Spontanpost weil Gründe: Music IS my first love

Hab ich an irgendeiner Stelle schonmal erwähnt, dass sich das Schreiben den Platz in meinem Herzchen mit der Musik teilen muss? Nicht so wirklich, oder?

Sunny on stageGerade war Bandprobe, und da wurde es mir wieder bewusst: ohne Musik wäre mein Leben leer. Musik ist immer bei mir, ich wache morgens mit einem Lied im Kopf auf, welches auch immer (letztens war es „Macarena“! Wie ich da wohl drauf gekommen bin…),und ich gehe mit Musik im Kopf ins Bett. Es gibt Lieder, die den Soundtrack meines Lebens bilden.

Und heute abend ist eins dazu gekommen. Danke Jungs, dass ihr mit Musik um die Kurve kommt, die ich noch nicht kannte, aber ab jetzt nie mehr missen möchte. Und danke auch an den Macher des Videos. Hach.

 

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Große Herbstliebe in Wolfsburg und ein entzückender Möter

Unterwegs sein ist einfach so toll… und letztes Wochenende war erst der Anfang!

Ich werde in den nächsten drei Wochen noch viel auf Achse sein und euch davon berichten, aber hier erstmal Eindrücke vom wunderschönen Schlosspark des Schloss Wolfsburg, wo ich mich am Sonntag mit der Besten und ihrem entzückenden Möter Butz bei schönstem Sonnenschein herumgetrieben habe.

Meine Freundin Annie ist vor über 12 Jahren nach Niedersachsen verzogen… der Liebe wegen, und auch wenn es diese Liebe mittlerweile nicht mehr gibt, ist doch die zum Bundesland geblieben. Und wenn ich sie besuche, verstehe ich auch immer wieder, warum. Sie wohnt nicht direkt in Wolfsburg, sondern in einem kleinen Dorf im Umland, so richtig „wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen“. Wiesen, Felder und Wälder und mittendrin das Dörfchen. Und als wir Samstag nacht aus Braunschweig zurück kamen, wo wir noch im Lindbergh gesessen und geredet hatten, war der Himmel so übersät mit Sternen, wie man sie bei uns im Ruhrpott wahrlich nicht sieht. Ich weiß nicht, ob ich immer so idyllisch wohnen könnte, aber für die Zeit, wenn ich bei Annie bin, ist es wie ein Urlaub.
Dieses Landleben ist natürlich auch für Butz, den Möter, ein Traum.

Butz ist tatsächlich halb Mensch, halb Köter, auch wenn er mit seinen Flappohren eher wie eine quirlige Fledermaus anmutet. Annie hat ihn vor neun Jahren als handvoll Welpe aufgenommen und ihn dem Tod von der Schüppe geschnappt. Seit dem weicht Butz ihr nicht mehr von der Seite.

Annie und ButzWir drei sind also im Park unterwegs gewesen, und ein paar Eindrücke möchte ich hier noch zeigen:

Ich liebe den Herbst. Ich spüre ihn inzwischen in jeder Faser meines Körpers, und ich freue mich über ihn. Und ich freue mich, dass meine Beste und ich den schönen Sonntag noch so nutzen konnten, bevor ich mich in den Zug gesetzt habe.
(Der wollte mich übrigens ärgern und ist erst nicht nach Dortmund reingefahren, hat sich nach fast einer Stunde Aufenthalt dann doch wieder in Bewegung gesetzt, nur um dann in Essen einfach stehen zu bleiben, so kurz vor’m Ziel. Hab mich dann aber in einen überfüllten Re gequetscht und bin doch noch nach Duisburg gekommen. Aber dieses herrliche Wochenende konnte mir die DB dann echt nicht mehr vermiesen.)

Die kommende Fahrt (diesmal mit dem Auto) bringt mich weiter weg, aber davon mehr das nächste Mal.

Herzlichst, Sunny

Vom Leben

HerbstWas wir brauchen, um glücklich zu leben, ist wenig.

Aber wir steigern die Bedingungen für Glück ins Endlose

und beklagen unser Unglück.

Kristiane Allert-Wybranietz

Schmerztoleranz am A…! – Warum ein Montag mein Feind war und eine Kuscheldecke manchmal die bessere Lösung ist

Manche Tage gehören verboten.
Gestern war so ein Tag, und nichtmal, weil es ein Montag war. Montage hab ich manchmal frei (so wie gestern) und deswegen finde ich sie gelegentlich sogar toll.

