir von tollstem Wetter und herrlichen Aussichten entschädigt.

Das Einschiffen auf der Fähre war unproblematisch und sogar etwas unterhaltsam, weil einige Jugendliche sich einen Spaß daraus machten, die Möven am Hafen zu füttern und diese sich dann immer wieder gegenseitig wegzuschieben versuchten und sich ankreischten. Wir saßen derweil im Auto und mampften unser Mittagessen (nochmal Sandwiches. Das können se echt, die Engländer).
Von der Fähre aus gab es nochmal sehr hübsche Aussichten auf Dover, den Hafen und die sich beim Auslaufen entfernenden Klippen…
Hafen von Dover IIHafen von Dover IIIGoodbye, White CliffsIch kann zusammenfassend sagen: England mit dem Auto zu besuchen, lohnt sich, wenn man sich a) die Spritkosten teilt und b) keine Scheu vorm Linksverkehr hat (oder vor Navis, die einen bei der Stauumgehung durch halb Belgien schicken, bis man wieder auf die Autobahn zurück darf…), in einem B&B außerhalb statt in einem Hotel in der Stadt zu wohnen ist persönlicher, wenn auch nicht unbedingt günstiger, und ich werde auf jeden nochmal nach London kommen. Und nochmal. Und immer wieder. ❤ Diese Stadt werde ich vermutlich niemals leid.

Und ihr? Wart ihr schonmal dort? Habt ihr gierige Grauhörnchen, Londoner Starkregen und überfüllte Cafés getroffen? Habt ihr Tipps, wo ich auf jeden Fall noch hin muss? Ich bin gespannt!

Herzlichst, Sunny

London Calling Part I – Hinfahrt, Hyde Park und ein Themse-Sonnenuntergang

Es gibt ja Länder und/oder Städte, zu denen man sich besonders hingezogen fühlt. Dass ich die englische Sprache sehr, sehr gern mag und der britische Humor mir meist zusagt, wusste ich auch schon, bevor der Liebste mich Ende 2011 das erste Mal nach London mitnahm (Damals haben wir Les Miserables gesehen, und ich habe fast die ganze Aufführung in mein Taschentuch geheult, während vor mir jemand eingeschlafen (!!!) war. ). Aber aus diesem ersten Besuch ist eine große Liebe entwachsen, die mich vergangenes Wochenende zum 3. Mal dorthin verschlug lockte. Leider ohne den Liebsten, denn dessen Bandscheibe sagt laut „NÖ!“ zu einer Städtereise, noch dazu mit dem Auto angetreten. Also bin ich mit meinen Freunden Thomas und Jasmin zu dritt losgezogen, und das war auch schön.

Am Donnerstag morgen ging es los, von Duisburg nach Calais, wo wir mit der Fähre nach Dover übersetzen wollten. Dabei sind wir so gut durchgekommen, dass wir eine Fähre früher als gedacht erwischten.

MeeresweiteIn der Ferne ließ sich bereits das Eiland unseres Begehrs entdecken.
Da England zeitlich eine Stunde hinter uns liegt, kamen wir sehr früh in Dover an, das mit seinen weißen Klippen weithin zu sehen war.

White CliffsAuf der Fahrt nach London brachte uns ein Schild, das auf Leeds Castle hinwies, dazu, kurz mal abzufahren. Aber leider war das schon geschlossen. Dafür haben wir ein schnelles Getränk im bezaubernden „George Inn“ genossen, ein kleiner Pub ganz in der Nähe der Burg.

Schließlich kamen wir müde und, in meinem Fall, schweissgebadet (englische, mehrspurige Kreisverkehre sind der Teufel!) in unserem Bed & Breakfast an. Die wirklich zuckersüße Hausherrin Emma begrüßte uns in ihrem Haus in der St. Julians Farm Road in West Norwood, etwas außerhalb der Londoner City. Sie bat uns, die Schuhe im Flur stehen zu lassen, und dann führte sie uns in die Zimmer. Was soll ich sagen? Ich war für alle ausgestandenen Ängste im bösartigen Linksverkehr mehr als entschädigt…

Den ersten Abend haben wir dann nach der langen Reise (insgesamt waren wir 10 Stunden unterwegs gewesen) ganz ruhig beschlossen, mit einem kurzen Besuch im Pub The Great North Wood und einem frühen Einkuscheln ins Bett.

Der nächste Morgen lockte mit strahlendem Wetter und, trotz Wind, angenehmen Temperaturen. Das Frühstück, von Emmas Mutter Penny serviert, hat uns sowas von für den Tag gestärkt. Es gab zu frischem Kaffee und selbstgebackenem Brot (noch dampfend ❤ ) drei Sorten Frühstücksflocken, Toast, Aufschnitt und selbstgemachte Marmelade sowie geschnittenen Obstsalat mit Quark. So gut versorgt ging es dann erst mit dem Zug zur Victoria-Station und dann weiter Richtung Hyde Park, denn wir wollten tun, was Penny uns geraten hatte: „Do the Outdoor-Things today!“ Und ich hatte Thomas und Jasmin Eichhörnchen (oder, wie Google uns lehrte, Grauhörnchen, eine Unterart der uns bekannten Nager) versprochen, die man aus der Hand füttern konnte. Wir hatten kaum den Park betreten, da kam das erste, freche Hörnchen angesaust… und andere ließen sich nicht lange bitten.

Aber auch ansonsten waren wir dem Hyde Park und allem, was er zu bieten hatte, sehr zugetan.

Am frühen Nachmittag, nachdem wir im Park ausgiebigst die Sonne und einen köstlichen Kaffee genossen hatten, versprach ein kleines, italienisches Restaurant (typisch englisch, was…?) gutes Essen, was es auch halten konnte. Bei Caesar Salat und Spagetti Bolognese beschlossen wir, dass wir den Tag mit einer Themse-Rundfahrt abschließen wollten: Wasser und Sightseeing in einem, besser geht’s nicht. Nach einigem Suchen fanden wir noch eine Bootsgesellschaft, die nach 17 Uhr eine Tour startete, von Westminster Abbey zur Tower Bridge. Mit großem Hurra enterten wir das Boot (gemeinsam mit anderen Gästen, unter ihnen vier höchst motivierte und lautstarke, asiatisch anmutende Damen, die sich gegenseitig im Posen und Giggeln zu übertreffen suchten) und genossen die Aussicht(en). Was uns dann aber gegen Ende die Sonne an Abendlicht schenkte, war so schön, dass sogar die fröhlichen Vier mal kurz innehielten.

Sonnenuntergang IIm Halbdunkel kehrten wir noch kurz in ein Café ein, bevor wir uns für den Abend mit Sandwiches versorgten und sehr müde, aber angefüllt mit Sonnenschein, entzückenden Hörnchen und wunderschönen Aussichten zu Emma ins B&B zurückkehrten.

Warum mein Schal plötzlich ein Turban wurde werden musste und Fotos aus einem fahrenden Bus nicht immer Kunstwerke werden (manchmal aber doch) erzähle ich euch beim nächsten Mal. Bis dahin mekrt euch doch schonmal vor, dass man den Hyde Park einfach nicht ohne Nüsse betreten sollte… sonst sind die Hörnchen äußerst enttäuscht.

Herzlichst, Sunny