Aber… Aber. Am 22. September 2014 beschloss der Tag, mein Feind zu sein. Auf der Schmerz-Skala von „Ellbogen vs. Türrahmen“ bis „untrainiertes Bergwandern“ war ich morgens beim Aufstehen schon bei „es musste ja unbedingt das Gipfelkreuz sein…“, und dabei hatte ich so einiges vor.
Der Liebste hatte einen Termin beim Physiotherapeuten, zu dem ich ihn gebracht habe, ich musste einkaufen (Wasserkasten schleppen olé), der Hund brauchte ein neues Körbchen (da er über Nacht beschlossen hatte, seinen Sitzsack in dessen winzig kleine Styroporkugel-Einzelheiten zu zerlegen), im Wohnzimmer hatte der Sitzsack gelegen… Verschieben war nicht drin. Während der Liebste also beim Termin war, schlüpfte ich schnell in den nächsten Supermarkt (und den Wasserkasten fahre ich jetzt im Auto mit mir rum), Paul hat eine Bettstatt in seiner Fellfarbe und aus reißfestem Material, und in unserem Staubsauger wirbeln nun lustige, weiße Kügelchen umher.
Mein Körper schrie an dieser Stelle sehr laut „Hallo! Couch?!“, aber der Rest von mir erblickte draußen blauen Himmel statt der grauen Regenwolken des Mittags und wollte unbedingt noch raus. Also schnappte ich mir mein Fahrrad aus dem Gartenschuppen -die „aber da liegt ne KUSCHELDECKE!“-Rufe aus meinem Inneren ignorierend- und radelte los. Am Rhein-Herne-Kanal entlang bis zum Gasometer und zurück wollte ich, das ist eine Runde von etwa 60 Minuten bei etwas schnellerem fahren.

Nun ist es so, dass mein Arzt gesgat hat „Bewegung tut ihnen gut!“, und eigentlich ist dem auch so. Es lassen nicht unbedingt die Schmerzen nach, aber zum einen gibt es da ja diese Hormönchen, die einen glücklich machen beim Sport, und zum anderen soll mein Körper eine höhere Schmerztoleranz lernen. Die funktioniert bei Fibromyalgie-Betroffenen nämlich nicht richtig. Und wenn man regelmäßig Bewegung bekommt (kein Leistungssport, sondern gemäßigt), hilft das beim Aufbau dieser Toleranz.

Zurück zum gestrigen Feind-Montag, an dem ich nach ca. 15 Minuten einen Anruf meiner Freundin Kerstin bekam, ob ich bei dem schönen Wetter später noch was in der „Tomate“ in Mülheim essen wolle. Für die Tomate bin ich immer zu haben, aber ich war ja gerade erst los und wusste nicht genau, wann ich zurück und geduscht sein würde… also haben wir’s verschoben und Kerstin wünschte mir gute Weiterfahrt. Jaaa… das war lieb gemeint. Aber schon nach dem Gespräch wieder anzufahren war irgendwie nicht so einfach, weil die Beine nicht so richtig Kraft zu haben schienen. Und weitere zehn Minuten später hielt ich an einer Brücke an, über die man durch so eine Rinne an der Seite sein Fahrrad hochschieben kann, und das tue ich eigentlich sehr gerne, weil man dann von oben so nett übers Wasser gucken kann. Aber gestern hatte ich plötzlich Steine in den Oberschenkeln und mein restlicher Körper zeigte mir einen herzhaften Stinkefinger. Prima, nicht mal die Hälfte der Strecke geschafft, und ich hinkte im Schneckentempo über die Brücke und hätte heulen mögen. Scheiß Schmerzen.
Aber es half ja nix. Zumindest musste ich noch nach Hause. Ein Pochen in meiner linken Schläfe gesellte sich jetzt noch zum Rest, und ich nahm eine Abkürzung. Ein in einen neongelben Sportanzug gehüllter, sturzhelmtragender, hochmotivierter Mountainbikefahrer rief von der anderen Straßenseite etwas herüber, das wie „Lach doch mal!“ klang, und da war ich sehr versucht, ihm einen Stinkefinger zu zeigen, aber vermutlich hatte er’s nur gut gemeint.

Als ich dann etwa eine halbe Stunde später endlich, endlich zuhause war und mir statt der Dusche ein Entspannungsbad einlaufen ließ, war ich wieder etwas mit dem Montag versöhnt. Und später auf der Couch, unter der Kuscheldecke, hat mir auch mein Körper verziehen. Naja, zumindest hat er etwas Ruhe gegeben, mit Wärmekissen und Schmerztablette. Das nächste Mal, wenn ein Tag mein Feind sein will, schenke ich ihm einfach Blumen. Oder so.Blümchen I

Der alte Mann und das Meer

Ich bin mir noch nicht sicher, was der Tenor dieses Posts ist. Vielleicht weiß ich es, wenn ich die Begebenheit aufgeschrieben habe, von Montag am Strand in Egmond.

Ich laufe nah am Wasser, immer mal wieder mit den Füßen in den Wellen. Die Nordsee ist kalt, aber nicht so sehr, dass ich meinen Zehen die Freude an dem feinen Sand wieder rauben möchte. Meine Kamera liegt in meiner Hand und wartet darauf, dass ich ein neues Motiv festhalten möchte. Im Prinzip ist ja jede Muschel fotografierenswert… aber ich lasse meinen Blick schweifen. Da ist eine Familie, wo die Mama eben auf dem Weg zum Wasser ist, und der Papa hält das kleine Kind im Arm, beide haben die Augen geschlossen und dösen. Das würde ich gerne festhalten… aber irgendwie trau ich mich nicht, zu fragen. Vor mir laufen zwei Frauen mit ihren Hunden. Einer ist groß und dunkel, der andere weiß und wuschelig. Sie balgen sich und rennen umeinander. Auch das wäre ein schönes Motiv… aber ich müsste schon vorher um Erlaubnis bitten, oder? Dumme Unsicherheit.
Kurze Zeit später schaue ich mal wieder hoch von den Muscheln zu meinen Füßen, da kommt mir ein Mann entgegen. Er fällt mir sofort auf, weil sein weiß-grauer Haarschopf windzerzaust um seinen Kopf steht, in einen (zugegebenermaßen recht kurzen) Vollbart übergeht und dann auf seiner Brust fröhlich weitersprießt. Das kann ich so genau sehen, weil er nur eine (sehr modische) Jeans trägt, das Oberteil liegt quer über seiner Umhängetasche, die Füße sind bloß. Er bewegt sich sehr geschmeidig, wie ein Kampfsportler, und hat auch so eine Figur. Seine Augen sind sehr blau. Wir schauen uns einen Moment an und ich denke „DER wäre auch ein Motiv!“ und muss lächeln. Ich glaube aus dem Augenwinkel zu sehen, dass er den Arm hebt, aber ich bin schon zu einer Stelle weitergelaufen, wo ein Priel ins Meer fließt, weil dort eine besonders schöne Muschel liegt. Als ich mich etwas drehe, um den Bildausschnitt zu verändern, sehe ich, dass der Mann auf mich zukommt. Er gestikuliert zu meiner Kamera. Was soll’s, denke ich und fühle mich irgendwie trotzdem etwas mulmig. Was der wohl will?
„Nederlands?“ fragt er, als er vor mir steht. Ich schüttele entschuldigend den Kopf. „English?“ versucht er es nochmal. „Yes“, entgegne ich. Schließlich spreche ich ganz gut englisch. „Oh, you’re from England?“ fragt er erfreut und klingt irgendwie so, als sei er selbst von dort. „No, Germany“, anworte ich etwas lahm. „But you speak english?!“ Das scheint ungewöhnlich zu sein, aber ich nicke. „I do.“ Dann fragt er mich, ob ich vielleicht auch ein, zwei Bilder von mir selbst mit dem Meer haben möchte. Klar möchte ich. Leider sehe ich heute etwas… nicht so toll aus, finde ich, aber das ist nicht seine Schuld. Er macht ein paar Bilder und gibt mir die Kamera schließlich wieder.
„You’ve got a really beautiful smile“, sagt er und lächelt mich seinerseits an. Da bin ich erstmal baff. „Thank you“, stottere ich, während er schon rückwärts wieder losgeht. „My pleasure!“ sagt er und hebt die Hand zum Abschied. „Have a nice day“, stammle ich noch hinter ihm her.
So. Und was hatte ich dann? Fotos von mir, die mir nicht so gut gefallen haben (nochmal, lag an mir, nicht an dem Fotografen), aber kein Foto von diesem Mann, der eigentümlich beeindruckend aussehend barfuß am Strand herumläuft und Komplimente verteilt. Wieder nicht getraut.
Ich erwische mich den restlichen Weg dabei, wie ich mir eine Lebensgeschichte für ihn ausdenke, warum er an diesem wunderschönen Vormittag allein am Strand unterwegs ist.So ein herzlicher Mann um die sechzig gehört doch wohl mit einer Frau und fünf Enkeln an eine Sandburg, mit Schaufel und Förmchen bewaffnet? Oder?

Falls du ihn heute nochmal sehen solltest, dann sprichst du ihn an und redest richtig mit ihm, nehme ich mir vor und halte tatsächlich den ganzen Tag noch nach ihm Ausschau. Soo groß ist Egmond ja nicht.
Ich habe ihn nicht wieder gesehen.

Meerliebe 2.0

Meine Meersehnsucht ist immer da. Aber manchmal wird sie ganz besonders stark, und wenn dann ein freier Tag und trockenes Wetter zumindest kein Dauerregen zusammenfallen, gepaart mit relativer Schmerzfreiheit, hält mich eigentlich nichts mehr. Gerne schleppe ich jemanden mit, wie den Liebsten, Jasmin oder Anny. Manchmal fahre ich aber auch einfach allein los.

So geschehen am gestrigen Tag. Der Wecker schmiss mich um halb sieben raus und um sieben saß ich im Auto Richtung Egmond aan Zee. (Jaja, ich weiß, da bin ich doch ständig. Na und? Es ist quasi mein 2. Zuhause, und wenn ich nicht entdecken, sondern nur genießen will, geht es dorthin. )
Wen’s interessiert: A3 hoch Richtung Emmerich/Arnhem (nach der Grenze wird die Autobahn zur A12), weiter bis Utrecht, dort Wechsel auf die A2 Richtung Amsterdam, kurz vor Amsterdam auf die A9 Richtung Haarlem/Schipol, runter am Ring Alkmaar auf die N9 (gut zu erkennen am riesigen AFAZ-Fußball-Stadion), Beschilderung im großen Kreisverkehr Richtung Egmond aan Zee folgen.
Leider hatte ich nicht bedacht, dass ich an einem ganz normalen Montag vermutlich in den Berufsverkehr geraten würde. Und so saß ich dann zwischen der Grenze und Utrecht erstmal fest. Naja. Bütterken und Kaffee dabei, Hörbuch an, halb so wild. Danach war aber freie Fahrt, und um viertel nach Zehn fuhr ich endlich über die Strandpromenade, winkte dem Meer das erste Mal zu und parkte schließlich am Kennedyboulevard.

(Dort habe ich mit meinen Eltern jahrelang in einer Mietferienwohnung gewohnt, in der obersten Etage mit Blick vom Balkon direkt auf den täglichen Sonnenuntergang, und als wir 1998 aus heiterem Himmel erfuhren, dass die Wohnung verkauft sei und die neuen Besitzer nicht mehr vermieteten, habe ich mich in den Schlaf geheult. Aber es war ja „nur“ die Wohnung verloren, nicht mein geliebtes Dorf, also habe ich neue Wohnmöglichkeiten ausprobiert: auf dem Campingplatz, in Zimmern mit Frühstück und Sommerhäusern. Und dabei zweifelsfrei festgestellt: „Egmond is‘ immer schön!“)

Von der angekündigten Bewölkung war nichts zu sehen, ein wenig Hochnebel vielleicht, ansonsten: Sonne pur! Herrlich. Die Regenjacke wanderte direkt mal aus dem Rucksack auf den Autositz, und dann zog ich los.
Der erste Gang führte mich (natürlich!) zum Strand, wo ich sogleich von einer Möwe und einem Schiff und einem kleinen, gelben Bötchen bezaubert wurde…

Ein Stück den Strand hinauf (um kurz vor elf übrigens noch erfreulich menschenarm) kraxelte stolperte und kullerte ich eine Düne hinauf, um meine Decke auszubreiten und erstmal nur zu gucken und zu hören und zu riechen.

Ausblick Egmond rechtsDas war meine Aussicht nach rechts…

Ausblick hinter mir…das war hinter mir…

Ausblick Egmond links…das nach links…

Aussicht Egmond vorn…und das war meine Aussicht nach vorn. Hach.
Ich hatte mir ein Buch mitgebracht, das ich aber immer mal wieder zur Seite legte, um die Augen zu schließen und nur zu genießen. (Ich hatte übrigens auch Kopfhörer für Musik dabei. Aber braucht frau die, wenn doch Meeresrauschen allgegenwärtig ist? Eben.) Kennt ihr das? Man vergisst wirklich die Zeit, und wenn man ganz viel Glück hat, auch Stress und Hektik und Lärm.
Als dann gegen Mittag mein Bäuchlein die hehre Stille mit einem unfeinen Knurren unterbrach, packte ich erstmal wieder alles ein und lief (barfuß ❤ ) zurück am Strand Richtung Dorf (und entdeckte freudig das gelbe Bötchen vom Morgen, jetzt auf „hoher See“).

Im „Het Wapen van Egmond“ ließ ich mir dann ein Broodje Gezond (das ist ein wahlweise weißes oder braunes Brot mit Kochschinken, Gouda, Salat, Gurke, Tomate und Ei) und einen Cappuchino schmecken und machte mich danach auf in den Ort.

Cappuchino im Wapen van EgmondIch brauche diesen Spaziergang jedes Mal, obwohl ich die Voorstrat schon so lange kenne. Irgendwie ist sonst ein Besuch in Egmond nicht vollständig. Dort bestaunte ich die hübsche Auslage eines Blumengeschäftes, verliebte mich in einem Dekoladen in eine Kommode und fand eine bezaubernd-verwucherte Hinterhofidylle.

Den Tag abgeschlossen habe ich aber nach diesem Spaziergang natürlich am Meer…
…und angedacht war, den Abschluss mit einem Bild voll goldener Abendsonne zu krönen… Hmpf. Hat meine kleine Kamera aber anders entschieden. Beziehungsweise die Batterien für „Low Power Products“, die ich ihr aus Versehen zugeführt hatte. Gut. Dann kommt eben ein Bild vom Vormittag an den Schluss und das Versprechen, dass ich die Tage noch mit einer Begebenheit um die Kurve komme, die sich gestern am Meer zugetragen hat. Die verdient aber einen eigenen Post. Bis ganz bald also!

Herzlichst, Sunny

Strandblick

10 Bücher, ohne die manches Puzzleteilchen fehlen würde

Ja, ich weiß. Solche Listen sind gerade überall unterwegs. Aber ich mag sie. Sehr sogar. Und als die liebe Sabine von „Text, Mags, Rock’N’Roll“ hier ihre Liste postete, war mir endgültig klar, dass ich das auch machen möchte.

So. Und nimmt man da besonders „schlau“ wirkende Bücher, weil man nicht wie der letzte (im Grunde unbelesene) Depp dastehen will? Hab ich kurz überlegt, aber dann müsste ich die Liste ehrlicherweise in „10 Bücher, durch die ich mich etws gebildeter gefühlt habe“ umbenennen. Hier aber kommt eine 100%ige Herzensliste. Bücher, die ich (teilweise seit meiner Kindheit) liebe und bis heute immer wieder lese. Bitteschön.

10 Bücher(Die Reihenfolge ist zufällig. Beim besten Willen könnte ich da keinen absoluten Liebling herausfischen.)

1. Das Glück der Elli G. – Nortrud Boge-Erli
Ein Mädchen Anfang des 20. Jahrhunderts, das sich nicht damit abfinden will, dass nur Jungen etwas lernen dürfen, während sie Aussteuer nähen soll. Das Buch führt durch ihr bewegtes Leben, und mein zwölfjähriges Ich wollte auf der Stelle auch so etwas erleben. Aber das war 1994, und da war Lernen als Mädchen durchaus möglich, also gar kein Ausbruch nötig. Tja. Die Liebe zum Reisen hat dieses Buch trotzdem deutlich mitgeprägt.

2. Die „Harry Potter“ Reihe – J.K. Rowling
Hab ich das erste Mal erst mit knapp 24 gelesen. Und zwar alle (bis dahin erschienenen) sechs Teile in 12 Tagen. Ich hatte Urlaub und nach dem ersten Band beschlossen, dass es auch sonst nichts weiter zu tun gab. Der Grund, warum ich diese Reihe sowohl in deutsch als auch auf englisch jeweils mindestens fünf Mal gelesen habe (die Hörbücher nicht mitgezählt), ist ein ganz einfacher: ich bin dann einfach weg. Ich bin in Hogwarts, mit Harry und allen anderen, und das jedes Mal aufs Neue.

3. Zum Beispiel Colleen – Sigrid Heuck
Ich hab ja hier schonmal geschrieben, warum dieses Buch etwas Besonderes für mich ist. Es ist nicht die aufregenste Geschichte aller Zeiten, aber authentisch. Und ist Schuld an meiner groooßen Irlandliebe.

4. High Fidelity – Nick Hornby
Ich weiß wirklich nicht mehr, wann ich dieses Buch zum ersten Mal gelesen habe. Ich glaube, vor ca. 10 Jahren. Und ich habe Tränen gelacht und den Soundtrack in vollsten Zügen genossen. Und mir vermutlich meine Leidenschaft für Listen dort abgeschaut…

5. Ronja Räubertochter – Astrid Lindgren
Hach. Meine geliebten Großeltern haben mich, sobald ich lesen konnte und deutlich gemacht hatte, dass ich das auch sehr, sehr gerne wollte, mit vielen Büchern von Frau Lindgren versorgt. Ich habe sie alle verschlungen, aber Ronja hat mich im Sturm erobert. Und sie tut es immer noch, auch wenn ich das Buch jetzt anders lese als mit zehn. Damals wollte ich auch auf einer Burg leben, und im Sommer in einer Höhle im Wald. Ich wollte in einem Waschzuber baden und abends an einem riesigen Lagerfeuer sitzen. Heute lese ich das Buch mit einem liebevollen Lächeln. Über Ronja, aber auch über mich. Dieses Buch ist für mich Nostalgie pur.

6. Das Superweib – Hera Lind
Jawohl. Auch dieses Buch ist wichtig für mich. Der von uns Schülern damals gleichermaßen bewunderte wie auch schief beäugte Lehrer Herr Dellen kam in der… ich glaube, 8. Klasse darauf, dass wir einfach mal das lesen sollen, wo wir drauf Lust haben. Das war das Ergebnis. Und ich habe das Buch schon so oft gelesen… und zwar immer dann, wenn selbst Harry mir zu schwere Kost war. Wenn ich krank mit Husten , Rotz und Kopf im Bett lag, wenn der Kopf mit wirbelnden Gedanken nicht zur Ruhe kommen wollte, wenn ich nicht schlafen konnte. Und ich finde, auch das ist einen Platz auf der Liste wert.

7. Die „Osten Ard“-Saga – Tad Williams
Vielleicht auch dem ein oder anderen Fantasy-Fan als „Das Geheimnis der drei Schwerter“ bekannt. Mit 14 begann meine Freundin Sarah, mir das erste Buch von insgesamt vieren (à ca 900 Seiten) vorzulesen. Aber nachdem wir für den ersten Teil zwei Monate gebraucht hatten, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit Simon und Miriamel weiter ging und habe den Rest selbst gelesen. Verschlungen. Und ich gestehe hiermit ganz offiziell: ich bewundere diese Serie mehr als den Herrn der Ringe. So. Es ist mein Traum, einmal so eine komplexe, wunderschön ausgearbeitete Geschichte zu erzählen. Und wenn es nur ein Traum bleibt, war es aber ein besonders schöner.

8. Ansichten eines Clowns – Heinrich Böll
Dieses Buch hat in mir den Wunsch geweckt, mehr über Menschen zu erfahren. Über ihre Beweggründe, Hintergründe, Gedanken. Und auch über das Thema Religion. Ich glaube, die melancholischen Gedanken von Hans Schnier über das Leben und die Menschen haben dazu geführt, dass ich mir gewünscht habe, selbst neugieriger zu sein, mehr zu hinterfragen. Und wenn ich mir mich so anschaue, ist dieser Wunsch wohl in Erfüllung gegangen. Danke Ben, dass Du mir dieses Buch gezeigt hast.

9. Momo – Michael Ende
Was soll ich sagen? Ich finde, wer dieses Buch nicht gelesen hat, hat etwas verpasst. Etwas wunderbares. Punkt.

10. Mondscheintarif – Ildikó von Kürthy
Als ich das erste Mal mit der Fibro zu kämpfen hatte bzw. mit den Angstattacken, die später zu den Symptomen gezählt wurden (das war 2003), konnte ich eine ganze Weile nichts anderes als belanglose Frauenliteratur lesen. Aber Ildikó ist die einzige aus der langen Reihe rosafarbener Buchrücken, die mein Bücherregal zieren, die so bleibenden Eindruck hinterlassen hat, dass ich ihre Bücher bis heute immer wieder lese. Eigentlich ist ihr zweites Buch „Herzsprung“ mein absolutes Liebchen, aber Mondscheintarif war das erste Buch von ihr, das ich gelesen habe. Ich danke für die wirklich gute Unterhaltung, auch in dunklen Stunden.

So. Was sagt ihr? Ist was für euch dabei? Lust auf eine eigene Liste? Her damit!

Herzlichst, Sunny

Hund im Garten am Morgen vertreibt… ihr wisst schon.

Heute hat mich doch glatt die Sonne geweckt… und Paul.

Na gut, ganz zuerst war es der Wecker. Aber bei dem Blick auf die Vorhänge, die verheißend leuchteten (weil von der Sonne angestrahlt), war ich dann schlagartig hellwach. Und kaum hatte ich mich aus dem Bett bewegt, kam auch schon der Paulehund angetapst mit einem Blick, der eindeutig sagte „Bei dem Wetter gehen wir ja wohl sofort in den Garten, oder?!“
Der Liebste muss sich ja immer noch schonen (und tut das auch, ich bin ganz begeistert, wie vernünftig er ist) und so zogen Paul und ich zu zweit die Treppe herunter und in den morgendlich beschienenen Garten.
Und da wartete dann folgendes:

ein Ball zum einmal holen und dann erstmal ausgiebig belecken...

ein Ball zum einmal holen und dann erstmal ausgiebig belecken…

... die immer gleiche Stelle zum wälzen und...

… die immer gleiche Stelle zum wälzen und…

...umgraben...

…umgraben…

... ein abgeliebtes Püppi zum ausgiebigen Benagen...

… ein abgeliebtes Püppi zum ausgiebigen Benagen…

... und Efeu zum beschnüffeln und erforschen.

… und Efeu zum beschnüffeln und erforschen.

Kann keiner behaupten, wir hätten keinen aufregenden, anstrengenden Morgen gehabt. In diesem Sinne einen schönen Start in die Woche, ihr Lieben!

Endlich alles erledigt!

Endlich alles erledigt!

reingelesen: Stardust – Neil Gaiman and Charles Vess

StardustManchmal gibt es solche Glücksgriffe…

Dieses Buch habe ich beendet mit einem Seufzer und dem Gedanken „Och, schade dass es vorbei ist!“ Und das sind die besten Bücher.
Kurz zur Vorgeschichte:
Den Film „Stardust“ (oder in Deutschland veröffentlicht „Der Sternenwanderer“) kenne ich seit einigen Jahren und finde ihn toll. Der mir bis dahin unbekannte Schauspieler Charlie Cox und die bezaubernde Claire Danes geben ein (im wahrsten Sinne des Wortes) glänzendes Paar ab, und Robert de Niro als Captain Shakespeare ist einfach göttlich. Aber ich muss ehrlich sagen, dass ich den Film vielleicht nicht mehr so toll fände, wenn ich das Buch zuerst gelesen hätte.
Warum?

Zum Inhalt:

Nun, wie es auf dem Einband bereits heißt, ist die Geschichte von Neil Gaiman, in dieser Fassung wunderschön bebildert von Charles Vess, eine „Romanze im Märchenreich“. Und tatsächlich ist Liebe das Leitthema, selbstlose sowie  vereinnamende, und der Weg zu einem Selbst. Und als Kontrast dazu, denn was wäre eine Geschichte im Märchenreich ohne Schuft, Gier und Neid.
Der Leser begibt sich in ein Örtchen namens „Wall“, das an der Grenze zum Märchenreich liegt. Dort kommt nach einer eindrucksvollen Einführung, in der man einiges über das Leben in und um Wall erfährt, der Charakter von Tristran Thorn ins Spiel. Dieser junge Mann verspricht seiner (einseitig) großen Liebe Victoria einen gefallenen Stern, den die beiden eines Abends gemeinsam sehen, und macht sich auf den Weg in das Land hinter Wall, „Faerie“, wo der Stern gelandet ist, nicht ahnend, wie groß das Abenteuer wird (Zitat: Adventures are all very well in their place, he thought, but there’s a lot to be said for regular meals and freedom from pain). Denn nicht nur er ist hinter dem gefallenen Stern her…

So weit gleichen sich Film und Buch noch ziemlich bis auf einige Feinheiten, die vermutlich der gewünschten Länge eines Films geschuldet sind. Aber dann wird der Film mehr zu einer Verfolgungsjagd. Witzig, ohne Zweifel, mit Lachern und viel Spannung und einem fulminanten Ende. Das Buch jedoch, obwohl zu keiner Zeile langweilig, schlägt ein langsameres Tempo an. Ein detailverliebtes, ein erzählerisch sehr gewandtes, ein Überraschungen bereithaltendes Märchen ist Stardust. Weniger dramatisch, weniger spannungsheischend, aber eben deutlich fabelhafter als der Film.

lesenswert?

Unbedingt! Wer nicht dazu neigt, bei einer Erzählung zu denken „Äh, das ist jetzt aber unrealistisch“ und sich in die Welt der Märchen entführen lässt, kommt voll auf seine Kosten. Die Geschichte ist dicht erzählt, hält Wendungen parat und ist gefüllt mit absolut liebenswerten, und wenn schon nicht liebenswert, dann aber durchaus beeindruckenden, Charakteren.
Manch andere Rezension weist darauf hin, dass „Stardust“ aber kein „klassisches Märchen für Kinder“ sei, weil „zu sexuell“ und „zu blutig“. Diese Leser kennen dann vermutlich auch nur „Arielle“ und „Cinderella“ und nicht „Die kleine Meerjungfrau“ und „Aschenputtel“. (Hey, ich liebe Disneyfilme! Aber alte Märchen sind nunmal voller Leidenschaft und Blut.)

Und ihr?

Kennt ihr auch beides, Buch und Film? Was hat euch besser gefallen? Seid ihr auch der Meinung, dass es ganz oft besser ist, erst einen Film zu sehen und danach das Buch zu lesen, auf dem er basiert? Ich freue mich auf Meinungen!

Herzlichst, Sunny

…und kein Esel!

Ihr Lieben,

ich freue mich wirklich sehr über das Feedback, das ich zu meinem letzten Blogpost bekommen habe. Irgendwie jeder auf seine Weise, aber doch vor allem Janina, die unter anderem schrieb, dass wir alle dazu neigen, ständig zu übertreiben (mit genervt oder sauer sein über Kleinigkeiten) hat dazu beigetragen, dass mir folgende kleine Geschichte wieder eingefallen ist. Ich hab sie vor Jahren (meine Güte! 2003, um genau zu sein…) mal bei einer Gemeinderatssitzung vorgelesen bekommen. Den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr, aber sie ging in etwa so:

Ein Mann geht zu einem Gelehrten und sagt: „Ich brauche deine Hilfe, es ist so schrecklich! Ich lebe mit meiner Frau und drei Töchtern zusammen, und immer ist irgendetwas. Eine weint, eine schimpft, niemand hat Platz für sich und wir gehen einander nur auf die Nerven. Wie lautet dein Rat?“
Der Gelehrte antwortet: „Ihr habt doch im Stall einen Esel? Ich rate dir, hol den Esel mit ins Haus und komm in drei Tagen wieder.“
Der Mann geht und befolgt den Rat. Nach drei Tagen kommt er wieder und klagt: „Es ist so schrecklich! Der Esel schreit und stinkt und nimmt so viel Raum ein… wie lautet nur dein Rat?!“
Der Gelehrte lächelt und sagt: „Stell den Esel wieder in den Stall und komm in drei Tagen wieder!“
Der Mann geht und befolgt den Rat. Nach drei Tagen kommt er wieder und strahlt: „Du glaubst es nicht, es ist so wunderbar! Nur wir fünf… und kein Esel!“

In diesem Sinne…

Regen?! Glück!  <3

Regen?! Glück!

Herzlichst,
Sunny